idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
01.10.2014 13:18

Schlauer als bisher gedacht: Neue Erkenntnisse bei Honigbienen wirken sich auf Roboterforschung aus

Sophie Ehrenberg Wissenschaftsorganisation & Öffentlichkeitsarbeit
Leibniz-Institut für Neurobiologie

    Bereits seit Kindertagen wissen wir aus dem Fernsehen, dass Biene Maja ein cleveres Tier ist. Nun bestätigen neue Forschungsergebnisse: Honigbienen sind schlauer als bisher immer vermutet wurde. Diese Erkenntnisse sind auch für die Roboterforschung interessant.

    Evren Pamir vom Leibniz-Institut für Neurobiologie in Magdeburg (LIN) hat in einem Forschungsverband mit Wissenschaftlern aus Berlin, Konstanz und Würzburg Lernprozesse bei fast 3300 Honigbienen untersucht. Beim assoziativen Lernen wird ein Duftreiz mit einer Zuckerbelohnung gekoppelt. Stecken die schwarz-gelben Insekten bereits beim Wahrnehmen des Geruchs ihren Rüssel heraus, haben sie die Verbindung von Duft und Belohnung hergestellt.

    Oft sind bei diesem Training viele Wiederholungen nötig bis die Tiere die Verknüpfung erlernt haben. In der vorliegenden Untersuchung zeigen die Forscher jedoch, dass schon einzelne Versuche ausreichen können, um ein solches Lernen bei Honigbienen zu erzeugen. „Bienen lernen noch schneller als wir bisher immer vermutet haben“, erklärt Evren Pamir. „Außerdem wissen sie 24 Stunden nach einer einzelnen Duft-Zucker-Paarung immer noch, dass der wahrgenommene Geruch mit einer Zuckerbelohnung verbunden ist.“

    Die neuronalen Mechanismen, die das Lernverhalten steuern, können auch für die Informatik genutzt werden. Das Bundesministerium für Bildung und Forschung unterstützt gerade das Projekt „Insekten inspirieren Roboter: Über die Rolle von Gedächtnis bei der Entscheidungsfindung“. Es zielt darauf ab, Roboter zu bauen, deren Schaltkreise von neuronalen Mechanismen bei Insekten abgeleitet sind und die Aufgaben selbständig lösen können.

    Das Leibniz-Institut für Neurobiologie (LIN) in Magdeburg ist ein Zentrum für Lern- und Gedächtnisforschung.

    Den vollständigen Fachartikel gibt es im Internet unter:
    http://journal.frontiersin.org/Journal/10.3389/fnbeh.2014.00313/abstract

    LIN-Ansprechpartner:
    Evren Pamir
    Tel.: +49-391-6263-93421
    E-Mail: evren.pamir@lin-magdeburg.de


    Weitere Informationen:

    http://www.lin-magdeburg.de/assets/files/press/2014-10-01_PI_Honigbienen


    Anhang
    attachment icon PI als PDF-Dokument

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Biologie, Informationstechnik, Medizin, Tier- / Agrar- / Forstwissenschaften
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).