Die Universität Leipzig wird ihren Studierenden künftig als europaweit einzige Hochschule neben den bereits erfolgreich laufenden Katalanisch- und Galicischkursen an den entsprechenden Sprachlektoraten auch Baskischkurse anbieten. Finanziert wird das neue Lektorat vom baskischen Kulturinstitut Etxepare. Das Institut stelle pro Jahr 25.000 Euro für das Lektorat zur Verfügung, sagt Prof. Dr. Carsten Sinner, Leiter des Instituts für Angewandte Linguistik und Translatologie (IALT) der Universität Leipzig.
Das IALT wird mit diesem Lektorat Lehrveranstaltungen zur baskischen Sprache, Kultur, Literatur und Film und Landeskunde im Rahmen verschiedener Module in diversen Bachelor- und Masterstudiengängen an der Universität Leipzig ermöglichen. "Die Basken versprechen sich davon eine bessere Wahrnehmung ihrer Kultur und Sprache in Deutschland", betont Sinner. Das Lektorat, das wie die anderen beiden mit einer halben Stelle ausgestattet ist, werde im Frühjahr 2013 einen Intensivkurs "Baskisch für Anfänger" veranstalten. Lektor sei der Muttersprachler Unai Lauzirika, der selbst auch sehr gut Deutsch beherrsche. Gelehrt würden neben dieser Minderheitensprache, die in Spanien und Frankreich etwa 800.000 Menschen sprechen, auch Sprachpolitik und Soziolinguistik. Einschreiben können sich dafür Sinner zufolge neben Studierenden und Angehörigen der Universität auch andere Interessierte, die dann als Gasthörer an dem Kurs teilnehmen können.
"Am IALT studieren sie diese drei Minderheitensprachen Spaniens nicht nur nebenbei, sondern bekommen auch ein Zeugnis und einen Abschluss", erklärt Sinner. In Galicien und Katalonien werde dies als "Zukunftsmodell" betrachtet. Zudem werde in Leipzig die baskische Kultur unter anderem mit speziellen Filmtagen und anderem gepflegt. Aus diesen Gründen sei vor kurzem nun auch das baskische Kulturinstitut mit der Bitte an ihn herangetreten, ein Baskischlektorat an der Universität Leipzig zu etablieren.
Seit Herbst 2010 werden am IALT in Leipzig jeweils 10 bis 12 Stunden wöchentlich Galicisch und 14 bis 16 Stunden Katalanisch gelehrt. "Diese Lektorate in beiden Sprachen sind in der Form einzigartig in Deutschland und darüber hinaus. Wir hätten nicht mit einem solchen Zuspruch gerechnet", sagt Sinner, der Professor für iberoromanische Sprachen und Übersetzungswissenschaft am IALT ist. Es ist weltweit das einzige Institut, an dem vier iberoromanische Sprachen - Spanisch, Portugiesisch, Galicisch und Katalanisch - im Bereich Übersetzung und Angewandte Linguistik studiert sowie qualifizierte Abschlüsse erworben werden können.
Ansprechpartner:
Prof. Dr. Carsten Sinner
Institut für Angewandte Linguistik und Translatologie
Telefon: +49 341 97-37602
E-Mail: sinner@uni-leipzig.de
Merkmale dieser Pressemitteilung:
Journalisten, Studierende
Sprache / Literatur
überregional
Studium und Lehre
Deutsch
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