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17.02.2011 09:35

Psychotherapeutische Beratungsstelle für Studierende weiht neue Kursräume ein

Petra Giegerich Kommunikation und Presse
Johannes Gutenberg-Universität Mainz

    Nachfrage nach Beratungs- und Therapieangebot nimmt stetig zu – Weitere Verbesserung einer zeitnahen Vermittlung von Psychotherapieplätzen ist notwendig

    Die Psychotherapeutische Beratungsstelle (PBS) an der Johannes Gutenberg-Universität Mainz hat am Mittwoch zwei neue Kursräume eingeweiht, die nun für ihr erweitertes Angebot zur Verfügung stehen. Die Universität reagiert damit auf den steigenden Bedarf an Einzelgesprächen und Kursen durch die Studierenden. „Die Kurse sind sehr gut nachgefragt“, sagt Univ.-Prof. Dr. Ursula Luka-Krausgrill, die Leiterin der Psychotherapeutischen Beratungsstelle. „Wir freuen uns, dass wir dafür neue Räumlichkeiten nutzen können, die größer und besser geeignet sind als der alte Raum und die den Studierenden ein angenehmes Umfeld bieten.“ Zum Angebot der Beratungsstelle gehören beispielsweise Kurse zur Bewältigung von Redeangst und Prüfungsängsten, zur Zeitplanung und zu den Lernmethoden, zur Überwindung von Schreibblockaden oder zur Reintegration in das Studium nach psychischer Erkrankung.

    Die Psychotherapeutische Beratungsstelle an der Universität Mainz wurde 1967 gegründet, um den Studierenden bei psychischen Schwierigkeiten und Krisen zur Seite zu stehen. Die Bilanz der letzten Jahre zeigt, dass die Nachfrage kontinuierlich gestiegen ist: Im Jahr 2000 suchten 158 Studierende die Beratungsstelle auf, 2010 waren es bereits 683. Die Zahl der Einzelgespräche stieg in diesem Zeitraum von 684 auf über 2600 an. „Die Zahlen sind nicht überraschend, wenn man davon ausgeht, dass mindestens sieben bis zehn Prozent der Studierenden unter psychischen Problemen und Störungen leiden“, so Luka-Krausgrill. Zu den Hauptproblemen gehören depressive Symptomatiken, aber auch Leistungsstörungen und Ängste.

    Von der PBS können die Betroffenen eine gezielte Diagnostik und Indikationsstellung erwarten - bei akuten Krisensituationen auch kurzfristige Hilfe. Eventuell erfolgt dann eine Kurzzeittherapie nach bewährten verhaltenstherapeutischen Verfahren. In ca. 40 Prozent der Fälle wird den Hilfesuchenden geraten, eine länger dauernde Psychotherapie zu beginnen, die jedoch nicht in der PBS erfolgen kann. Allerdings helfen die 4 Mitarbeiterinnen der Beratungsstelle bei der Suche, was aufgrund der langen Wartezeiten mitunter nicht einfach ist und eine enge Zusammenarbeit mit den niedergelassenen Psychotherapeuten erfordert. Schließlich kann bei den Einzelgesprächen auch die Empfehlung zur Teilnahme an einem bestimmten Kurs ausgesprochen werden; die Studentinnen und Studenten können sich zu den Kursen aber auch direkt per Internet (http://www.pbs.uni-mainz.de/126.php) anmelden.

    „Das Kursprogramm stellt einen wesentlichen Teil unseres Beratungskonzepts dar“, sagt die Leiterin der PBS. Die Arbeit in Gruppen ist besonders geeignet, um soziale Kompetenzen zu verbessern und Prüfungs- und Redeängste zu verringern. Jedes Semester bietet die Beratungsstelle 17 bis 19 Kurse an, die von internen und externen Kursleitern und Kursleiterinnen durchgeführt und von durchschnittlich 13 Teilnehmern besucht werden. Ein spezielles Angebot, das in Zusammenarbeit mit dem Frauenbüro erfolgt, richtet sich an Doktorandinnen, die Unterstützung bei ihrer Dissertationsarbeit suchen.

    Sowohl die Kurse der PBS als auch die Einzelgespräche werden von den Teilnehmern gut eingeschätzt, wie die Evaluationen zeigen. „Wir können damit sicher sein, dass unsere Angebote von den Studierenden als sehr unterstützend empfunden werden“, fasst Ursula Luka-Krausgrill die Ergebnisse zusammen. Die Entwicklung der vergangenen Jahre lässt jedoch befürchten, dass bei einer weiterhin steigenden Nachfrage die Studierenden länger auf einen Gesprächstermin warten müssen. Eine schnelle Hilfestellung stellt jedoch für die PBS einen ganz entscheidenden Qualitätsaspekt dar, dies gilt auch für die Übernahme in eine psychotherapeutische Behandlung außerhalb der Beratungsstelle. Hier gilt es in der Zusammenarbeit mit professionellen Kooperationspartnern in der Region zeitnahe Weiterbehandlungen zu ermöglichen.

    Weitere Informationen:
    Prof. Dr. Ursula Luka-Krausgrill
    Psychotherapeutische Beratungsstelle
    Johannes Gutenberg-Universität Mainz (JGU)
    D 55099 Mainz
    Tel. +49 6131 39-22312; Fax +49 6131 39-20693
    E-Mail: pbs@verwaltung.uni-mainz.de


    Weitere Informationen:

    http://www.pbs.uni-mainz.de/


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Organisatorisches, Studium und Lehre
    Deutsch


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