Neuartige Therapeutika sicherer machen

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03.12.2019 14:17

Neuartige Therapeutika sicherer machen

Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI Kommunikation
Fraunhofer-Gesellschaft

    Interdisziplinäres EU-Konsortium, koordiniert vom Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie, entwickelt innovative Modellsysteme für die Evaluation immunmodulierender Therapeutika.

    Die Entwicklung immunmodulierender Wirkstoffe und Therapien hat durch die jüngsten Erfolge in der Immunonkologie einen neuen Schub erfahren. Doch nicht nur in der Krebsmedizin etablieren sich zunehmend auch Zell- und Gentherapien als Alternative oder Ergänzung zu den klassischen niedermolekularen Wirkstoffen und Biologicals.

    Eine wesentliche Herausforderung bei der Entwicklung neuer Therapien ist und bleibt jedoch deren vorklinische Bewertung in Bezug auf Wirksamkeit und Sicherheit. Größtes Problem dabei ist die Komplexität des menschlichen Immunsystems. Im erkrankten Zustand, zum Beispiel bei Krebs-, Autoimmun-, oder Entzündungserkrankungen, interagieren die Zellen des Immunsystems anders als im gesunden Zustand. Während präklinische Untersuchungen bislang vor allem die grundlegende Toxizität eines neuen Therapeutikums auf das (gesunde) Immunsystem untersuchen, fehlt es an nicht-klinischen Modellen, die die individuellen Interaktionen des menschlichen Immunsystem im pathogenen Zustand genau erfassen.

    Das EU-Konsortium imSAVAR (Immune Safety Avatar: nonclinical mimicking of the immune system effects of immunomodulatory therapies) adressiert diesen Mangel mit neuen Konzepten zur Überprüfung immunmodulatorischer Therapien. Ziel ist dabei die Verbesserung bestehender und die Entwicklung neuer Modellsysteme, um:

    - unerwünschte Nebenwirkungen neuer Therapien auf das Immunsystem zu identifizieren
    - neue Biomarker für die Diagnose und Prognose von immunmediierten Pharmakologien und Toxizitäten zu entwickeln
    - Toxizitätsmechanismen und das Potenzial für deren Minderung durch therapeutische Maßnahmen genauer zu erforschen.

    Das Projekt will damit die Grundlagen für neue, europaweite Standards in der Medikamentenentwicklung legen.

    Das interdisziplinäre Konsortium imSAVAR umfasst 28 internationale Partner aus 11 Nationen unter der wissenschaftlichen Koordination des Fraunhofer-Instituts für Zelltherapie und Immunologie IZI (Leipzig, Deutschland) und Novartis (Basel, Schweiz). Unter den Partnern befinden sich universitäre und außeruniversitäre Forschungseinrichtungen, pharmazeutische und biotechnologische Unternehmen und regulatorische Behörden.

    Das Fraunhofer IZI wird sich neben der Koordination des Gesamtprojektes insbesondere auf Vorhersage und Bewertung von Nebenwirkungen neuartiger Immuntherapien für onkologische und entzündliche Erkrankungen fokussieren. Damit verbunden ist die Optimierung und Entwicklung entsprechender Modelle (in situ, in vitro, in vivo, in silico) sowie Biomarker, die die Komplexität der Wirkmechanismen von Immuntherapien berücksichtigen.

    Das Projekt wird über eine Laufzeit von 6 Jahren mit insgesamt 11 Millionen Euro von der Europäischen Union gefördert (GA-Nr. 853988). Die gleiche Summe bringen die Industriepartner als Eigenleistung in das Projekt ein.

    Weitere Informationen zum Projekt sind ab Februar 2020 auf der Webseite www.imsavar.eu abrufbar.

    imSAVAR-Konsortium:
    BioSci Consulting, Belgien
    bluebird bio, Inc., USA
    Boehringer Ingelheim, USA
    Covance, Großbritannien
    Dynamic42 GmbH, Deutschland
    F. Hoffmann-La Roche Ltd, Schweiz
    Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie IZI, Deutschland
    Fraunhofer-Institut für Grenzflächen- und Bioverfahrenstechnik IGB, Deutschland
    Fraunhofer-Institut für Toxikologie und Experimentelle Medizin ITEM, Deutschland
    Fraunhofer-Institut für Werkstoff- und Strahltechnik IWS, Deutschland
    Fraunhofer-Institut für Molekularbiologie und Angewandte Oekologie IME, Deutschland
    IT for Translational Medicine S.A. (ITTM), Luxemburg
    JDRF, USA
    Leiden University Medical Center (LUMC), Niederlande
    Lunds Universitet, Schweden
    Medizinische Hochschule Hannover (MHH), Deutschland
    Medizinische Universität Innsbruck, Österreich
    Merck Sharp & Dohme Corp., USA
    Merck KGaA, Deutschland
    Novartis AG, Schweiz
    Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Deutschland
    Sanofi, Frankreich
    Servier, Frankreich
    T-CURX GmbH, Deutschland
    Transgene SA, Frankreich
    Universitetet i Oslo, Norwegen
    Universität Leipzig, Deutschland
    Universität Twente (UT), Niederlande
    University of Luxembourg, Luxemburg
    Universitätsklinikum Jena, Deutschland
    Universitätsklinikum Tübingen, Deutschland
    Universitätsklinikum Würzburg, Deutschland


    Wissenschaftliche Ansprechpartner:

    Dr. Kristin Reiche
    Arbeitsgruppenleiterin Bioinformatik
    Fraunhofer-Institut für Zelltherapie und Immunologie
    Perlickstraße 1
    04103 Leipzig
    Telefon +49 341 35536-5223
    kristin.reiche@izi.fraunhofer.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    imSAVAR Kick-off-Meeting am 2. Dezember 2019 am Fraunhofer IZI in Leipzig


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