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06.03.2013 10:55

Träger der Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas 2013 stehen fest

Kirsten Drees Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
ZEIT-Stiftung Ebelin und Gerd Bucerius

    Journalistische Professionalität und Zivilcourage zu stärken – darauf zielen die Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas. Im Jahr 2013 gehen die mit insgesamt 70.000 € dotierten Journalistenpreise an die beiden russischen Journalisten Elena Kostjuschenko (Moskau) und Alexander Golts (Moskau) sowie an die Wochenzeitung Wetschernij Jakutsk (Jakutsk); aus der Ukraine wird der Journalist Serhii Leschenko (Kiew) ausgezeichnet sowie aus Aserbaidschan die Journalistin Tahmina Tagizade (Gandscha) und der Fotojournalist Mehman Huseinov (Baku).

    Die ZEIT-Stiftung verleiht die Gerd Bucerius-Förderpreise Freie Presse Osteuropas seit dem Jahr 2000 an jene, die in den Transformationsstaaten Osteuropas publizistisch für eine freie Presse, das freie Wort und die liberale Bürgergesellschaft eintreten. Seit 2004 vergibt die ZEIT-Stiftung den Pressepreis zusammen mit der norwegischen Institusjonen Fritt Ord, Oslo.

    Die Preisverleihung findet am 20. Juni 2013 im Nobel-Institut in Oslo statt.

    Elena Kostjuschenko (*1987) ist Korrespondentin der „Novaja Gazeta“ in Moskau. Unerschrocken schreibt die engagierte Journalistin über die politischen Protestmärsche oder Sex-Arbeiterinnen entlang der Autobahn, berichtet über eine Moskauer Obdachlosen-Kolonie oder ein verwahrlostes Krankenhaus. Bei der Recherche über akute soziale und politische Fragen des russischen Alltags wurde Kostjuschenko mehrfach bedroht und auch körperlich angegriffen.

    Elena Kostjuschenko wurde von Ilja Krieger, Redakteur des Verlages Corpus, Moskau, und der Norwegian Helsinki Comitee and Rights House Foundation, Oslo, nominiert.

    Alexander Golts (*1955) ist Chefredakteur des Online-Portals „Eshednewnij jurnal“ („Tägliches Journal“). Der Rüstungs- und Militärexperte bewegt sich mit seinen analytischen, faktenreichen Artikeln auf sensiblem Terrain, denn wer an Armee und Geheimdienststrukturen zweifelt, steht unter Verrats-Verdacht. Golts nüchtern-analytische, weithin beachtete Artikel zu nationalen wie internationalen Fragen erscheinen auch auf Englisch in „The Moscow Times“.

    Alexander Golts wurde von Klaus Helge Donath vorgeschlagen, taz-Korrespondent in Moskau.

    Wetschernij Jakutsk (Abendliches Jakutsk) erscheint seit 1994 in der Region Jakutien im äußersten Norden Sibiriens. Die Regionalzeitung unter Leitung der Chefredakteurin Maria Iwanowa thematisiert nicht nur Korruption und Umweltzerstörung. Die Wochenzeitschrift bekämpfte die Aufstellung eines Stalin-Denkmals und prozessierte erfolgreich gegen die Stadtverwaltung wegen zu hoher Besteuerung der Bürger. Das Blatt zieht viele Gerichtsverfahren auf sich und seine Journalisten werden vom Geheimdienst bespitzelt.

    Wetschernij Jakutsk wurde von Moritz Gathmann, freier Journalist in Kaluga (Russland), vorgeschlagen.

    Serhii Leschenko (*1980) aus Kiew ist einer der besten investigativen Journalisten der Ukraine, er schreibt für die online-Zeitung „Ukrainska Prawda“. Leschenko setzt einen genauen und nüchternen investigativen Journalismus gegen Willkür und Gier der politisch Verantwortlichen. Ob er die Korruption bei der Vergabe von Regierungsaufträgen recherchiert oder die Eigentumsfragen bei einem Anwesen des Präsidenten, stets arbeitet er unvoreingenommen und faktenstark.

    Serhii Leschenko wurde von Heike Dörrenbächer, Leiterin der Deutschen Gesellschaft für Osteuropakunde, Berlin, vorgeschlagen.

    Tahmina Tagizade (*1982) ist vor allem in der Provinzstadt Gandscha im Norden Aserbaidschans tätig. Die Journalistin setzt sich für Demokratie, Pressefreiheit und Völkerverständigung ein. Die Regionalregierung setzt Repressalien gegen sie ein, zeitweilig wurde sie verhaftet. Tagizade schrieb zunächst für eine regionale Zeitung, sie arbeitete dann bis 2011 als Fernsehredakteurin für das Gandscha Medienzentrum. Sie betreibt einen eigenen Blog (tahminatagizade.wordpress.com).

    Tahmina Tagizade wurde von der Deutschen Botschaft in Baku vorgeschlagen.

    Mehman Huseinov (*1990) ist Fotojournalist, dessen eindrucksvolle Bilder und Videos die Zustände in Aserbaidschan zeigen. Seine Dokumentation über den Abriss von Wohnhäusern für den Palast des Eurovision Song Contest 2012 in Baku wurde weithin beachtet, brachte ihn aber auch kurzzeitig hinter Gitter – wegen „Hooliganismus“. Unter Auflagen freigelassen, erwartet ihn eine mehrjährige Haftstrafe. Huseinov veröffentlicht Videos auf youtube, er arbeitet für das Institute for Reporter’s Freedom and Safety sowie für die Nachrichtenagentur TURAN.

    Mehman Huseinov wurde vorgeschlagen von dem Journalisten Zamin Haci, Baku.

    Fotos von den Preisträgern sind herunterladbar unter www.zeit-stiftung.de Presse/Downloads

    Bei Rückfragen wenden Sie sich bitte an die ZEIT-Stiftung, Frauke Hamann, Bereichsleiterin Kommunikation, Tel. 040 41336871, E-Mail: hamann@zeit-stiftung.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medien- und Kommunikationswissenschaften
    überregional
    Kooperationen, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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