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21.03.2011 13:55

Orthopädie-Begründer Julius Wolff wird 175 Jahre alt

Stefanie Winde GB Unternehmenskommunikation
Charité-Universitätsmedizin Berlin

    Am 21. März 2011 jährt sich der Geburtstag von Julius Wolff zum 175. Mal. Der geheime Medizinalrat und anerkannte Arzt und Wissenschaftler legt 1892 mit seiner Forschung den Grundstein für das Fachgebiet der Orthopädie und war Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für orthopädische Chirurgie.

    Der menschliche Knochen passt sich sowohl in seiner äußeren Form, als auch mit seinen inneren Strukturen an äußere mechanische Belastungen an. Mit dieser Entdeckung, die unter der Kurzform „form follows function“ (Form folgt der Funktion) bekannt ist, legte Julius Wolff den Ausgangspunkt für das Fachgebiet der klassischen Orthopädie. Auf Wolffs Erkenntnisse auf-bauend, können heute Verkrümmungen beispielsweise der Wirbelsäule, Beine oder Füße auch ohne operative Eingriffe korrigiert werden.

    Der Beginn für interdisziplinäre Forschung zum Bewegungsapparat

    Der als Medizinalrat anerkannte Arzt und Wissenschaftler Julius Wolff war ein Vorreiter der inter-disziplinären Zusammenarbeit. Während er die Struktur und Veränderung des menschlichen Kno-chens anhand von Sägeschnitten untersuchte, tauschte er sich regelmäßig mit Biologen, Mechanikern, Baustatikern und Mathematikern aus. Wolff pflegte einen engen Kontakt zum Bauingenieur Karl Culmann (1821-1881), der die Theorie der Fachwerke entwickelte und einen der späteren Konstrukteure des Eifelturms unterrichtete. Von ihm erhielt Wolff wichtige Impulse zur mechanischen Deutung von Knochenpräparaten. Beide erkannten Parallelen zwischen der inneren Struktur von Knochen und der Konstruktion eines Krans. Die feinen, linienförmig angeordneten Knochenbälkchen im Inneren des Knochens spielen eine wichtige Rolle für die Statik des Knochenbaugerüsts, welches wiederum der Konstruktion eines von Culmann ent-wickelten Krans sehr ähnelt.

    Neuauflage des Standardwerks „Das Gesetz der Transformation der Knochen“

    Seine Erkenntnisse veröffentlichte Julius Wolff 1892 im Gesetz der Transformation der Knochen. Die über 100 Jahre alte Publikation gilt bis heute als das wichtigste Standardwerk für Orthopäden. Seit Mitte 2010 ist das Werk als Reprint wieder im deutschen Buchhandel erhältlich. „Mit der Neu-auflage möchten wir die Arbeit von Julius Wolff wieder für ein breites Publikum verfügbar ma-chen, da sie in den letzten Jahren nur noch vereinzelt über Antiquariate und Bibliotheken zugänglich war,“ berichtet Prof. Dr. Georg Bergmann, stellvertretender Direktor des nach dem Autor benannten Julius Wolff Instituts an der Charité – Universitätsmedizin Berlin. Zusammen mit dem Direktor, Prof. Dr. Georg Duda hat er die Reproduktion des Werkes von Wolff in einer Paperbackversion herausgegeben, die neben den 150 Seiten der Originalarbeit zusätzliche biografische und historische Dokumente beinhaltet.

    Julius Wolff Institut setzt die fachübergreifende Forschung am Bewegungsapparat fort

    In die Tradition interdisziplinärer Forschung am Bewegungsapparat stellt sich auch das Julius Wolff Institut. In dem kliniknahen Forschungsinstitut untersuchen über 80 Wissenschaftler, unter Ihnen Mediziner, Biologen und Ingenieure, den Zusammenhang von Mechanik und Biologie auf den Bewegungsapparat. Schwerpunkte der vielfältigen Grundlagen- und Anwendungsforschung sind die Knochenheilung und die Belastung von Knochen, Muskeln und Gelenken. Mit Gründung des Julius Wolff Instituts entstand der Wunsch zu Ehren des Namensgebers dessen richtungwei-sende Arbeit durch einen historischen Reprint zu würdigen und einer breiten, interessierten Öf-fentlichkeit zugänglich zu machen.

    Biografische Eckdaten zu Wolff

    Julius Wolff studierte Medizin an der Friedrich Wilhelm Universität in Berlin und promovierte bis 1860 unter dem bekannten Chirurgen Bernhard Langenbeck. Ein Jahr später ließ er sich als praktischer Arzt in Berlin nieder und habilitierte kurze Zeit später zum Privat-Dozenten mit Vorle-sungstätigkeit an der Friedrich Wilhelm Universität. Im Jahr 1882 gründete er eine private Heil-anstalt für chirurgische Krankheiten, die später als „Provisorische Poliklinik für orthopädische Chirurgie“ in die Friedrich Wilhelm Universität, später in die Charité, integriert wurde. Julius Wolff wurde als erster Professor für Orthopädie an die Charité Berlin berufen und 1899 zum geheimen Medizinalrat ernannt. Kurz vor seinem Tod 1902 war er Mitbegründer der Deutschen Gesellschaft für orthopädische Chirurgie die Vorgängerorganisation der bis heute aktiven Deutschen Gesellschaft für Orthopädie und Orthopädische Chirurgie (DGOOC).

    Buchtipp: Julius Wolff: Das Gesetz der Transformation der Knochen (Berlin 1892) Reprint mit vier Nachworten und historischen Dokumenten; Pro Business Verlag; ISBN-13: 978-3868056488

    Kontakt:
    Stephanie Benusch (Kommunikation & Wissenschaftsmarketing)
    Julius Wolff Institut | Charité - Universitätsmedizin Berlin | CVK, Forum 4, PF 24
    Augustenburger Platz 1 | 13353 Berlin
    Tel: +49-30-450-55 20 96 | Fax: +49-30-450-559 969
    Email: Stephanie.Benusch@charite.de | www.julius-wolff-institut.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    jedermann
    Medizin
    regional
    Buntes aus der Wissenschaft, Personalia
    Deutsch


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