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15.03.2011 09:08

Neuer Schnuller verhindert Zahnfehlstellungen

Kay Gropp Pressestelle
Universität Witten/Herdecke

    Studie von Wittener Zahnmediziner zeigt: Weniger frontal offene Bisse bei 16 Monate alten Kindern

    Schnuller sind im Säuglings- und Kleinkindalter beliebte Helfer, um Kinder zu beruhigen und leichter einschlafen zu lassen. Und sie können möglicherweise sogar lebensrettend sein, indem sie das Risiko für einen plötzlichen Kindstod reduzieren. Aber leider verursachen Schnuller kieferorthopädische Probleme. Das bekannteste ist der so genannte frontal offene Biss, bei dem die Schneidezähne von Ober- und Unterkiefer nicht zusammen kommen.

    In einer wissenschaftlichen Studie, die jetzt in der renommierten Zeitschrift Pediatric Dentistry veröffentlicht wurde (Quelle s.u.), hat ein Zahnärzteteam um Prof. Dr. Stefan Zimmer, Lehrstuhlinhaber für Zahnerhaltung und Präventive Zahnmedizin der Universität Witten/Herdecke, einen „normalen“ und den von der Firma Novatex neu entwickelten Schnuller Dentistar verglichen. Ergebnis:

    • Der neu entwickelte Schnuller verursachte so gut wie keine Fälle von offenem Biss.
    • Selbst eine Kontrollgruppe ohne Schnullernutzung zeigte kaum besseren Ergebnisse.
    • Der konventionelle Schnuller schnitt signifikant schlechter ab.

    Wesentliche Neuerung des neuen Schnullers: Er ist direkt hinter dem Schild dünner geformt und hat eine Z-Form, die sich besser durch die Zähne „schlängelt“. „Es gibt eine ausgiebige auch wissenschaftliche Diskussion über die Vor- und Nachteile von Schnullern. Aber sie sind nun mal erfunden und Eltern nutzen sie. Daher wollten wir wissen: Welcher schadet den Zähnen am wenigsten?“ beschreibt Zimmer sein Forschungsinteresse. Die Studie wurde im Auftrag des Herstellers erstellt, der sein Produkt einer wissenschaftlichen Prüfung in einer kontrollierten klinischen Studie unterziehen wollte. Zimmer betont: „Auf das Ergebnis der Studie hat die Förderung durch das Unternehmen keinen Einfluss, denn die Untersuchung wurde nach streng wissenschaftlichen Kriterien, zu denen zum Beispiel ein „verblindeter“ Untersucher gehört, durchgeführt. Das heißt, dass der Untersucher nicht wusste, welchen Schnuller das gerade untersuchte Kind benutzt hat.“

    Und das Ergebnis der Studie ist eindeutig: Von insgesamt 121 Kindern zeigten 38% der „Normalschnuller-Kinder“ einen offenen Biss, aber nur 5% der Gruppe, die den neuen Schnuller verwendeten und gar kein Kind aus der Kontrollgruppe ohne Schnuller. „Die Zahlen zeigen auch: Längst nicht alle Kinder, die einen Schnuller nutzen, entwickeln eine Zahnfehlstellung. Insbesondere, wenn sie im Alter von zwei bis drei Jahren damit aufhören. Wenn sie aber weiter schnullern, ist der Schaden umso größer, je eher sie damit angefangen haben. Die Studie wird übrigens fortgesetzt, um die Entwicklung bei steigendem Alter zu verfolgen.“

    Die Studie ist erschienen in Pediatric Dentistry, jan/feb 2011, (32) 52-55
    http://www.ingentaconnect.com/content/aapd/pd/2011/00000033/00000001/art00011

    Weitere Informationen bei Prof. Dr. Stefan Zimmer, 02302/926-663 stefan.zimmer@uni-wh.de


    Weitere Informationen:

    http://www.ingentaconnect.com/content/aapd/pd/2011/00000033/00000001/art00011


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


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