idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
01.03.2011 14:20

Ausgezeichnet: Eva Luise Köhler Forschungspreis für die Gentherapie seltener Erkrankungen

Alenka Tschischka Unternehmenskommunikation
Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg

    Gemeinsame Pressemitteilung des Nationalen Centrums für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und der Medizinischen Hochschule Hannover:

    Wissenschaftler der MHH und des NCT erhalten 50.000 Euro für neues Therapieverfahren bei Kindern mit seltenen Immunerkrankungen

    Die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung für Menschen mit seltenen Erkrankungen hat ihren mit 50.000 Euro dotierten Forschungspreis 2011 an ein interdisziplinäres Team verliehen: Professor Dr. Christoph Klein, Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie der Medizinischen Hochschule Hannover (MHH), Professor Dr. Christopher Baum, MHH-Abteilung für Experimentelle Hämatologie, Professor Dr. Christoph von Kalle, Nationales Zentrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg und Dr. Kaan Boztug, Medizinische Universität Wien, bis Januar 2011 wissenschaftlicher Mitarbeiter in der MHH-Klinik für Pädiatrische Hämatologie und Onkologie.

    „Wir freuen uns sehr, dass uns die Eva Luise und Horst Köhler Stiftung ihren renommierten Preis zuerkennt. Wir wollen diese Mittel zu einer Etablierung einer interdisziplinären Plattform für die Gentherapie seltener Erkrankungen einsetzen“, erklärte Professor Christoph Klein. Die Preisträger haben in Deutschland auf dem Gebiet der seltenen Erkrankungen Pionierarbeit geleistet. Das Team um Professor Christoph Klein hat nach jahrelangen Vorarbeiten eine Gentherapie für Kinder mit Wiskott-Aldrich Syndrom (WAS) entwickelt. Die betroffenen Kinder leiden aufgrund eines Gendefektes an schweren Infektionen, Blutungen, Autoimmunerkrankungen und einer Neigung zu Leukämien und Lymphomen. Das Prinzip der Behandlung besteht darin, dass Blutstammzellen der Patienten entnommen, aufgereinigt und mit Genfähren behandelt werden, die eine gesunde Version des WAS-Gens in die Zellen transportieren. Die genetisch korrigierten Zellen werden zurückgegeben, aus ihnen differenzieren sich gesunde Blutzellen. Eine tödlich verlaufende Erkrankung konnte auf diese Weise geheilt werden.
    „Die Gentherapie ist dabei oft weniger belastend als die Fremdspendertransplantation von Blutstammzellen, nach der schwere Komplikationen durch Unverträglichkeiten des Immunsystems auftreten können“, betont Dr. Kaan Boztug. Allerdings ist die aktuell verfügbare Technologie des Gentransfers auch nicht ohne Risiken. Einer der zehn behandelten Patienten hat als Nebenwirkung eine Leukämie entwickelt, die glücklicherweise erfolgreich durch Chemotherapie behandelt werden konnte. Gemeinsam mit der Arbeitsgruppe um Professor Christof von Kalle vom Nationalen Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg, der auch beim Deutschen Krebsforschungszentrum in Heidelberg tätig ist, untersuchen die Ärzte daher die genetischen Landeplätze, die sogenannten Insertionsstellen, der Genfähren in den Chromosomen. „Diese Untersuchungen werden uns helfen, in zukünftigen Anwendungen Risiken weiter zu verringern und die Wirksamkeit zu steigern“, erklärt Professor von Kalle.

    Die Arbeitsgruppe um Professor Christopher Baum von der MHH entwickelt neue sicherheitsoptimierte Genfähren, die solche Risiken reduzieren sollen, ohne dass dadurch die therapeutische Wirksamkeit der klinischen Therapie beeinträchtigt wird. Mit Hilfe des Eva Luise Köhler Forschungspreises wollen die Wissenschaftler eine moderne interdisziplinäre Plattform zur Behandlung von Kindern mit genetischen Erkrankungen des Blutes und Immunsystems etablieren.

    Ein Bild zum Download finden Sie unter:
    http://www.nct-heidelberg.de/de/nct/news/2011/images/Koehlerpreis.jpg
    Personen von links nach rechts: Prof. Dr. Christopher Baum, Prof. Dr. Christof von Kalle, Eva Luise Köhler, Dr. Kaan Boztug, Professor Dr. Christoph Klein

    Weitere Informationen erhalten Sie bei:

    Medizinische Hochschule Hannover
    Stefan Zorn
    Leiter Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Carl-Neuberg-Straße 1
    30625 Hannover
    Telefon +49 511 532-6772
    Fax +49 511 532-3852
    E-Mail: zorn.stefan@mh-hannover.de
    http://www.mh-hannover.de

    Nationales Centrum für Tumorerkrankungen (NCT) Heidelberg
    Alenka Tschischka
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Im Neuenheimer Feld 460
    69120 Heidelberg
    Tel.: +49 6221 42-2254
    Fax: +49 6221 42-2968
    E-Mail: Alenka.Tschischka@nct-heidelberg.de
    http://www.nct-heidelberg.de

    Universitätsklinikum Heidelberg
    Dr. Annette Tuffs
    Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
    und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
    Im Neuenheimer Feld 672
    69120 Heidelberg
    Tel.: +49 6221 56-45 36
    Fax: +49 6221 56-45 44
    E-Mail: Annette.Tuffs@med.uni-heidelberg.de
    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

    Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ)
    Dr. Stefanie Seltmann
    Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Deutsches Krebsforschungszentrum
    Im Neuenheimer Feld 280
    69120 Heidelberg
    Tel.: +49 6221 42-2854
    Fax: +49 6221 42-2968
    E-Mail: S.Seltmann@dkfz.de
    http://www.dkfz.de


    Anhang
    attachment icon Pressemitteilung als PDF

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).