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01.02.2011 09:16

Melanome unter Beschuss

Gabriele Rutzen Presse und Kommunikation
Universität zu Köln

    Melanome unter Beschuss
    Kölner Forscher entdecken neue effektivere Therapieform für Hautkrebs und veröffentlichen dies in der renommierten Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences USA

    Die Haut ist das größte Organ des menschlichen Körpers und das Melanom die häufigste bösartige Krebsart. Allein in Deutschland erkranken jedes Jahr ca. 100.000 Menschen an den unterschiedlichsten Hautkrebsformen, viele sterben in fortgeschrittenen Stadien der Erkrankung. Trotz jüngster Fortschritte in Forschung und Therapie müssen Ärzte für eine erfolgreiche Behandlung noch immer 99,99% der Krebszellen chirurgisch oder mit Hilfe von Medikamenten entfernen. Eine aktuelle Studie von Professor Dr. Hinrich Abken, Zentrum für Molekulare Medizin Köln und Klinik I für Innere Medizin, Universität zu Köln, belegt nun aber, dass nicht mehr alle Krebszellen entfernt werden müssen, sondern bereits die Eliminierung einer bestimmten kleinen Population von Krebszellen etablierte Tumore dauerhaft auslöschen kann. Mit Hilfe der neuen Strategie können menschliche Immunzellen genetisch so modifiziert werden, dass sie definierte Proteine auf der Oberfläche der Tumorzellen erkennen und diese Tumorzellen vernichten.

    Die Studie der Kölner Universitätsklinik, veröffentlicht in der aktuellen Ausgabe der Zeitschrift Proceedings of the National Academy of Sciences USA, geht davon aus, dass das Wachstum eines Melanoms von einigen wenigen Tumorzellen abhängt und dass die gezielte Eliminierung dieser Zellen den Krebs heilen kann, zumindest in den Modellen der Forscher. Zur Behandlung eines Melanoms entwickelten Prof. Dr. Abken und sein Team eine neue Form der Immuntherapie. Sie injizierten Melanom-erkrankten Mäusen modifizierte menschliche Immunzellen. Diese waren darauf ausgerichtet, eine bestimmte Population von Krebszellen zu vernichten, die nur 2% des Tumors ausmachen und die für das Krebswachstum verantwortlich sind. Derartig modifizierte Immunzellen attackierten die Krebszellen, jedoch nicht alle Krebszellen des Tumors, und ließen den Tumor erfolgreich und dauerhaft schrumpfen. Auch 36 Wochen nach der Injektion wurde kein Tumorrezidiv festgestellt. Es überraschte die Forscher, dass offensichtlich nicht alle Tumorzellen, sondern nur bestimmte, wenige Krebszellen eliminiert werden müssen, um das Melanom zu therapieren.

    Der Einsatz modifizierter Immunzellen zur gezielten Eliminierung von spezifischen Tumorzellen ist außerordentlich komplex. Daher ist weitere intensive Forschung notwendig, um die Mechanismen so zu verstehen, dass die Therapie in einem breiten Rahmen angewendet werden kann. Die Autoren der Studie schlagen doch schon jetzt vor, künftige Strategien auf die Eliminierung bestimmter Tumorzellen auszurichten und dahingehend entsprechende Medikamente vorzubereiten. Die Forscher sind sich sicher, dass die Erkenntnisse ihrer Studie einen Paradigmenwechsel für die Erforschung und Therapie von Krebs – hier am Beispiel des Melanoms – bedeutet und die Basis neuer therapeutischer Strategien für die Zukunft bilden.

    Internet: http://innere1.uk-koeln.de/forschung/labor-tumorgenetik-immunologie
    http://www.pnas.org

    Kontakt: Prof. Dr. Hinrich Abken, Tel.: 0221 478 89614

    Verantwortlich: Dr. Patrick Honecker


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    regional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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