idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo


Teilen: 
08.03.2012 15:44

Brandenburgische Hochschulkonferenz nahm erfolgreich Arbeit auf

Birgit Mangelsdorf Referat für Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universität Potsdam

    Auf dem Campus Griebnitzsee der Universität Potsdam haben sich Vertreter aller brandenburgischen Hochschulen und Universitäten zur ersten Sitzung der Brandenburgischen Hochschulkonferenz getroffen. 300 Studierende, Hochschullehrer und Angehörige des akademischen Mittelbaus kamen dazu in die Landeshauptstadt. Über die Grenzen der einzelnen Hochschule hinweg engagieren sich in diesem Verbund alle Hochschulgruppen für die Sicherung und den weiteren Aufbau des Hochschulwesens und bieten sich als Dialogpartner insbesondere für die Politik an. Anlass für die bundesweit bisher einzigartige Initiative sind die drastischen Einsparungen der Regierung im Wissenschaftsetat sowie die strukturellen Überlegungen zum Umbau der brandenburgischen Hochschullandschaft, aktuell zur Zukunft der BTU Cottbus und der Hochschule Lausitz. Das Festhalten an den Sparbemühungen werde definitiv zu einem Abbau von Studienplätzen und Fachbereichen führen, erklärte der Präsident der Universität Potsdam, Prof. Oliver Günther, Ph.D. Sollte sich das Hochschulbudget nicht deutlich erhöhen, müssten die Studierendenzahlen von jetzt über 50000 auf 40000 bis 35000 abgesenkt werden, kündigte auch der Vorsitzende der Brandenburgischen Landeshochschulrektorenkonferenz und Rektor der Fachhochschule, Prof. Dr. Johannes Vielhaber an.

    Langfristige Aufgabe der Hochschulen sei es, junge Leute ins Land zu holen und auch zu halten. Angesichts mangelnder Ressourcen stellen die akademischen Bildungseinrichtungen die eigentliche Schlüsselindustrie des Landes dar. „Wir wollen den konstruktiven Dialog mit der Landesregierung. Hochschulen sind nicht in erster Linie ein Kostenfaktor, Forschung und Lehre tragen vielmehr erheblich zur Zukunftsfähigkeit der gesamten Region bei. Dem muss gerade vor dem Hintergrund der aktuellen demografischen und wirtschaftlichen Herausforderungen endlich Rechnung getragen werden“, erklärte Oliver Günther nach Abschluss der Beratungen.
    Die Teilnehmer der ersten Tagung der Brandenburgischen Hochschulkonferenz erhoben klare Forderungen hinsichtlich der Zukunft des Hochschulsystems. Schon für den Haushalt 2012, gegebenenfalls über einen Nachtragshaushalt, insbesondere aber für den Doppelhaushalt 2013/14 erwarten die Hochschulen eine signifikante Erhöhung der finanziellen Ressourcen, um endlich – auch im Bundesvergleich- zu einer adäquaten Ausstattung zu kommen, die den wachsenden Studierendenzahlen Rechnung trägt.
    „Wir werben für eine realistische Einschätzung der Lage und des Ausbaubedarfs in unserem Hochschulwesen. Brandenburg belegt im Hinblick auf die Hochschulfinanzierung bei allen wesentlichen Kennzahlen den letzten Platz im Bundesvergleich. Das muss sich ändern“, argumentierte Oliver Günther. Er würdigte zwar den für 2013 und 2014 angekündigten leichten Aufwuchs im Wissenschaftsressort um 13,6 Millionen Euro. Dieser reiche jedoch nicht aus, um die Situation entscheidend zu verbessern. Mehr als 50 Millionen Euro wären allein notwendig, um bundesweit wenigstens Platz 12 im Ländervergleich zu belegen.
    In der Abschlussresolution fordern Studierende und Lehrende auch endlich mehr tatsächliche Hochschulautonomie sowie die Einbeziehung in die anstehenden Strukturentscheidungen. „Wir verlangen ebenfalls, die Debatte um die sogenannten Doppelangebote sofort zu beenden. Entscheidend für die Beurteilung des Bedarfs ist wie in allen anderen Bereichen die Nachfrage.
    Gerade die Vorschläge der Lausitz-Kommission berücksichtigten zu wenig die Mängel in der Hochschulfinanzausstattung und die damit einhergehenden Einschränkungen beim Ausbau der Studienplätze und der fachlichen Angebote, so die Kritik von Prof. Dr. Matthias Koziol, Vizepräsident der Brandenburgisch-Technischen Universität Cottbus.
    Christian Mewes, Vertreter der brandenburgischen Studierendenschaft, unterstrich noch einmal die Forderung nach zusätzlichen Masterstudienplätzen, die langfristig allen Bachelor-Studierenden den Übergang in das weiterführende Studium ermöglichen könnten. Parallel setzten sich die Konferenzteilnehmer für eine adäquate Entlohnung aller Lehrenden, auch der Lehrbeauftragten, sowie die Schaffung einer ausreichenden Anzahl von regulären Beschäftigungsverhältnissen in Forschung und Lehre ein.
    Künftig wollen die Teilnehmer der ersten Brandenburgischen Hochschulkonferenz in einer ständigen Struktur zusammenarbeiten. Diese soll eine Plattform für das Gespräch mit Landespolitik, Medien und Öffentlichkeit bieten, aber auch Raum geben für die Diskussion hochschulinterner Streitfragen. Bis zur Verabschiedung einer endgültigen Struktur wird ein 16-köpfiges Koordinationspräsidium bestehend aus jeweils vier Vertreterinnen und Vertretern aller Hochschulstatusgruppen vorläufig die Brandenburgische Hochschulkonferenz leiten. Das von Prof. Dr. Andreas Musil (Universität Potsdam) geleitete Koordinationsbüro unterstützt das Präsidium.

    Hinweis an die Redaktionen

    Kontakt: Prof. Dr. Andreas Musil, Koordinator, Telefon: 0331/977-3412, E-Mail: musil(at)uni-potsdam.de


    Anhang
    attachment icon Resulotion

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wissenschaftler
    fachunabhängig
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).