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15.06.2017 11:35

„Garten findet Stadt“ – Ausstellung gibt praktische Tipps für Balkon, Flachdach und Kleingarten

Tilo Arnhold Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig

    Leipzig. Der Schutz der Artenvielfalt ist eine der großen Herausforderungen unserer Zeit. Vor allem Städte geraten dabei zunehmend in den Blickpunkt: In der Stadt bieten vielfältige Grünflächen neben Kühlung im Sommer auch Lebensraum und Nahrung für Tiere. iDiv, das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung, hat daher die Ausstellung „Garten findet Stadt“ ins Leben gerufen. Im Botanischen Garten der Universität Leipzig erhalten Hobbygärtner ab morgen praktische Tipps, wie sie Ressourcen schonen und zur Artenvielfalt beitragen können.

    Die Ausstellung im Botanischen Garten der Universität Leipzig zeigt ab morgen, den 16. Juni, wie jeder einzelne grüne Vielfalt selbst erschaffen kann. So sind verschiedene Gartentypen, Anbautechniken und Pflanzensorten zu sehen. Denn die Möglichkeiten sind vielfältig: Egal ob Begrünung auf dem Balkon, dem Garagendach oder im Schrebergarten – viele kleine Dinge tragen dazu bei, die Stadt lebenswerter zu machen. Und dies nicht nur für Menschen, sondern auch für Tiere und Pflanzen. Die Bandbreite der Exponate in der Ausstellung reicht von der Nutzung des Regenwassers bis zur Vielfalt des Lebens im Boden. So wird beispielsweise über verschiedene Anbaumethoden im Kleingarten informiert: Welche Nachteile hat der Einsatz von Mineraldünger und welche Alternativen gibt es? Welche Vorteile bietet ein Hochbeet und wie wird es angelegt? In einem Exponat versorgt zum Beispiel Komposterde besonders robuste Tomaten- und Chilisorten, die wenig bis keine Pflanzenschutzmittel benötigen und so die Umwelt schonen. „Mit der Ausstellung vermitteln wir praktische Tipps, wie jeder auch auf kleinstem Raum selbst etwas tun kann, um die Städte möglichst grün, vielfältig und damit lebenswert zu gestalten“, erklärt Dr. Karolin Tischer von iDiv, die Projektmanagerin der Ausstellung ist.

    Ein Schwerpunkt der Ausstellung widmet sich dem Thema Wasser. So wird beispielsweise gezeigt wie die Tröpfchenbewässerung Wasser spart und dabei auch noch Pilzerkrankungen an Pflanzen vermeidet. Auch die Vorteile von begrünten Dächern werden demonstriert: Sie speichern und verdunsten Wasser und schaffen kleine Oasen für Tiere und Pflanzen in der Stadt. Nebenbei verschaffen sie Kühle im heißen Sommer. Die Stadt Leipzig, ein Partner der Ausstellung, entwickelt deshalb eine Gründachstrategie für Leipzig, um langfristig das lokale Klima zu verbessern. Auf einem Beispieldach sind drei verschiedene Substrate mit unterschiedlich starker Kühlung und verschiedenem Pflegeaufwand zu sehen: Von Kieselsteinen, die auch schon zu einem geringen Anteil kühlen, über ein Substrat mit Mauerpfeffer, der wenig Wasser benötigt, bis hin zu einer intensiven Begrünung mit Wildblumen. Zur Erhöhung der Artenvielfalt hat der Botanische Garten der Universität Leipzig dafür eine "Leipziger Gründachmischung" mit zahlreichen einheimischen Pflanzenarten zusammengestellt. Bauherren, die ein Gründach auf ihrem Haus, dem Bungalow im Kleingarten oder ihrer Garage errichten wollen, können diese kostenlos gegen Registrierung im Umweltinformationszentrum (UiZ) des Amtes für Umweltschutz im Technischen Rathaus abholen.

    Neben den praktischen Tipps gibt die Ausstellung auch Einblick in die aktuelle Forschung: Viele Pflanzen wehren sich mit chemischen Stoffen gegen Insekten, die an ihnen fressen, oder rufen die Feinde ihrer Feinde mit Duftstoffen zu Hilfe. Ein Exponat demonstriert zum Beispiel, wie die WissenschaftlerInnen des Forschungszentrums iDiv dies im Experiment nachstellen. Um das Zusammenspiel der Lebewesen geht es auch in einem weiteren Exponat: iDiv-Forscher untersuchen den Einfluss europäischer Regenwürmer auf den Nordamerikanischen Laubwald. Die „Architekten des Bodens“, die hierzulande gerne gesehen sind, sind in Nordamerika eine invasive Art, die dort großen Schaden anrichtet. „Wir wollen gleichzeitig wissenschaftliche Hintergründe vermitteln und so zeigen, weshalb die Forschung dazu wichtig ist“, berichtet Prof. Christian Wirth, Direktor des Botanischen Gartens der Universität Leipzig, der gleichzeitig Direktor von iDiv ist. „An beiden Orten wird zur biologischen Vielfalt geforscht: Grundlagen- und angewandte Forschung verbinden sich so wunderbar! Als Wissenschaftler sind wir viel international unterwegs und freuen uns daher besonders, dass wir mit der Ausstellung eine Brücke zu den Leipzigerinnen und Leipzigern schlagen können. Wir geben praktische Tipps und zeigen, wie wir forschen.“

    Für die Ausstellung kooperiert das Deutsche Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig mit zahlreichen Partnern. Dazu zählen der Botanische Gartens der Universität Leipzig, das Institut für Biologie der Universität Leipzig, die Stadt Leipzig, der Stadtverband Leipzig der Kleingärtner e.V. (SLK), das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung (UFZ) und die ANNALINDE gGmbH.

