idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
idw-Abo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
26.09.2008 10:44

Erste deutsch-chinesische Weltraummission auf dem Raumschiff Shenzhou

Katharina Vorwerk Publikationen und Öffentlichkeitsarbeit
Otto-von-Guericke-Universität Magdeburg

    Magdeburger Weltraummediziner Prof. Oliver Ullrich leitet Forschungsprojekt zum Immunsystem auf der Shenzhou-8-Mission

    Erstmals werden deutsche Wissenschaftler biologische und medizinische Experimente auf der nächsten chinesischen Shenzhou-8-Mission durchführen. Das erklärte der Magdeburger Professor für Weltraumbiotechnologie, Oliver Ullrich, anlässlich des erfolgten Starts von Shenzhou-7.

    Shenzhou-8 soll im Jahr 2010/2011 mit der Trägerrakete "Langer Marsch" vom chinesischen Weltraumbahnhof Jiuquan ins All starten und wird auch ein Experiment des Magdeburger Immunologen und Weltraummediziners Prof. Oliver Ullrich an Bord haben. Das Vorhaben wird vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) und dem "China Manned Space Engineering Office (CMSEO)", koordiniert. Mit an Bord sein werden auch Experimente Deutscher Wissenschaftler mit Augentierchen, Pflanzen, Muskel- und Schilddrüsenzellen.

    Seit den ersten Apollo- und Sojus-Raumfahrtmissionen ist bekannt, dass das menschliche Immunsystem offenbar Probleme mit der Schwerelosigkeit hat. Astronauten leiden bei längeren Aufenthalten im All verstärkt unter Infektionen. Auf den ersten Space-Shuttle-Missionen in den 80er Jahren wurde entdeckt, dass wahrscheinlich die Zellen des Immunsystems selber die Ursache sind. Ein großer Teil von ihnen verweigert in der Schwerelosigkeit ihren Dienst. Oliver Ullrich leitet seit vielen Jahren verschiedene Forschungsprojekte, um diesem Phänomen auf den Grund zu gehen. Dazu wurden neben bodengestützten Versuchen Experimente in der Schwerelosigkeit bei bislang vier Parabelflugkampagnen durchgeführt. Weitere Versuche für die Internationale Raumstation ISS stehen bevor.
    Die Experimente an Bord von Shenzhou-8 bauen auf den am Boden und bei Parabelflügen gewonnenen Erkenntnisse auf, die nun im All überprüft werden sollen. Wenn die Wissenschaftler damit erfolgreich sind, könnte das ein großer Schritt zur Lösung des Immunproblems im Weltraum sein.

    Prof. Oliver Ullrich leitet auch das im Oktober in Peking stattfindende Deutsch-Chinesische Symposium in der Weltraumbiologie, bei dem nach Möglichkeiten weiterer wissenschaftlicher Zusammenarbeit in der Weltraumforschung zwischen beiden Ländern gesucht wird. "China und Deutschland sind ohne jeden Zweifel kulturell und politisch sehr verschiedene Länder", sagt Ullrich, "aber der kulturelle Unterschied wird sehr klein, wenn man sich erinnert, dass wir alle Menschen sind - und als Menschen versuchen wir, hinter die Grenzen zu schauen, zu verstehen, was hinter dem Horizont liegt. Der nächste Schritt ist der Weltraum", betont der Forscher, "Hier stehen wir ganz am Anfang und gleichzeitig vor einer so großen Herausforderung, die keine Nation allein bewältigen kann. Der Weltraum wird die große Prüfung sein, an der sich zeigen wird, ob die Menschheit in der Lage ist zusammenzuarbeiten, oder nicht."

    Für Rückfragen zum Forschungsvorhaben:
    Prof. Hon.-Prof. Dr. med. Dr. rer. nat. Oliver Ullrich,
    Institut für Maschinenkonstruktion (Prof. Dr.-Ing. K.-H. Grote), Fakultät für Maschinenbau,
    Otto-von-Guericke-Universität, Universitätsplatz 2, 39016 Magdeburg
    Tel.: 0391 67 18522 oder 0041 44 63 55310
    E-Mail: oliver.ullrich@ovgu.de

    Für Rückfragen zur Shenzhou-8-Mission:
    Prof. Dr. Günter Ruyters
    Programmleiter Biowissenschaften
    Deutsches Zentrum für Luft- und Raumfahrt e.V., Raumfahrt-Agentur
    Königswinterer Str. 522-524, 53227 Bonn
    Tel.: +49 228 447-214
    E-Mail: guenter.ruyters@dlr.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Biologie, Maschinenbau, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).

    Cookies optimieren die Bereitstellung unserer Dienste. Durch das Weitersurfen auf idw-online.de erklären Sie sich mit der Verwendung von Cookies einverstanden. Datenschutzerklärung
    Okay