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07.01.2011 08:53

Prof. Dr. Wolfgang Koppert ist neuer Präsident der DGSS

Meike Drießen Pressestelle
Deutsche Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS)

    Schmerzspezialist aus Hannover: Schmerztherapie in Lehre, Aus- und Weiterbildung etablieren

    Prof. Dr. Wolfgang Koppert, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin der Medizinischen Hochschule Hannover, ist seit 1. Januar 2011 neuer Präsident der Deutschen Gesellschaft zum Studium des Schmerzes e.V. (DGSS). Er löst Prof. Dr. Rolf-Detlef Treede (Mannheim) ab, der das Amt drei Jahre lang innehatte. „Ich freue mich auf diese Herausforderung“, sagte Prof. Koppert, „und ich hoffe, in dieser Funktion dazu beitragen zu können, dass sich die Versorgung von Patienten mit akuten und chronischen Schmerzen in Deutschland langfristig verbessert.“

    Ausbildung verbessern, Versorgungsforschung ausbauen

    Zu den wichtigsten Zielen in seiner zweijährigen Amtszeit gehört unter anderem die weitere Etablierung der Schmerzmedizin in der Lehre und Weiterbildung. „Schmerztherapie gehört nach der aktuellen Approbationsordnung nicht zu den Pflichtfächern im Medizinstudium – umso mehr wird sich die DGSS dafür einsetzen, sie angehenden Medizinern, aber auch Ärzten in der Facharztausbildung interdisziplinär nahe zu bringen. Denn ein Arzt, der keine Schmerztherapie beherrscht, kann seine Patienten nicht angemessen behandeln“, so Prof. Koppert. Außerdem will er den Dialog mit den wissenschaftlichen Fachgesellschaften und Patientenverbänden suchen und Leitlinien und Qualitätssicherungssysteme für die Schmerztherapie fachgruppenübergreifend weiterentwickeln. Dazu ist eine engere Verzahnung von „Forschern“ und „Praktikern“ notwendig. „Insbesondere für eine unabhängige Versorgungsforschung von Schmerzpatienten werden derzeit keine Mittel bereitgestellt. Hier besteht ein erheblicher Verbesserungsbedarf. Betrachtet man die derzeit verfügbaren Leitlinien zum Thema, ist die Studienlage oft dürftig. Die Qualität der schmerztherapeutischen Versorgung könnte durch epidemiologische Forschung erheblich verbessert werden. Das sollte uns eine ethische Verpflichtung sein, die aber durchaus auch eine ökonomische Komponente besitzt. Laut BMBF werden bei Rückenschmerzen die Kosten für Behandlung, Rehabilitation, Arbeitsausfälle und frühzeitige Verrentung auf über 15,3 Milliarden Euro pro Jahr geschätzt, bei Kopfschmerzen belaufen sie sich auf etwa 2,5 Milliarden Euro jährlich.“

    Zur Person

    Prof. Dr. Wolfgang Koppert, 1964 in Hamburg geboren, studierte von 1985 bis 1991 Medizin an der Friedrich-Alexander-Universität Erlangen-Nürnberg. Nach seiner Zeit als Arzt im Praktikum am dortigen Institut für Physiologie und Biokybernetik und seiner Promotion 1992 arbeitete er ab 1993 als Wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Anästhesiologischen Klinik des Universitätsklinikums Erlangen und schloss die Facharztausbildung als Anästhesist 1999 ab. 1995 begann er mit dem Aufbau einer neurowissenschaftlichen Arbeitsgruppe, aus der zahlreiche Veröffentlichungen hervorgingen. 2001 habilitierte er sich mit einer Arbeit zum Thema „Differenzierung peripherer und zentraler analgetischer Wirkungen intravenöser Anästhetika in humanen Schmerzmodellen“. Nebenberuflich schloss er 2006 das Masterstudium „Management von Gesundheits- und Sozialeinrichtungen“ der Universitäten Kaiserslautern und Witten/Herdecke ab. 2007 wurde er zum außerplanmäßigen Professor der Universität Erlangen-Nürnberg ernannt. Von 2007 bis März 2009 war er Leitender Oberarzt und stellvertretender Direktor der Klinik für Anästhesiologie am Universitätsklinikum Erlangen. Seit April 2009 ist er Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizinder Medizinischen Hochschule Hannover. Zu seinen wissenschaftlichen Schwerpunkten gehört die experimentelle Schmerzforschung am Menschen. Hier ist die Übertragbarkeit humaner Schmerzmodelle auf klinische Krankheitszustände eine besondere Herausforderung. „Mit zunehmendem Wissen um die Komplexität des Schmerzgeschehens ist auch die Erkenntnis gereift, dass Schmerzmodelle meist nur einzelne Aspekte klinischer Schmerzzustände abbilden“, erklärt er.

    Ansprechpartner

    Prof. Dr. Wolfgang Koppert, Präsident der DGSS, Direktor der Klinik für Anästhesiologie und Intensivmedizinder Medizinischen Hochschule Hannover, Carl-Neuberg-Str. 1, 30625 Hannover, Tel. 0511/532-2489, E-Mail: koppert.wolfgang@mh-hannover.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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