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10.02.2011 11:59

Hans Wolfgang Spiess Präsident der International Society of Magnetic Resonance

Stephan Imhof Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Max-Planck-Institut für Polymerforschung

    Mainzer Spitzenforscher zum Präsidenten der "International Society of Magnetic Resonance" (ISMAR) gewählt. Weltweite Anerkennung von Spiess‘ Pionierleistungen zur Entwicklung der Magnetischen Resonanz.

    Mainz. Professor Hans Wolfgang Spiess vom Max-Planck-Institut für Polymerforschung (MPI-P) in Mainz ist neuer ISMAR-Präsident. Er wurde in einer weltweit über das Internet durchgeführten Abstimmung von den ISMAR-Mitgliedern mit großer Mehrheit für die dreijährige Amtszeit 2011 bis 2013 gewählt und tritt damit die Nachfolge des neuseeländischen Physikers Paul Callaghan an. "Dieses Amt besitzt einen erheblichen Einfluss auf die Entwicklung unserer Disziplin und bedeutet für mich gleichermaßen Ehre und Bürde", kommentiert der neugewählte Amtsinhaber. ISMAR ist die einzige internationale Wissenschafts-Organisation, die das bedeutende Gebiet der Magnetischen Resonanz in ihrer vollen inhaltlichen Breite vertritt. Deren Bereiche umfassen die Elektronmagnetische Resonanz (EPR), die Kernmagnetische Resonanz (NMR) und Magnetische Resonanz-Tomographie (MRT). Diese Methoden besitzen unter anderem hohe Bedeutung für die medizinische Diagnostik und die Materialforschung. So verschieden die Gattungen, gelang es Spiess doch im Verlauf seines wissenschaftlichen Werdegangs im gesamten Forschungsspektrum grundlegende Neuerungen zu entwickeln. Die Ernennung Spiess‘ zeigt auch exemplarisch in dem Jahr, da Mainz den Titel "Stadt der Wissenschaft" trägt, welche internationale Bedeutung Spitzenforscher aus der rheinland-pfälzischen Landeshauptstadt besitzen.
    Als Schwerpunktaufgaben seiner Amtszeit bei ISMAR nennt Spiess den Ausbau der Magnetischen Resonanz in den aufstrebenden Ländern Asiens und Südamerikas sowie die Förderung junger Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler: "Mir ist besonders wichtig, das große Potential der künftigen Forschergeneration zu fördern", formuliert Spiess sein Programm. "Dazu sind weltweite Vernetzung und unmittelbarer Austausch notwendig." Als erste Amtshandlung initiierte er eine ISMAR-Tagung junger argentinischer Kollegen, die im September 2011 in Cordoba stattfinden wird.

    Leben im Dienst der Wissenschaft

    Hans Wolfgang Spiess promovierte 1968 an der Universität Frankfurt. Nach einem Postdoc-Aufenthalt in den USA befasste sich Spiess während seiner Tätigkeit am MPI für medizinische Forschung in Heidelberg mit der Erforschung von Molekularbewegungen in Lösungen und Feststoffen. Die damals entwickelten Konzepte werden heute bei Strukturuntersuchungen besonders großer Proteine und Protein-Komplexe in Lösung erfolgreich eingesetzt. Nach seiner Habilitation an der Universität Mainz in 1978 widmete er sich der Erforschung von molekularer Ordnung und Dynamik in Polymeren mit Hilfe der Festkörper-NMR. 1984 wurde Spiess als Direktor an das neugegründete Max-Planck-Institut für Polymerforschung berufen, wo er sich seither mit der Entwicklung neuer Methoden für die magnetische Resonanz zur Untersuchung der Struktur und Dynamik von supramolekularen Systemen beschäftigt. Supramolekulare Systeme sind strukturierte organische Materialien, die in verschiedensten Bereichen wie der Technik und der Informationstechnologie, vor allem aber in der Biologie und der Medizin Anwendung finden. Die von Spiess entwickelten Verfahren der magnetischen Resonanz-Spektroskopie spielen für die Erforschung und Entwicklung eben solcher supramolekularer Systeme eine herausragende Rolle.
    Die von ihm geführte Arbeitsgruppe am MPI-P in Mainz ist weltweit führend und begehrter Kooperationspartner für Kollegen aus dem In- und Ausland. Spiess’ Arbeiten gelten als anwendungsnah, fachübergreifend und wurden mit zahlreichen nationalen und internationalen Ehrungen und Preisen ausgezeichnet, u.a. dem Leibniz-Preis, dem Ampere-Preis, der Liebig- und der Walther Nernst Denkmünze, dem Paul J. Flory-Forschungspreis und dem Zavoisky-Preis, sowie verschiedenen Ehrendoktorwürden ausländischer Universitäten.


    Weitere Informationen:

    http://www.ismar.org/organization - Weiterführende Information zur ISMAR


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Chemie, Medizin, Physik / Astronomie, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Personalia
    Deutsch


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