    Ausstellung:

    Ausstellung „Garten findet Stadt – Grüne Vielfalt erleben verstehen, machen“
    vom 16. Juni bis 15. Oktober 2017
    im Botanischen Garten der Universität Leipzig, Linnéstraße 1, 04103 Leipzig
    https://garten-findet-stadt.de/
    Die Ausstellung im Innenhof der Gewächshäuser ist Dienstag bis Freitag von 13 bis 18 Uhr sowie am Wochenende von 10 bis 18 Uhr gegen Eintritt zu besichtigen. Ein weiterer Teil der Ausstellung im Freilandbereich des Botanischen Gartens ist täglich von 9 bis 20 Uhr frei zugänglich.

    weitere Links:

    Botanischer Garten der Universität Leipzig
    https://www.bota.uni-leipzig.de

    Forschungszentrum iDiv
    https://www.idiv.de/

    Ansprechpartner:

    Dr. Karolin Tischer
    Projektmanagerin der Ausstellung "Garten findet Stadt – Grüne Vielfalt erleben, verstehen, machen" / Deutsches Zentrum für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig
    Tel.: +49 341 9733237
    https://www.idiv.de/de/gruppen_und_personen/mitarbeiterinnen/mitarbeiterdetails/...

    Prof. Christian Wirth
    Geschäftsführender Direktor des Deutschen Zentrums für integrative Biodiversitätsforschung (iDiv) Halle-Jena-Leipzig & Direktor des Botanischen Gartens der Universität Leipzig
    Tel.: +49 341 9738591
    https://www.idiv.de/de/gruppen_und_personen/mitarbeiterinnen/mitarbeiterdetails/...

    sowie
    Tilo Arnhold, Dr. Volker Hahn
    iDiv Medien und Kommunikation
    Tel.: +49 341 9733 -109, -106
    https://www.idiv.de/de/gruppen_und_personen/zentrales_management/medien_und_komm...

    iDiv ist eine zentrale Einrichtung der Universität Leipzig im Sinne des § 92 Abs. 1 SächsHSFG und wird zusammen mit der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg und der Friedrich-Schiller-Universität Jena betrieben sowie in Kooperation mit dem Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ.
    Beteiligte Kooperationspartner sind die folgenden außeruniversitären Forschungs-einrichtungen: das Helmholtz-Zentrum für Umweltforschung GmbH – UFZ, das Max-Planck-Institut für Biogeochemie (MPI BGC), das Max-Planck-Institut für chemische Ökologie (MPI CE), das Max-Planck-Institut für evolutionäre Anthropologie (MPI EVA), das Leibniz-Institut Deutsche Sammlung von Mikroorganismen und Zellkulturen (DSMZ), das Leibniz-Institut für Pflanzenbiochemie (IPB), das Leibniz-Institut für Pflanzengenetik und Kulturpflanzenforschung (IPK) und das Leibniz-Institut Senckenberg Museum für Naturkunde Görlitz (SMNG).
    www.idiv.de


    Weitere Informationen:

    https://garten-findet-stadt.de/de/home/ - Ausstellung „Garten findet Stadt – Grüne Vielfalt erleben verstehen, machen“
    https://www.idiv.de/de/news/news_single_view/news_article/garten-fi.html - Pressemitteilung von iDiv


    Bilder

    Welche Nachteile hat der Einsatz von Mineraldünger und welche Alternativen gibt es? Welche Vorteile bietet ein Hochbeet und wie wird es angelegt?
    Welche Nachteile hat der Einsatz von Mineraldünger und welche Alternativen gibt es? Welche Vorteile ...
    Foto: Tilo Arnhold, iDiv
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    Auf einem Beispieldach sind drei verschiedene Substrate mit unterschiedlich starker Kühlung und verschiedenem Pflegeaufwand zu sehen.
    Auf einem Beispieldach sind drei verschiedene Substrate mit unterschiedlich starker Kühlung und vers ...
    Foto: Tilo Arnhold, iDiv
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    Anhang
    attachment icon Logo der Ausstellung "Garten findet Stadt"

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Meer / Klima, Umwelt / Ökologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft, Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


     

    Welche Nachteile hat der Einsatz von Mineraldünger und welche Alternativen gibt es? Welche Vorteile bietet ein Hochbeet und wie wird es angelegt?


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    Auf einem Beispieldach sind drei verschiedene Substrate mit unterschiedlich starker Kühlung und verschiedenem Pflegeaufwand zu sehen.


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