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17.03.2014 14:28

Getriebe für Diabetes gefunden

Eberhard Scholz Pressestelle
Universität Bremen

    Ein Forscherteam der Universität Bremen hat jetzt einen Fachartikel im „Journal Nature Medicine“ veröffentlicht. Die Wissenschaftler haben ein Schlüsselprotein identifiziert, das für das Absterben der Insulin-produzierenden Zellen, so genannte Betazellen, in der Bauchspeicheldrüse verantwortlich ist. Ist dieses Protein einmal aktiv, greifen bio-chemische Reaktionen wie Zahnräder eines Getriebes ineinander und führen zur Zellzerstörung, zum Verlust des blutzuckersenkenden Hormons Insulin und somit zur Zuckerkrankheit Diabetes.

    Diesen Durchbruch berichten Kathrin Mädler und ihr Forscherteam in der neusten Ausgabe des „Journals Nature Medicine“, der führenden Fachzeitschrift für biomedizinische Forschung. Ihre Studien zeigen dabei bereits neue Wege, wie durch gezielte Beeinflussung dieses Proteins das Fortschreiten von Typ 1 und Typ 2 Diabetes verhindert werden kann. Bisher sind Therapien, die die Betazelle schützen und damit der Ursache des Diabetes entgegenwirken, nicht verfügbar.

    Betazellen sind in den Langerhanschen Inseln angesiedelt. Sie sind Miniorgane in der Bauchspeicheldrüse und bestehen aus verschiedenen hormonproduzierenden Zellen, die maßgeblich an der Steuerung des Blutzuckerspiegels beteiligt sind. Sowohl im Typ 1 als auch im Typ 2 Diabetes führt ein Absterben dieser Zellen zu einem Mangel an Insulin.

    Auf der Suche nach einem Protein, dessen Signalwege zur Zerstörung der Betazelle führen, stießen die Forscher auf MST1. MST1 ist in diabetischen Inseln aktiviert und führt zu deren Absterben und Funktionsverlust. Dabei wird eine Kettenreaktion über die Mitochondrien, den Kraftwerken der Zelle, ausgelöst und die Regelung für die Insulinproduktion zerstört.

    Eine Hemmung von MST1 konnte die Betazellen in den Arbeiten der Bremer Forscher schützen, die Funktion und das Überleben in bereits diabetischen Betazellen wurden verbessert. In Modellen von Typ 1 und Typ 2 Diabetes verhindert ein gezieltes Ausschalten des MST1 den Ausbruch der Erkrankung. Daraus könnte erstmalig eine Diabetestherapie entwickelt werden, die wirklich die insulinproduzierenden Zellen schützt.

    Weitere Informationen

    Universität Bremen
    Fachbereich Biologie / Chemie
    Zentrum für Biomolekulare Interaktionen
    Prof. Dr. Kathrin Mädler
    Tel. 0421 218-63290
    E-Mail: kmaedler@uni-bremen.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Professorin Kathrin Mädler und ihre internationale Arbeitsgruppe zählen zu den weltweit führenden Forschungsteams auf dem Gebiet der Diabetes-Betazellen.


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