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28.05.2019 - 28.05.2019 | Berlin

Felix Brauner: Fremdenfeindlichkeit und autoritäre Emotionsdynamiken

Wie lässt sich aus psychologischer Sicht das weltweite Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen und fremdenfeindlicher Diskurse erklären? Anlässlich des Diversity-Tags stellt Felix Brauner, wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Psychologischen Hochschule Berlin, einen aktuellen Forschungsansatz zur Erklärung fremdenfeindlicher Einstellungen vor, der auf den Studien Erich Fromms zum Autoritären Charakter aufbaut und diese um moderne psychodynamische Konzepte erweitert.

Moderne Gesellschaften zeichnen sich durch eine große Vielfalt unterschiedlicher Lebensformen, Kulturen und politischer Überzeugungen aus. Der Schutz dieser gesellschaftlichen Pluralität ist ein wesentliches Merkmal demokratischer Grundordnungen. Obwohl aktuelle repräsentative Erhebungen zeigen, dass eine deutliche Mehrheit der deutschen Bevölkerung hinter diesen freiheitlich-demokratischen Grundwerten steht, lässt sich gleichzeitig weltweit ein deutliches Erstarken rechtspopulistischer Bewegungen verzeichnen, was in Form von Fremdenfeindlichkeit zunehmend auch in Teilen „der Mitte der Gesellschaft“ Resonanz findet. Für die Psychologie stellt sich die Aufgabe, mögliche Hintergründe dieser Entwicklungen wissenschaftlich zu erforschen.

In diesem Zusammenhang stellt Felix Brauner mit seinem Vortrag einen modernen psychodynamischen Erklärungsansatz für die Entstehung von anti-pluralistischen Haltungen vor. Als Ausgangspunkt dienen dabei die großangelegten Studien zum Autoritären Charakter, in denen die Frankfurter Schule um den Psychoanalytiker Erich Fromm erstmalig psychologische Hintergründe für die Entstehung des Nationalsozialismus aufzeigen konnte.

Diese klassisch freudianische Herangehensweise lässt sich auf Grundlage der aktuellen sozialpsychologischen Vorurteilsforschung um moderne psychodynamische Elemente wie bindungs- oder mentalisierungstheoretische Konzepte erweitern. In seinem Vortrag zeigt Felix Brauner, wie dies zur Erklärung des Erstarkens rechtspopulistischer Bewegungen und fremdenfeindlicher Einstellungen herangezogen werden kann.

Zur Person: Felix Brauner ist wissenschaftlicher Mitarbeiter im Fachbereich Klinische Psychologie und Psychotherapie (Schwerpunkt Tiefenpsychologie) und psychoanalytischer Psychotherapeut in Ausbildung. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen die Bedeutung sozial-emotionaler Kompetenzen im gesellschaftlichen Kontext und der Einfluss maladaptiver Beziehungserfahrungen in Kindheit und Adoleszenz auf Radikalisierungsprozesse (insb. Fremdenfeindlichkeit). Für seine Arbeit wurde er 2018 mit dem Förderpreis der Sigmund-Freud-Stiftung ausgezeichnet. Zu seinen Buchveröffentlichungen zählen: Motivation und Emotion. Psychologische und psychoanalytische Perspektiven (mit C. Benecke; Kohlhammer 2017); Mentalisieren und Fremdenfeindlichkeit. Psychoanalyse und Kritische Theorie im Paradigma der Intersubjektivität (Psychosozial 2018).

Hinweise zur Teilnahme:

Termin:

28.05.2019 18:00 - 19:30

Veranstaltungsort:

Am Köllnischen Park 2
Hörsaal
10179 Berlin
Berlin
Deutschland

Zielgruppe:

Journalisten, jedermann

Relevanz:

lokal

Sachgebiete:

Gesellschaft, Pädagogik / Bildung, Politik, Psychologie

Arten:

Vortrag / Kolloquium / Vorlesung

Eintrag:

07.05.2019

Absender:

Cornelia Weinberger

Abteilung:

Presse- und Öffentlichkeitsarbeit

Veranstaltung ist kostenlos:

ja

Textsprache:

Deutsch

URL dieser Veranstaltung: http://idw-online.de/de/event63581


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