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04.10.2018 12:11

WGP fordert dynamischeres Bildungssystem und nachhaltigere Produktion

Gerda Kneifel Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik

    Die Professoren der WGP haben Stellung zur Hightech-Strategie 2025 der Bundesregierung bezogen. Sie fordern bezüglich Arbeit 4.0, dass nun die Öffnung der Bildungseinrichtungen für die Industrie rasch vorangetrieben werden soll, um den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis zu beschleunigen. DIe Arbeitsplätze von morgen müssten schon heute geplant und gestaltet werden. Hierzu hat die WGP Unternehmen ein Tool an die Hand gegeben. Prof. Berend Denkena, WGP-Präsident, fordert die Regierung außerdem auf, die Hightech-Strategie dazu zu nutzen, die Produktion nachhaltiger zu gestalten. "Denn nur so sichert Deutschland langfristig seinen Wettbewerbsvorsprung."

    Die Bundesministerin für Bildung und Forschung, Anja Karliczek (CDU), hat mit ihrer Hightech-Strategie 2025 „Forschung und Innovation für die Menschen“ auch das Thema Wirtschaft und Arbeit 4.0 in Angriff genommen. „Die Ziele, die sich die Bundesregierung hier gesetzt hat, sind gut und richtig“, lobt Prof. Berend Denkena, Präsident der WGP (Wissenschaftliche Gesellschaft für Produktionstechnik) und Leiter des Instituts für Fertigungstechnik und Werkzeugmaschinen (IFW) der Leibniz-Universität Hannover. „In der WGP sind wir bezüglich innovativer Produktion bereits auf gutem Weg und hoffen auf eine gegenseitige Verstärkung. Vor allem sollte das Momentum nun auch zügig in öffentliche Bildungseinrichtungen getragen und nachhaltige Produktion vorangetrieben werden.“

    Die Bundesregierung will mit 45 Mrd. Euro Spitzeninnovationen fördern, um Deutschland zukunftsfähig zu machen. Ziel ist es, Technik für Menschen zu entwickeln, die die Lebensqualität erhöht und Begeisterung für neue Technologien weckt. Die WGP hat zeitgleich zur Hightech-Strategie 2025 ein Standpunktpapier Industriearbeitsplatz 2025 veröffentlicht, in dem sie Handlungsfelder und Lösungsansätze für die von der Regierung anvisierten Ziele aufzeigt. Die Wissenschaftler der Produktionstechnik fordern darin unter anderem neue Strukturen und eine Dynamisierung des Aus- und Weiterbildungssystems. Auch müssten unter Ausnutzung der Chancen der Digitalisierung die Arbeitsplätze in den Fabriken der Zukunft möglichst zügig geplant und gestaltet werden.

    Bildungssysteme öffnen für die Industrie

    Bundesforschungsministerin Karliczek hat aus Sicht der WGP Spitzenfachkräfte ganz richtig als einen Schlüsselfaktor für eine innovationsfreudige Gesellschaft bezeichnet. „Wenn es auch in Zukunft ausreichend Spitzenfachkräfte in der Produktion geben soll, muss allerdings das deutsche Aus- und Weiterbildungssystem offener für den Austausch mit der Industrie werden“, fordert Prof. Peter Groche, Leitautor des WGP-Standpunktpapiers und Leiter des Instituts für Produktionstechnik und Umformmaschinen (PtU) der TU Darmstadt. „So könnten beispielsweise Sabbaticals für Berufsschullehrer und andere Ausbilder eingeführt werden, damit sie ihr Wissen über moderne Produkte und Produktionsprozesse in Unternehmen auffrischen können.“

    Zum Wissenstransfer zwischen Hochschulen und Wirtschaft ergänzt der Präsident der WGP: „Produktionstechniker sind allein schon mit Blick auf die Ausbildung ihrer Professoren role models“, denn für die Berufung bringen sie – anders als manch andere Forschungszweige – in aller Regel sowohl Industrie- als auch Forschungserfahrung mit. Der Austausch von Wissenschaftlern und Praktikern aus der Industrie ist unser Kennzeichen.“ Das zeigt sich nicht zuletzt in der 2015 gegründeten WGP-Produktionsakademie, die den Wissenstransfer von der Forschung in die Praxis schon jetzt beschleunigt.

    Stärkung nachhaltiger Produktion sichert Wettbewerbsvorsprung

    Noch profitiert Deutschland von seinen exzellent ausgebildeten und international begehrten Fachkräften. „Sie haben Deutschland zum Vorreiter in Sachen digitalisierter, vernetzter und nachhaltiger Produktion gemacht“, betont Denkena. „Die Gelder der Hightech-Strategie 2025 müssen dazu genutzt werden, den Vorsprung gerade auch in der energie- und ressourceneffizienten Produktion deutlich auszubauen“, stellt er klar. „Denn nur so schaffen wir menschengerechte Technik und nur so sichert Deutschland langfristig seinen Wettbewerbsvorsprung. Aus diesem Grund haben sich auch die WGP-Mitglieder die Entwicklung nachhaltiger Produktionsprozesse auf die Fahnen geschrieben“.

    Arbeitsplätze von morgen schon heute gestalten

    Menschengerechte Technik beinhaltet auch „gesundheitserhaltende Arbeitsplätze und adäquate Beschäftigungsfelder“, wie sie die Regierung mit der Hightech-Strategie schaffen will. Wie solche Arbeitsplätze in voll- oder teilautomatisierten Fabriken der Zukunft aussehen können, hat die WGP in ihrem Standpunktpapier beschrieben. Sie gibt damit Unternehmen ein Werkzeug an die Hand, damit sie möglichst schon heute mit Planung und Gestaltung dieser Arbeitsplätze beginnen können. Ein neues Stufenmodell der Automatisierung von Produktionsprozessen erlaubt produzierenden Firmen, Handlungsbedarfe inklusive Weiterbildungsmaßnahmen für Mitarbeiter im Zuge von Automatisierungen zu identifizieren und umzusetzen. So lässt sich die vierte industrielle Revolution mit ihren gesellschaftlichen Umwälzungen deutlich bewusster gestalten als ihre drei Vorgänger.

    Mit Blick auf die Hightech-Strategie 2025 resümiert der WGP-Präsident: „Wir bearbeiten bereits viele der dort genannten Themen. Ich lade Frau Karliczek sehr herzlich ein, mit uns darüber zu sprechen.“


    Weitere Informationen:

    https://wgp.de/de/aktivitaeten/publikationen/ WGP-Standpunktpapier "Industriearbeitsplatz 2025"


    Anhang
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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Informationstechnik, Maschinenbau
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Assistenzsystem in Industrie 4.0


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    Prof. Berend Denkena, WGP-Präsident


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