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06.05.2019 16:19

Einladung zur Verleihung der Alexander von Humboldt-Professuren am 9. Mai in Berlin

Kristina Güroff Pressereferat
Alexander von Humboldt-Stiftung

    Neun Preisträger aus dem Ausland erhalten jeweils bis zu fünf Millionen Euro und forschen künftig in Bonn, Darmstadt, Erlangen-Nürnberg, Köln, Konstanz, Leipzig und Würzburg.

    Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise, die Alexander von Humboldt-Professuren 2019, werden am 9. Mai in Berlin verliehen. Die Humboldt-Stiftung zeichnet damit führende, bisher im Ausland tätige Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler aller Disziplinen aus. Die Preisträger wurden von deutschen Hochschulen und Forschungs-einrichtungen nominiert und sollen nun dort Teams und Strukturen aufbauen, die weltweit konkurrenzfähig sind.

    Überreicht werden die Preise von der Bundesministerin für Bildung und Forschung Anja Karliczek und dem Präsidenten der Alexander von Humboldt-Stiftung Hans-Christian Pape.

    Preisverleihung
    Ort: Hauptstadtrepräsentanz Deutsche Telekom AG, Französische Str. 33 a-c, 10117 Berlin
    Zeit: Donnerstag, 9. Mai 2019, 19:00 Uhr
    ab 18:00 Uhr: Einlass und Rundgang mit Anja Karliczek und Hans-Christian Pape sowie den Preisträgern zu Informationsständen der jeweiligen Gastgeber-Hochschulen aus Bonn, Darmstadt, Erlangen-Nürnberg, Köln, Konstanz, Leipzig und Würzburg.

    Es besteht die Möglichkeit zu Bild- und Tonaufnahmen. Interviews mit den Preisträgern sind nach individueller Absprache bereits ab Mittwoch, 8. Mai, sowie am Tag der Preisverleihung, 9. Mai, möglich möglich.

    Akkreditierungen, inklusive Kopie des gültigen Presseausweises, bitte bis zum 07. Mai 2019, 13:00 Uhr, per E-Mail an presse@avh.de

    Pressekontakt vor Ort: Georg Scholl, Tel.: 0160 / 97 245 344

    Die vom Bundesministerium für Bildung und Forschung finanzierte Alexander von Humboldt-Professur ist mit fünf Millionen Euro für experimentell und dreieinhalb Millionen Euro für theoretisch arbeitende Forscher dotiert. Das Preisgeld ist für die ersten fünf Jahre Forschung in Deutschland bestimmt.

    Die Preisträgerinnen und Preisträger im Überblick:

    • Köln: Malte Gather (Nanobiophotonik)
    Lebende Laser und Licht, das Zellen steuert
    Malte Gather forscht an der Schnittstelle von Biologie, Medizin und Physik. Er schaffte es mit seinem Team, Laser zu miniaturisieren und in lebende Zellen zu integrieren. Aktuell arbeitet er an biokompatiblen Anwendungen der von Smartphone-Displays bekannten OLED-Technik, die das Potenzial zur Heilung visueller Neuroerkrankungen haben. An der Universität Köln soll Malte Gather das neu gegründete Forschungszentrum für NanoBioPhotonics leiten und Arbeiten in den Material- und Lebenswissenschaften zusammenführen.

    • Konstanz: Anke Hoeffler (Politische Ökonomie)
    Die Gesellschaft widerstandsfähiger machen
    Anke Hoeffler erforscht das Phänomen Gewalt. Mit der Frage, ob Kriege hauptsächlich durch gesellschaftliche Missstände ausgelöst werden oder vor allem ökonomische Ursachen haben, hat sie das Thema „Kollektive Gewalt“ in den Fokus der Entwicklungsforschung gerückt. An der Universität Konstanz nimmt sie nun auch die „Interpersonelle Gewalt“ in den Blick, also zum Beispiel die Gewalt in Familien. Es soll ein neues Zentrum für Konfliktforschung und Entwicklungspolitik entstehen, in dem Anke Hoeffler die Forschung zu diesen Themen weiter stärken wird.

    • Leipzig: Jens Meiler (Bioinformatik)
    Medikamente individuell am Computer designen
    Jens Meiler entwickelt Computerprogramme, die wahrscheinliche Modelle für die Struktur bestimmter Proteine berechnen können. Solche bis in die kleinste räumliche Molekülstruktur exakte Modelle werden für die Entwicklung von maßgeschneiderten Medikamenten benötigt. Jens Meiler forscht mit einem Team, in dem Molekularbiologen eng mit IT-Spezialisten, Chemikern und Physikern zusammenarbeiten. In Leipzig soll nun mit zusätzlicher experimenteller Expertise ein neues Zentrum zur strukturbasierten Entwicklung von Medikamenten entstehen.

