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10.01.2011 19:15

Ins Leben entlassen - Humanmediziner verabschiedet

Dr. Manuela Rutsatz Pressestelle
Universität Leipzig

    "Bei meiner Aufnahme in den ärztlichen Berufsstand gelobe ich feierlich, mein Leben in den Dienst der Menschlichkeit zu stellen." So beginnt der Eid nach Hippokrates von Kos, den die jüngsten Absolventinnen und Absolventen der Medizinischen Fakultät Leipzig bei Ihrer Exmatrikulationsfeier im großen Hörsaal des Carl-Ludwig-Instituts ablegten. Außerdem wurde der Lehrpreis 2010 vergeben.

    Wieder unter den Top 10

    In den "schönsten Beruf der Welt, als Mensch den Menschen zu helfen" entließ Prof. Joachim Thiery, Dekan der Medizinischen Fakultät, die Absolventinnen und Absolventen am vergangenen Samstag. "Wir von der Fakultät haben Ihnen unser Wissen vermittelt und im Universitätsklinikum konnten Sie praktische Fähigkeiten erlernen. Damit sind Ihnen alle Chancen eröffnet." Mit einer Bestehensquote von 97,6 Prozent bei den Ergebnissen im bundesweiten zweiten Staatsexamen finden sich die Leipziger im Jahrgang 2010 wieder unter den vorderen 10 Plätzen von insgesamt 36 Medizinischen Fakultäten in Deutschland. Im Frühjahr 2010 waren es insgesamt 124 und im Herbst 254 Absolventen der Humanmedizin, aus der Zahnmedizin waren es 67. Mit Blick auf die wiederholt hervorragenden Leipziger Examensergebnisse forderte der Dekan die Zuhörer auf, auch zukünftig als Ärzte und Forscherinnen ganz vorn dabei zu sein. "Betrachten Sie Statistiken und politische Ansichten kritisch, die vermitteln, Mediziner würden heutzutage nicht mehr für die ärztliche Tätigkeit ausgebildet. Dahinter stehen Argumente um Einsparungen bei der teuren Medizinausbildung und um Studiengebühren. Nehmen Sie die Angebote in Sachsen wahr, Ihre Chancen stehen durchaus gut!" Abschließend dankte Prof. Thiery auch den Angehörigen für ihren Anteil am Erfolg und gab seiner Hoffnung Ausdruck, dass die Absolventinnen und Absolventen den liberalen Geist einer großen Universitätstradition mit auf den Weg nehmen.

    Dem Freistaat verbunden bleiben

    Erik Bodendiek von der Sächsischen Landesärztekammer erinnerte nicht nur an die hohe Ethik, der sich der Berufsstand verpflichtet fühle, sondern ermutigte die jungen Mediziner auch, sich nicht von der mitunter belastenden Bürokratie abschrecken zu lassen. Dahinter stehe letzten Endes die Verantwortung gegenüber dem Patienten.
    Auch Studiendekan Prof. Christoph Baerwald bekräftigte den Wunsch, dass möglichst viele den Arztberuf wählen, vor allem in Deutschland, selbst wenn Bedingungen im Ausland manchmal besser erschienen. Allein 4.000 Stellen an deutschen Kliniken seien nicht besetzt. Mit einem Hinweis auf die anhaltend angespannte Finanzlage der Fakultät erinnerte Prof. Baerwald an den Wert von Bildung. "Bildung ist nicht nur die Anhäufung von Faktenwissen, sondern auch eine Persönlichkeitsentwicklung, über Fachgrenzen hinaus. Bewahren Sie sich eine Zugewandtheit gegenüber dem Patienten und eine Offenheit gegenüber wissenschaftlichen Neuerungen!"

    Stellvertretend für seine Jahrgangskollegen übernahm der Absolvent Christian Brust das letzte Wort. Auf eine ausgesprochen humorige Art bot er einen Rückblick auf die zuweilen fordernden Jahre seit der Einführungsveranstaltung und skizzierte Zukunftsperspektiven ("Werdet Landarzt, das sind die wahren Helden!"). Dass die medizinischen Wurzeln seines Jahrgangs in der Stadt der friedlichen Revolution liegen, verstehe er als eine Verpflichtung. Er schloss mit einem Zitat, das er aus dem Tropenkurs von Prof. Schubert mitgenommen habe: "Die Wahre Prüfung wartet im Leben."

    Lehrpreis des Alumni-Vereins

    Bei der Feierlichkeit erfuhren zwei Mitglieder der Medizinischen Fakultät eine besondere Auszeichnung. In einer aktuellen Umfrage unter allen Studierenden der Vorklinik und Klinik erhielten der Biochemiker Dr. Andreas Otto und der Orthopäde Prof. Georg von Salis-Soglio die meisten Nennungen für herausragende Lehrleistungen.
    Bei Dr. Otto, der am Institut für molekulare Biochemie auf den Gebieten Biotechnologie und Krebs forscht, schätzen die Studierenden die eingängige Vermittlung des zuweilen abschreckenden Lehrstoffs der Biochemie, sein zusätzliches Angebot von Nachhilfestunden und sein offenes Ohr für ihre Belange. Bei Prof. von Salis-Soglio, Direktor der Orthopädischen Universitätsklinik, würdigten die Evaluationsergebnisse vor allem seine strukturierten Lehrveranstaltungen und Motivationsfähigkeit.

    Mit dem durch den Alumni-Verein der Medizinischen Fakultät gestifteten Lehrpreis 2010 sind Büchergutscheine in Höhe von je 300 Euro verbunden. Alle Absolventinnen und Absolventen der Medizinischen Fakultät können dem Verein beitreten. Sein Anliegen ist es, Kontakte untereinander und in die Leipziger Hochschulmedizin zu pflegen sowie die Medizinische Fakultät zu unterstützen.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Studium und Lehre
    Deutsch


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