Spendenaktion für eine psychosoziale Versorgung auf der Kinder-Intensivstation des Dresdner Uniklinikums gestartet

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03.12.2019 15:43

Spendenaktion für eine psychosoziale Versorgung auf der Kinder-Intensivstation des Dresdner Uniklinikums gestartet

Holger Ostermeyer Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden

    Auf der Intensivstation (ITS) der Klinik für Kinder- und Jugendmedizin des Universitätsklinikums Carl Gustav Carus Dresden versorgt ein multiprofessionelles Team Patienten mit schweren Verletzungen, lebensbedrohlichen Erkrankungen oder nach komplizierten Operationen. Für viele Patienten bedeutet der ITS-Aufenthalt eine Gratwanderung zwischen Leben und Tod. Das stellt auch die Seele vor eine große Herausforderung – die der Patienten ebenso wie die der Geschwister und Eltern. Weil Krankenkassen derzeit eine kontinuierliche psychosoziale Betreuung auf der Kinder-Intensivstation nicht finanzieren, soll nun eine entsprechende Versorgung auf Spendenbasis möglich gemacht werden.

    Hierzu initiieren die Veranstalter des großen Adventskonzerts am 19. Dezember im Dresdner Rudolf-Harbig-Stadion, bei dem unter anderen auch der Dresdner Kreuzchor und die Dresdner Kapellknaben auftreten, eine Spendenaktion. Die Erlöse bilden den Startschuss für die Finanzierung einer kontinuierlichen psychologischen Versorgung der auf der ITS behandelten Kinder und Jugendlichen – denn die Chancen auf eine optimale Genesung nach lebensbedrohlichen Verletzungen oder Krankheiten sind deutlich besser, wenn sie auch emotional verarbeitet werden.

    „Nach einem Unfall, einem Herzstillstand, einer schweren Infektion sorgt ein von modernster Technik unterstütztes Team mit größtem Engagement dafür, dass die ihnen anvertrauten Kinder und Jugendlichen ihre lebensbedrohliche Krise überstehen. Doch es braucht mehr als hochkompetentes und beherztes Handeln: Wenn die Patienten und ihre Angehörigen mit dem Schicksal hadern, von Angst und Zweifeln, wie es weiter geht, wie gelähmt sind, fehlt ihnen die am Ende entscheidende Kraft im weiteren Genesungsprozess“, sagt Prof. Reinhard Berner. Der Direktor der Dresdner Uni-Kinderklinik hat für die Wohltätigkeitsaktion auch den Dresdner Kinderhilfe e.V. ins Boot geholt, um das Anliegen einer kontinuierlichen psychosozialen Betreuung der Patienten und ihrer Familien einer breiten Öffentlichkeit bekannt zu machen und für Unterstützung zu werben.

    Der für die Kinder-ITS verantwortliche Bereichsleiter Prof. Sebastian Brenner wird regelmäßig mit dem Wunsch nach einer psychologischen Betreuung konfrontiert: „Die Eltern, Familien und Freunde der kleinen Patienten schildern uns immer wieder, wie hilflos und überfordert sie im Umgang mit der schwierigen Lebenssituation sind. Und wir wissen, welch große Bedeutung die seelische Betreuung der Kinder und ihrer Familien für den weiteren Krankheitsverlauf hat. Auch wenn unsere Schwestern, Pfleger und Ärzte die Kinder und ihre Familien mit allergrößter Sorgfalt und Empathie rund um die Uhr versorgen, so fehlt uns eine professionelle psychologische Unterstützung, um unseren Patienten und ihren Eltern eine vollumfassende Therapie anbieten zu können.“

    Beim großen Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion kommen über 25.000 Menschen zusammen, die sich gemeinsam auf das Weihnachtsfest freuen. Durch die Initiation dieser besonderen Charity-Aktion soll nochmals verdeutlicht werden, dass auch in diesem Rahmen nicht vergessen wird, dass es zahlreiche schwere Schicksale gibt und Menschen, die Unterstützung brauchen. „Wir sind uns bewusst, dass wir mit dem großen Adventskonzert viele glückliche Momente für tausende von Menschen schaffen. Uns ist es wichtig, etwas von diesem Glück abzugeben für jene, die momentan nicht so glücklich sind“, sagt Thomas Reiche, Veranstalter und Regisseur des großen Adventskonzertes.
    Mit dem Erlös der Spendenaktion beim Adventskonzert im Rudolf-Harbig-Stadion soll der Grundstein für die Finanzierung des Einsatzes von psychologischen Experten gelegt werden, die in das ärztliche und pflegerische Team der Kinder-Intensivstation integriert werden. Ärzte und Pflegende sind in der Regel für die psychologische Betreuung nicht ausgebildet und ihnen fehlt die nötige Zeit, denn sie sind bereits mit der intensivmedizinischen Versorgung ausgelastet.

