idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
22.03.2011 13:41

Veredelte Schläuche verhindern die Thrombosegefahr

Dr. Carola Jung Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH

    Wenn sich Herzgefäße durch Ablagerungen in den Adern verengen, können Adern verstopfen – eine Thrombose bildet sich aus. Sie kann zum Herzinfarkt führen.
    Künstliche kleine Schläuche in den Adern, sogenannte stents, erweitern die Adern. Dadurch ist der Blutfluss wieder ungehindert möglich. Auch an diesen Schläuchen lagern sich nach einiger Zeit wieder Zellen und Blutbestandteile ab – das Gefäß verengt sich erneut.
    Saarbrücker Forscher untersuchen nun in einem internationalen Verbundprojekt, wie sie die Oberfläche dieser Schläuche so verändern, dass sich ungewünschte Bestandteile dort nicht mehr anlagern können.

    Unter der Federführung des INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien arbeiten Forscher an Beschichtungsverfahren, die die Schlauchwände glätten und für den Körper gut verträglich machen. Das Kick-off-Meeting des Verbundprojektes Nano4stent fand Anfang des Jahres am INM statt. Dort trafen sich die Verbundpartner des INM, der Universitätsklinik Homburg, der Kocaeli University, Türkei, sowie der Korea University of Technology and Education, Korea. Das Verbundprojekt Nano4stent wird im Rahmen des internationalen Kooperationsnetzwerks KORANET von der EU gefördert.

    Die Spezialisten am INM verwenden bei ihrer Forschung ein spezielles Verfahren: So wie sich Wasserdampf am kalten Topfdeckel in Tropfen gleichmäßig bildet, bilden die Entwickler die Beschichtung auf der Schlauchoberfläche. „Unser Ziel ist es, die Oberfläche der Schläuche ganz gleichmäßig mit einer Schutzschicht zu überziehen“, erklärt Cenk Aktas, Leiter des Programmbereichs „CVD/Biooberflächen“. Dafür wird die Oberfläche erst künstlich durch Laserbehandlung mit kleinen Mulden versehen. Wenn jede Mulde und die gesamte Oberfläche der Schläuche perfekt ausgekleidet sind, haben unerwünschte Bestandteile keine Chance mehr, mit der Oberfläche des Schlauches zu reagieren und dort anzuhaften.

    Das INM erforscht und entwickelt Materialien – für heute, morgen und übermorgen. Chemiker, Physiker, Biologen, Material- und Ingenieurswissenschaftler prägen die Arbeit am INM. Vom Molekül bis zur Pilotfertigung folgen sie den wiederkehrenden Fragen: Welche Materialeigenschaften sind neu, wie untersucht man sie und wie kann man sie zukünftig nutzen?
    Das INM - Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH mit Sitz in Saarbrücken ist ein international sichtbares Zentrum für Materialforschung. Es kooperiert wissenschaftlich mit nationalen und internationalen Instituten und entwickelt für Unternehmen in aller Welt. Das INM ist ein Institut der Wissenschaftsgemeinschaft Gottfried Wilhelm Leibniz e.V. und beschäftigt rund 190 Mitarbeiter. Seine Forschung gliedert sich in die drei Felder Chemische Nanotechnologie, Grenzflächenmaterialien und Materialien in der Biologie.

    Ansprechpartner:
    Dr. Cenk Aktas
    INM – Leibniz-Institut für Neue Materialien gGmbH
    Tel.: +49 681 9300 140
    e-mail: cenk.aktas@inm-gmbh.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler, jedermann
    Biologie, Chemie, Medizin, Werkstoffwissenschaften
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).