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04.02.2011 16:08

Gründung einer neuen Fraunhofer-Projektgruppe in Mannheim

Dr. Eva Maria Wellnitz Wissenschaftskommunikation der Medizinischen Fakultät
Universitätsmedizin Mannheim

    Hervorragende Perspektiven für die Entwicklung von Automatisierungsprozessen in der Medizin und Biotechnologie am Standort Mannheim

    Das Land Baden-Württemberg hat grünes Licht für die erforderlichen Mittel zur Gründung einer Fraunhofer-Projektgruppe für Automatisierung in der Medizin und Biotechnologie (PAMB) in Mannheim gegeben. Das Projekt ist ein Thema der Wissenschaft und der Politik gleichermaßen, schließlich haben alle Beteiligten das Potenzial einer Ansiedelung von Fraunhofer auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim (UMM) erkannt: Die an der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg vorhandene wissenschaftliche Expertise sowie gut ausgebaute Strukturen im Bereich ihres Schwerpunkts Medizintechnik bieten der Fraunhofer-Gesellschaft ideale Voraussetzungen für ihre Entwicklungsarbeit - und damit ihr und der Universität Heidelberg hervorragende Perspektiven für eine gewinnbringende Zusammenarbeit, etwa bei der Entwicklung intelligenter Assistenzsysteme im Operationssaal.

    Das Land Baden-Württemberg hat mit seiner Entscheidung, die Mittel bereitzustellen, dem Projekt ganz gezielt eine Zukunft gegeben. „Die Forschung in Mannheim und in ganz Baden-Württemberg wird damit im wichtigen Zukunftsfeld Medizintechnik einen großen Schub erhalten. Durch die Zusammenarbeit von Medizin und Ingenieurwissenschaften in der neuen Fraunhofer-Projektgruppe sollen zum Wohle der Patientinnen und Patienten neue Wege beschritten werden. Am Ende eines solchen Weges könnte zum Beispiel ein Mikro-„Roboter“ stehen, der an einzelnen Zellen arbeitet und so Krebserkrankungen bekämpft“, sagte Wissenschaftsminister Professor Dr. Peter Fraunkenberg. „Das Land wird die Arbeit der Gruppe mit 9,3 Millionen Euro für die nächsten fünf Jahre unterstützen. Dann wird entschieden, ob in Mannheim das 15. Fraunhofer-Institut im Südwesten entsteht“.

    Dr. Hans Freudenberg, Ministerialdirektor des Wirtschaftsministeriums Baden-Württemberg, ergänzt: "Das Zusammenspiel von Unternehmen, Hochschulen und außeruniversitären Forschungseinrichtungen ist der Schlüssel für erfolgreiche Innovationen. In keinem Bundesland gibt es so viele Fraunhofer-Institute wie in Baden-Württemberg: 25 Prozent aller Fraunhofer-Beschäftigten arbeiten in unserem Land. Mit der neuen Projektgruppe in Mannheim entstehen in Baden-Württemberg zurzeit insgesamt drei neue Fraunhofer-Projektgruppen, allesamt mögliche Vorstufen für neue Institute."

    Auf kommunaler Ebene wurde das Projekt stark forciert. Auf Landesebene und mit der Fraunhofer Gesellschaft wurden Gespräche geführt; Vorbereitungen für eine erfolgreiche Ansiedlung getroffen. Nun freut man sich sehr, dass die Bemühungen zum Erfolg führten. „Die Medizintechnik ist eines von zwei Kompetenzfeldern der neuen wirtschaftspolitischen Strategie der Stadt Mannheim. Die Einrichtung einer Fraunhofer-Projektgruppe in unmittelbarem Zusammenhang mit der Universitätsmedizin Mannheim werte ich als großartigen Schritt für den Ausbau des Medizintechnik-Standortes Mannheim. Wir freuen uns daher sehr, dass das Land die Einrichtung der Fraunhofer- Projektgruppe PAMB, die sich auf die Automatisierungstechnik für verschiedene Anwendungen in der Bio- und Medizintechnologie fokussiert, in Mannheim fördert“, so Oberbürgermeister Dr. Peter Kurz.

    Die Mannheimer Fraunhofer-Projektgruppe PAMB wird als Außenstelle des Fraunhofer-Instituts für Produktionstechnik und Automatisierung IPA in Stuttgart geführt. Schon in den nächsten Wochen wird sie sich auf dem Campus der Universitätsmedizin Mannheim einrichten, wo sie künftig im Rahmen von so genannten Leitprojekten mit verschiedenen Forschungsgruppen vor Ort kooperiert. Neben der Medizinischen Fakultät Mannheim der Universität Heidelberg ist ein weiteres Institut der Universität Heidelberg an dem Projekt beteiligt, das Interdisziplinäre Zentrum für Wissenschaftliches Rechnen (IWR). „Die enge Vernetzung der Fraunhofer-Projektgruppe mit der Universitätsmedizin Mannheim und dem IWR schafft eine durchgängige Produktentwicklungskette. Diese beginnt mit der professionellen Entwicklung eines Produktes durch Fraunhofer und kann bis zu dessen klinischer Zertifizierung führen. Dies verspricht einen erheblichen Wettbewerbsvorteil, den wir durch die Einbeziehung weiterer universitärer Forschungsgruppen ausbauen wollen“, so die Einschätzung des Rektors der Universität Heidelberg, Professor Dr. Bernhard Eitel.

    Dr. Jan Stallkamp ist Leiter der Abteilung Produktions- und Prozessautomatisierung am Fraunhofer-Institut IPA. Seine Abteilung wird die ersten Mitarbeiter in die Projektgruppe entsenden, zugleich wird er die Mannheimer Projektgruppe, die bis Ende des Jahres 12 Wissenschaftler umfassen soll, leiten. Auf die neue Herausforderung freut er sich: „Die Automatisierungstechnik bietet der Medizin ein unschätzbares Potenzial. Sie kann beispielsweise im Operationssaal die Grenzen einer manuellen Medizin aufheben. Und sie verknüpft die unterschiedlichen Disziplinen und Kompetenzen aus Medizin und Naturwissenschaften – etwa bei der Entwicklung von automatisierten Instrumenten und bei medizintechnischen Anlagen, die bei der medizinischen Intervention und Diagnostik zum Einsatz kommen, oder auch im Bereich der Bioproduktionstechnik.“ Sein oberster Chef, der Präsident der Fraunhofer-Gesellschaft Prof. Dr.-Ing. habil. Prof. e.h. mult. Dr. h.c. mult. Hans-Jörg Bullinger, ist sich sicher in seinen Erwartungen: „Die gemeinsamen Forschungsprojekte werden richtungsweisend für eine völlig neue Produktgeneration sein. Das garantiert förmlich die angestrebte enge organisatorische und räumliche Vernetzung zwischen den klinischen und biotechnischen Disziplinen und unseren Ingenieuren.“


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Informationstechnik, Maschinenbau, Mathematik, Medizin
    überregional
    Kooperationen, Organisatorisches
    Deutsch


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