    • Darmstadt: Alexandre Obertelli (Experimentelle Kernphysik)
    Exotische Kerne und die Entstehung der Elemente
    Wie sind die chemischen Elemente, die Bausteine unserer Welt, entstanden? Alexandre Obertelli untersucht zur Beantwortung solcher grundlegenden Fragen radioaktive Kerne, die aufgrund ihres Neutronenüberschusses oder -mangels instabil sind. In Darmstadt entsteht derzeit das internationale Beschleunigerzentrum FAIR. Dort wird Materie im Labor erzeugt und erforscht werden, wie sie sonst nur im Universum vorkommt – ideale Bedingungen für Alexandre Obertelli, um an der TU Darmstadt den Bereich der Physik der Seltenen Isotope zu einem weltweit herausragenden Forschungsstandort auszubauen.

    • Würzburg: Stefanie Petermichl (Mathematik)
    Brückenbauerin zwischen mathematischen Welten
    Stefanie Petermichl ist eine der führenden Mathematikerinnen auf dem Gebiet der harmonischen Analysis. Diese kann beispielsweise helfen, medizinische Bildgebungsverfahren zu verbessern oder Signale einfacher zu verarbeiten. Mit außergewöhnlichen Ideen und dem Kombinieren verschiedener mathematischer Teildisziplinen hat Stefanie Petermichl in den letzten Jahren das Forschungsfeld geprägt und neue Standardwerkzeuge geschaffen. An der Universität Würzburg wird sie ein neues interdisziplinäres Forschungszentrum aufbauen.

    • Bonn: Dietmar Schmucker (Molekulare Neurowissenschaft)
    Das Gehirn verstehen: Wie Nervenzellen verknüpft werden
    Im menschlichen Gehirn sind Milliarden Nervenzellen in komplexen Netzwerken miteinander verbunden. Fehlfunktionen in ihrer Verschaltung sind häufig Ursachen für neurologische Erkrankungen. Dietmar Schmucker hat Methoden und Techniken entwickelt, die uns helfen zu verstehen, welche molekularen Mechanismen der Verschaltung des Nervensystems zugrunde liegen. Seine Grundlagenforschung hat damit auch eine große medizinische Relevanz. In Bonn soll Dietmar Schmucker nun ein grundlagenorientiertes neurowissenschaftliches Zentrum mit aufbauen.

    • Köln: Henning Walczak (Biochemie/Immunologie)
    Botenstoffe für den Kampf gegen Krebs
    Gemeinsam mit seinem Team erforscht Henning Walczak, wie sich der programmierte Zelltod so nutzen lässt, dass das Immunsystem Krebszellen zuverlässig ausschaltet. Sein Ziel ist, durch die Beeinflussung von Botenstoffen den Tod der Immunzellen zu verhindern, welche die Tumorzellen bekämpfen. In Köln soll Henning Walczak die vorklinische und die klinische Forschung stärker zusammenführen und die interdisziplinäre Forschung im Bereich des Stoffwechsels ausbauen.

    • Erlangen-Nürnberg: Enrique Zuazua (Angewandte Mathematik)
    Mit Mathematik Zukunft gestalten
    Als angewandter Mathematiker versteht Enrique Zuazua die Mathematik als Werkzeug mit nahezu unendlichen Anwendungen, als Weltsprache. Kontrolltheorie und numerische Analysis sind seine Spezialdisziplinen. Ganz praktisch geht es ihm darum, die Realität berechenbar und steuerbar zu machen. Dabei ist die Herausforderung, Algorithmen zu finden, die nicht unendlich, aber ausreichend präzise sind – und damit schnell und verlässlich berechenbar. An der Universität Erlangen-Nürnberg wird er nun innovative und interdisziplinäre Forschungsprojekte vorantreiben.

    Außerdem wird eine Auszeichnung nachgeholt:

    • Konstanz: Margaret Crofoot (Biologie/Bewegungsökologie)
    Wer entscheidet wo es langgeht? Gruppendynamik bei Pavianen
    Margaret Crofoot forscht zum Sozialverhalten von Primaten: Wie bewegen sich Tiere in Gruppen, wie verteidigen sie ihr Territorium und wie treffen sie Entscheidungen? Crofoot gehört zu den Pionierinnen des jungen Forschungsfelds der Bewegungsökologie, das solchen Fragen nachgeht. Die Beobachtung der mit GPS-Sendern ausgestatteten Tiere zeigt, wie komplex die Entscheidungsfindung in diesen Gruppen ist. An der Universität Konstanz soll Margaret Crofoot helfen, den Forschungsschwerpunkt Collective Behaviour auszubauen.

    ******************************************

    Die Alexander von Humboldt-Stiftung

    Jährlich ermöglicht die Humboldt-Stiftung über 2.000 Forschern aus aller Welt einen wissenschaftlichen Aufenthalt in Deutschland. Die Stiftung pflegt ein Netzwerk von weltweit mehr als 29.000 Humboldtianern aller Fachgebiete in über 140 Ländern – unter ihnen 55 Nobelpreisträger.


    Weitere Informationen:

    https://www.youtube.com/watch?v=5qYSoZSPYdI Vorschau auf die Preisverleihung
    http://www.humboldt-professur.de/de/mediathek Videomaterial zu den Preisträgern und Fotos


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    fachunabhängig
    überregional
    Pressetermine, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Deutschlands höchstdotierte Forschungspreise, die Alexander von Humboldt-Professuren 2019, werden am 9. Mai in Berlin verliehen.


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