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10.05.2013 09:33

Heinrich V. – ein ungeliebter Herrscher

Dr. Josef König Pressestelle
Ruhr-Universität Bochum

    Einen Herrscher, der bislang von der Forschung vernachlässigt wurde, behandelt der Sammelband von Prof. Dr. Gerhard Lubich: „Heinrich V. in seiner Zeit. Herrschen in einem europäischen Reich des Hochmittelalters“. Die Beiträge des Bandes zeigen laut Lubich die „Facetten eines tätigen Lebens, in denen sich verschiedene Welten des Mittelalters spiegeln.“

    Der Letzte seiner Art

    Bei Betrachtungen des 11. und 12. Jahrhunderts steht Kaiser Heinrich V., der letzte salische Herrscher im römisch-deutschen Reich, bislang selten im Zentrum der Forschung. Vorrangig betrachtet wurden Ereignisse wie der Investiturstreit und das Wormser Konkordat von 1122. Heinrich V. war zwar entscheidend daran beteiligt – unter ihm ging der jahrzehntelange Streit zu Ende –, doch über seine Person oder seine Anteile an verschiedenen Ereignissen weiß man bis heute vergleichsweise wenig: Eine umfassende Biographie fehlt, seine Regesten (chronologisch geordnete, zusammenfassende Auflistung der Tätigkeiten) sind bisher nicht mehr als ein Projekt und seine Urkunden stehen erst seit Mai 2010 gesammelt im Netz, sind aber noch unkommentiert. „Dabei böte das Leben Heinrichs spektakuläre Themen genug, selbst jenseits kritischer Wissenschaft“, so Lubich. Beispielsweise die Rebellion gegen seinen Vater, die ihn an die Macht brachte, der Politikwechsel von 1111, der missglückte Frankreichzug oder sein einsamer, früher Tod 1125.

    Forschungsperspektiven

    Den Grundstein für das Buch legte Lubich mit seiner Fachtagung über Heinrich V. im Jahr 2011 an der RUB. Zum Großteil versammelt der Band die Ergebnisse der Tagung, die mit dem Ziel gestartet ist, mögliche Perspektiven für die Forschung zu schaffen und neue Ansätze zu erproben. Der Sammelband „Heinrich V. in seiner Zeit“ zeigt mit Blick auf die Herrschaft Heinrichs, dem Verhältnis zum Papsttum und Italien und den internationalen und interkulturellen Vergleichen „neue Möglichkeiten der Beschäftigung mit einem wenig geliebten Herrscher“ auf. Die „Regesta Imperii“, eine Kommission der Akademie der Wissenschaften und Literatur, beginnt 2016 mit der Aufarbeitung Heinrichs V. – Lubich ist für die Projektleitung vorgesehen.

    Titelaufnahme
    Lubich, Gerhard (Hg.): Heinrich V. in seiner Zeit. Herrschen in einem europäischen Reich des Hochmittelalters, Böhlau Verlag, Köln-Weimar-Wien 2013 (Forschungen zur Kaiser- und Papstgeschichte des Mittelalters, Beihefte zu J-F. Böhmer, Regesta Imperii, Bd. 34), 44,90 €, ISBN: 978-3-412-21010-6.

    Weitere Informationen
    Prof. Dr. Gerhard Lubich, Lehrstuhl für die Geschichte des Frühmittelalters – RUB, Tel. 0234-32-22648, gerhard.lubich@rub.de

    Redaktion: Cosima Schütte


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Geschichte / Archäologie
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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