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09.02.2011 10:21

Neuartiges Verfahren zur Diagnostik von ADHS im Kindergartenalter

Bernd Hegen Referat Öffentlichkeitsarbeit
Universität Koblenz-Landau

    Die Schätzungen fallen deutlich aus: Zwischen drei bis zehn Prozent der Kinder in der Bundesrepublik Deutschland sind von einer Aufmerksamkeits-Defizit- bzw. einer Hyperaktivitäts-Störung betroffen. Dabei tritt ADHS bei Jungen deutlich häufiger auf als bei Mädchen und äußert sich bei beiden Geschlechtern unterschiedlich. Während sich bei Mädchen ADHS verstärkt mit Aufmerksamkeitsschwierigkeiten („Träumsuse“) zeigt, tritt bei Jungen die Hyperaktivität („Zappelphilipp“) stärker hervor. Auffälligkeiten in diesen Bereichen sind häufig Ursache für spätere schulische Probleme. Um rechtzeitig – nämlich bereits im Kindergartenalter – eine entsprechende Diagnose zu stellen, wurde von Wissenschaftlern des Zentrums für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität in Landau der „Test zur Erfassung von Aufmerksamkeit und Konzentration im Kindergartenalter" (TEA-Ch-K) entwickelt.

    Mit dem Test werden - eingebettet in eine kindgemäße Geschichte - verschiedene Varianten von Konzentration und Aufmerksamkeit erfasst: selektive Aufmerksamkeit, Aufmerksamkeitskontrolle, Reaktionshemmung, Konzentration und Daueraufmerksamkeit, geteilte Aufmerksamkeit und Aufmerksamkeitskontrolle. Dabei werden die Hauptwahrnehmungskanäle Sehen und Hören getrennt und zusammen angesprochen. Diese Art des Zugangs ist dabei neu. Deshalb besitzt das Testverfahren ein Alleinstellungsmerkmal.

    Mit diesem Test wollen die Wissenschaftler wesentliche Vorläuferbedingungen erfassen, die für die Aufnahme und Verarbeitung von Informationen, das Arbeitsgedächtnis, oder für die spätere schulische Leistungsfähigkeit von Bedeutung sind. Das Hauptanliegen des Testverfahrens besteht darin, möglichst frühzeitig Hinweise dafür zu gewinnen, welche Kinder im Alter zwischen 4,0 und 6,06 Jahre eine Förderung benötigen.

    Zur Erleichterung für die Testanwender werden Vorschläge unterbreitet, wie auf spielerische Art und Weise diese Förderung erreicht werden kann.

    Das Testverfahren ist ein Diagnostikum für die Frühdiagnostik und kann im Kindergarten ebenso eingesetzt werden wie in der Vorschule, innerhalb der ärztlichen Praxis, der Erziehungsberatung und der Physiotherapie.

    Der TEA-Ch-K ist wissenschaftlich gesichert: Die Zuverlässigkeit, die Gültigkeit und die Objektivität sind nachgewiesen.

    Das Verfahren ist beim Verlag Pearson Clinical and Talent Assessment (Frankfurt/Main) erhältlich (http://shop.pearsonassessment.de/index.php/cat/c161_TEA-Ch-K.html).

    Kontakt:
    Prof. Dr. Reinhold S. Jäger
    Zentrum für empirische pädagogische Forschung (zepf) der Universität Koblenz-Landau
    Bürgerstraße 23
    76829 Landau
    Telefon: 06341-280-32175
    Fax: 06341-280-32166
    E-mail: jaeger@zepf.uni-landau.de
    http://www.zepf.uni-landau.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin, Pädagogik / Bildung, Psychologie
    überregional
    Forschungsergebnisse, Forschungsprojekte
    Deutsch


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