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12.12.2012 14:29

Kultusminister Althusmann eröffnet Zukunftszentrum Lehrerbildung an der Leuphana

Henning Zuehlsdorff Presse und Kommunikation
Leuphana Universität Lüneburg

    Umgang mit Heterogenität ist Schwerpunktthema - Startschuss für Campus Schule online

    Die Qualität der Lehrerbildung ist ein entscheidender Faktor für die Sicherung der Zukunftschancen der jungen Generation. Mit einer neuen Einrichtung verstärkt die Leuphana Universität Lüneburg jetzt ihr Engagement in diesem Bereich. Am 12. Dezember eröffnete der Niedersächsische Kultusminister Dr. Bernd Althusmann das „Zukunftszentrum Lehrerbildung (ZZL)“. Es bündelt die bereits vorhandenen Initiativen der Leuphana und entwickelt neue Konzepte für die zukunftsorientierte Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern. Ein erstes konkretes Projekt ist die Gründung einer „Campus Schule online“ in Kooperation mit der Oberschule Jesteburg. Sie hat zum Ziel, mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologie reale Unterrichtssituationen aus den Klassenzimmern der Schule auf den Universitätscampus zu holen.

    Bundesweit wird aktuell kritisch über die Qualität der Lehrerausbildung an deutschen Hochschulen diskutiert. Vor diesem Hintergrund lobte Kultusminister Dr. Bernd Althusmann in seinem Grußwort die Einrichtung des neuen Zentrums an der Leuphana als „exzellente Initiative“. Zusammen mit anderen niedersächsischen und deutschen Universitäten sei die Leuphana Spitze, wenn es darum gehe, innovative Ausbildungskonzepte für den Lehrerberuf zu verwirklichen, die auf die neuen Herausforderungen im Zusammenhang mit den Themen Integration und Heterogenität eingehen. Universitätspräsident Sascha Spoun wies darauf hin, dass die Ausbildung von Lehrerinnen und Lehrern für Grund-, Haupt- und Realschulen in Lüneburg eine lange Tradition und einen hohen Stellenwert habe: „Mit ihren fortschrittlichen Ausbildungskonzepten haben die Kolleginnen und Kollegen aus den Bildungswissenschaften schon in der Vergangenheit immer wieder Neuland betreten. Im Zukunftszentrum Lehrerbildung wird das Lüneburger Modell für die Qualifikation des Lehrernachwuchses jetzt systematisch analysiert und gezielt weiterentwickelt.“

    Das Thema Heterogenität spielt für die Bildungswissenschaftler der Leuphana eine zentrale Rolle. Kinder und Jugendliche sind verschieden in Bezug auf Alter, Geschlecht, Interessen, Erwartungen, Motivation, ethnische, kulturelle und soziale Herkunft. Sie unterscheiden sich auch etwa hinsichtlich ihrer sozialen Kompetenz oder in Bezug auf ihre Leistungsfähigkeit. Mit diesen Unterschieden im Schulalltag umzugehen, stellt Lehrer vor große Herausforderungen. Die Wissenschaftler der Leuphana wollen ihre Lehramtsstudierenden in enger Kooperation mit den Schulen so ausbilden, dass sie dieser Aufgabe gewachsen sind.

    Ein Ort für Bildungsinnovationen

    Mit dem Zukunftszentrum Lehrerbildung entsteht ein Ort, an dem Bildungsinnovationen entwickelt und sowohl wissenschaftlich als auch in ihrer Verzahnung mit der Praxis geprüft werden können. Das Leitungsteam besteht aus Prof. Dr. Dominik Leiss (Institut für Mathematik und ihre Didaktik), Prof. Dr. Torben Schmidt (Institute of English Studies) und Prof. Dr. Timo Ehmke (Institut für Bildungswissenschaften). Schulleitungen aus der Region werden in die Arbeit ebenso einbezogen, wie Studierende aller Studiengänge. Für die Ausbildung von Lehrern setzen die Initiatoren auf ein ganzheitliches Bildungskonzept mit dem die pädagogischen, wissenschaftlichen und persönlichen Kompetenzen gleichermaßen in den Blick genommen werden. Die Projekte des Zukunftszentrums zielen auch auf eine engere Verzahnung von wissenschaftlicher Theorie und schulischer Praxis. Neue Formen der Kooperation mit regionalen Schulen, z.B. durch digitale Vernetzungen oder Praxissemester für die Studierenden, sollen das ermöglichen.

    Campus Schule online

    Ein konkretes Bespiel für eine solche Kooperation ist die „Campus Schule online“, ein Projekt das gemeinsam mit der Oberschule Jesteburg auf den Weg gebracht wird. Mit Hilfe moderner Informations- und Kommunikationstechnologie werden reale Unterrichtssituationen aus den Klassenzimmern der Schule auf den Universitätscampus geholt. So werden sie für Studierende erlebbar und begreifbar, können unmittelbar in die Ausbildung einbezogen werden. Die Schule wird im Rahmen des Projekts bei ihrer Personal- und Organisationsentwicklung wissenschaftlich begleitet. Für die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler entsteht die Möglichkeit, im Austausch mit Lehrerinnen und Lehrern Unterrichtskonzepte zu testen oder neue Unterrichtsmaterialien zu entwickeln. Die Kooperation hat Modellcharakter. Auch andere Schulen in ländlichen oder strukturschwachen Gebieten könnten sich künftig digital mit Universitäten vernetzen und so eine direkte Anbindung an die Wissenschaft erhalten.

    Hintergrund
    Seit 1946 werden in Lüneburg Lehrerinnen und Lehrer ausgebildet. Aktuell bietet die Leuphana Universität Lüneburg drei lehramtsbezogene Studienprogramme an: Lehramt an Grund- und Hauptschulen, Lehramt an Realschulen, Lehramt an Berufsbildenden Schulen mit den Fachrichtungen Sozialpädagogik und Wirtschaftspädagogik.
    Für die Ausbildung werden Bildungswissenschaften (Pädagogik, Psychologie) mit Unterrichtsfächern verbunden. Zur Auswahl stehen dafür: Deutsch, Englisch, Mathematik, Sachunterricht, Politik, Religion, Kunst, Musik, Sport, Biologie und Chemie sowie Wirtschafts- und Sozialpädagogik.
    An der Ausbildung des Lehrernachwuchses sind rund 35 Professuren und etwa 150 Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern beteiligt. Allein seit Dezember 2010 wurden 14 Professorinnen und Professoren neu berufen.
    Die Leuphana nimmt jährlich 340 Lehramtsstudierende auf.


    Weitere Informationen:

    http://www.leuphana.de/zzl


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wissenschaftler, jedermann
    Informationstechnik, Pädagogik / Bildung
    überregional
    Organisatorisches, Schule und Wissenschaft
    Deutsch


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