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28.08.2026 13:47

Studie TU Darmstadt: Wer KI versteht, hat mehr Angst vor Jobverlust

Bettina Bastian Science Communication Centre - Abteilung Kommunikation
Technische Universität Darmstadt

    Ob Beschäftigte Sorge vor einem Jobverlust durch KI haben, hängt maßgeblich von ihrem Wissen über Künstliche Intelligenz ab – und von dem Ausmaß, in dem ihre Arbeit digitalisierbar ist. Das geht aus dem aktuellen KI-Monitor der TU Darmstadt hervor, für den in Kooperation mit dem Meinungsforschungsinstitut YouGov mehr als 2.000 Menschen repräsentativ befragt wurden.

    Am stärksten ist mit der Angst vor einem Arbeitsplatzverlust laut Studie die KI-Affinität der Befragten verbunden: Je besser Menschen verstehen, wie Künstliche Intelligenz funktioniert und was damit bereits möglich ist, desto größer ist ihre Sorge, durch KI beruflich unter Druck zu geraten oder sogar den eigenen Job zu verlieren. Knapp die Hälfte der Menschen (rund 43 Prozent) mit sehr gutem KI-Know-how rechnet demnach damit, dass KI demnächst ihre Arbeit übernehmen könnte.

    „Das ist ein bemerkenswertes und gleichzeitig beunruhigendes Ergebnis“, erklärt Projektleiter Peter Buxmann, Professor für Wirtschaftsinformatik am Fachbereich Rechts- und Wirtschaftswissenschaften der TU Darmstadt. „Denn viele Debatten beruhen auf der Annahme, dass Sorgen vor allem eine Folge mangelnder Information seien. Das scheint jedoch nicht der Fall zu sein: Wer KI am besten versteht, erkennt auch am deutlichsten ihre Sprengkraft.“

    Die Daten zeigen zudem, dass nicht die Branche entscheidend für die Sorge vor Jobverlust ist. Vielmehr geht es darum, ob die Ergebnisse der eigenen Arbeit digitalisierbar sind. Wer vor allem Texte, Analysen, Berichte, Präsentationen, Programmcodes oder andere digitale Arbeitsergebnisse erstellt, sorgt sich deutlich stärker als Menschen, deren Tätigkeit stärker von physischer Präsenz geprägt ist. „Das gilt für die meisten Branchen und ist auch nachvollziehbar“, erläutert Buxmann. „Anwälte, Softwareentwicklung, Social-Media-Experten sind eben viel stärker von der GenAI-Revolution betroffen als Handwerker oder Krankenschwestern.“

    Weitere Kernergebnisse der Studie im Überblick:
    - KI ist im Alltag angekommen, aber nicht bei allen Menschen. Typische Nutzende sind jung, gut ausgebildet und überwiegend männlich.

    - Deutschland hat eine KI-Weiterbildungslücke: Nur 15 Prozent der Befragten haben bislang an einer KI-Weiterbildung teilgenommen.

    - Reale Risiken wie Halluzinationen und Datenschutzrisiken bereiten den Befragten die größten Sorgen. Eine künftige Superintelligenz halten dagegen nur vier von zehn Teilnehmenden für wahrscheinlich.

    - Jüngere Menschen machen sich größere Sorgen um ihren Arbeitsplatz als ältere. Insgesamt stieg diese Besorgnis im Vergleich zu 2025 in allen Arbeitsgruppen.

    Mit Blick auf die Ängste vor einem Jobverlust durch KI sagte Buxmann, dass generative KI zwar auch neue Tätigkeiten hervorbringen werde, jedoch vermutlich nicht annähernd in dem Maße, wie Stellen wegfallen. Die Diskussion sei keine rein ökonomische: „Wer seine Arbeit verliert, verliert nicht nur Einkommen, sondern häufig auch ein Stück sozialer Teilhabe und persönlicher Orientierung“, betonte er. „Unternehmen und Politik sind gefordert, den Sorgen nicht mit Beschwichtigung zu begegnen, sondern mit Qualifizierung und ehrlichen Antworten auf die Fragen der Arbeitswelt von morgen.“


    Originalpublikation:

    KI-Monitor 2026
    https://www.is.tu-darmstadt.de/media/bwl5_is/institute/260817_KI-Monitor_final_2...


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    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Informationstechnik, Wirtschaft
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


     

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