    Ein entsprechend ausgebildeter Therapeut kann Patienten und deren Familien in folgenden schweren Situationen betreuen.
    • Psychosoziale Unterstützung der Kinder und ihrer Angehörigen in akuten Krisensituationen wie der initialen Notfallversorgung.
    • Einschätzung und Behandlung psychischer Symptome wie Angst, Verzweiflung, Schuldgefühle, Wert- und Freudlosigkeit oder depressive Verstimmung aufgrund von Zukunftsängsten.
    • Psychosoziale Betreuung von Kindern, ihrer Geschwister und Eltern während der weiteren Intensivbehandlung in kritischen und Palliativsituationen.

    „Nicht selten hören wir Sätze wie: ‚Ich hätte jemanden gebraucht, der mir dieses unbeschreibliche Gefühl von Schuld von den Schultern nimmt, diesen einen Augenblick der Unachtsamkeit mit mir verarbeitet‘, sagt Franziska Waurig die seit acht Jahren als Kinderkrankenschwester schwerstkranke Kinder und Jugendliche versorgt.

    Spenden jederzeit willkommen
    Wer die psychologische Betreuung von Patienten und deren Familien im Rahmen des Aufenthalts auf der Kinder-Intensivstation des Dresdner Uniklinikums mit einer Spende unterstützen möchte, kommt über www.ukdd.de/kinder-its direkt auf die für die Spendenaktion eingerichtete Seite der Stiftung Hochschulmedizin Dresden (www.stiftung-hochschulmedizin.de). Die direkte Bankverbindung der Stiftung bei der Ostsächsischen Sparkasse Dresden lautet: IBAN DE27 8505 0300 0221 0457 40. Bitte bei der Überweisung den Verwendungszweck „Engel2019“ angeben. Die Stiftung zur Förderung der Hochschulmedizin Dresden ist unter Telefon 0351 458 27 57 oder per E-Mail: info@stiftung-hochschulmedizin.de erreichbar.

    Bildtexte
    Prof. Sebastian Brenner, Arthur mit seiner Mutter, Thomas Reiche, Prof. Reinhard Berner und Annika auf dem Flur der Kinder-ITS. Arthur und Annika wurden beide hier intensivmedizinisch behandelt und sind wie ihre Eltern dankbar für die ihnen zuteil gewordene Versorgung. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

    Prof. Sebastian Brenner, Oberarzt der Kinder-ITS des Dresdner Uniklinikums, Henriette Lukaß, Fachkrankenschwester für Kinderintensivmedizin und Annika, die vom Stationsteam nach einem Unfall in den Bergen versorgt wurde und die sich von Ihren schweren Verletzungen auch zur Freude aller sehr gut erholt hat. Foto: Uniklinikum Dresden / Holger Ostermeyer

    Kontakte für Journalisten
    Universitätsklinikum Carl Gustav Carus Dresden
    Klinik für Kinder- und Jugendmedizin
    Direktor: Prof. Reinhard Berner
    Tel.: 0351 458 24 40
    E-Mail: reinhard.berner@uniklinikum-dresden.de
    www.uniklinikum-desden.de/kik

    Pressearbeit im Auftrag des Großen Adventskonzertes
    Zastrow + Zastrow GmbH
    Tel.: 0351 899 110
    Mail: becher@zzdd.de


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin, Psychologie
    überregional
    Buntes aus der Wissenschaft
    Deutsch


    Prof. Sebastian Brenner, Oberarzt der Kinder-ITS, Fachkrankenschwester Henriette Lukaß und Annika, die vom Stationsteam nach einem Unfall in den Bergen erfolgreich versorgt wurde.


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    Prof. Brenner, Arthur mit seiner Mutter, Thomas Reiche, Prof. Berner und Annika auf dem Flur der Kinder-ITS. Arthur und Annika wurden beide hier intensivmedizinisch behandelt.


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