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19.04.2011 15:58

Interdisziplinäre Kooperation im neuen Master-Lehrgang „Angewandte Ernährungsmedizin“

Cornelia Schuss PR & Marketing (Graz)
Fachhochschule Joanneum

    Die Zunahme ernährungsbedingter Krankheiten stellt MedizinerInnen sowie Diätologinnen und Diätologen vor neue Herausforderungen und verlangt interdisziplinäre Zusammenarbeit. Der neue postgraduale Master-Lehrgang „Angewandte Ernährungsmedizin“ in Kooperation zwischen der Medizinischen Universität Graz und der FH JOANNEUM begegnet diesen geänderten Anforderungen.

    In Zeiten zunehmender ernährungsbedingter Krankheiten und Unverträglichkeiten ist eine verstärkte interdisziplinäre Zusammenarbeit zwischen Medizin und Diätologie notwendig, um eine professionelle ernährungsmedizinische Betreuung sicherzustellen. Zudem wächst auch außerhalb von Krankenhäusern der Bedarf nach ernährungsmedizinischem Know-how, insbesondere vor dem Hintergrund der zunehmenden Aufgaben für Prävention, Gesundheitsförderung und Public Health.

    Diesen neuen Herausforderungen wird der neue postgraduale Master-Lehrgang „Angewandte Ernährungsmedizin – Applied Nutrition Medicine“ gerecht, der von der Medizinischen Universität Graz und der FH JOANNEUM seit dem Sommersemester 2011 in einem hochschulübergreifenden Kooperationsmodell gemeinsam angeboten wird. Der Lehrgang ist in seiner Form österreichweit einzigartig und richtet sich an MedizinerInnen und DiätologInnen mit abgeschlossenem Studium.

    Wechselseitiger Austausch und hohe Praxisorientierung
    Ein besonderer Fokus in diesem Kooperationsmodell liegt auf dem Miteinander von diätologischer und medizinischer Seite sowie auf den individuellen, praktischen Erfahrungen und Kompetenzen der TeilnehmerInnen. Diese hohe Praxisorientierung wird zum Beispiel durch das gemeinsame Erarbeiten konkreter Fallbeispiele erreicht: „Ideal ist es daher zum Beispiel, wenn ÄrztInnen und DiätologInnen, die zum Beispiel miteinander in einem Rehazentrum arbeiten, auch gemeinsam die Ausbildung machen“, so Lehrgangsleiter Hermann Toplak von der Universitätsklinik für Innere Medizin Graz. „Ziel ist nicht, dass alle TeilnehmerInnen am Ende das gleiche Wissen haben, sondern dass die Studierenden lernen, ihre Kompetenzen wechselseitig zu nutzen und lösungsorientiert einzusetzen“, sagt Toplak.

    Ein Ausbildungsziel des Lehrgangs liegt auch im Erwerb erweiterter Beratungskompetenz: „Ein Modul beschäftigt sich insbesondere mit den Bereichen Beratungstechnik, Konfliktmanagement und kulturellen Ansätzen, die in der Praxis immer wichtiger werden. Hier wird beispielsweise erarbeitet, wie man am besten auf MigrantInnen oder auf Personengruppen mit unterschiedlichen religiösen Zugängen eingeht“, sagt Elisabeth Pail, Lehrgangsleiterin seitens der FH JOANNEUM und Studiengangsleiterin von „Diätologie“.

    Erwartungen an den neuen Lehrgang
    Im Sommersemester 2011 hat der erste Jahrgang mit 20 TeilnehmerInnen mit dem neuen Lehrgang begonnen. Die Medizinerin Ingrid Lafer ist eine davon. Sie ist gespannt auf den Austausch mit DiätologInnen über deren praktische Erfahrungen: „Im Studium der Humanmedizin konnte das große Themengebiet der Ernährung meiner Meinung nach nicht ausreichend behandelt werden – ich erhoffe mir daher, im Lehrgang das für meine berufliche Tätigkeit notwendige Wissen zu gewinnen.“

    Der Diätologe Dieter Feitek beschreibt seine Motivation zur Lehrgangsteilnahme so: „Das Berufsbild der DiätologInnen hat sich in der letzten Zeit bereits sehr verändert und wird dies auch sicherlich weiterhin tun. In unserem Beruf ist es unumgänglich, immer den aktuellsten Stand der wissenschaftlichen Erkenntnisse zu kennen und diese in eine PatientInnen-gerechte Sprache zu ‚übersetzen’. Um eine ganzheitliche Betreuung anbieten zu können, also Medizin, Ernährung, Bewegung und Psychologie in Einklang zu bringen, ist zudem ein interdisziplinäres Team unumgänglich.“

    Innovatives Kooperationsmodell
    Für Josef Smolle, Rektor der Medizinischen Universität Graz, ist der Lehrgang prägend für das Profil der Universität: „Als Gesundheitsuniversität haben wir das Generalthema Nachhaltige Gesundheitsforschung. Dies fokussiert stark auf Prävention und Lebensqualität – in beiden Bereichen ist die Ernährung ein zentrales Thema.“ Außerdem unterstreicht der Lehrgang die Vorreiterrolle der Med Uni Graz in ihrer Öffnung gegenüber anderen Berufsgruppen: „Praktische Medizin ist berufsgruppenübergreifend – gemeinsame Ausbildungscurricula sind dafür kulturell prägend.“

    Karl Peter Pfeiffer, Rektor der FH JOANNEUM, hebt die Vorteile des innovativen Kooperationsmodells der beiden steirischen Hochschulen hervor: „Der interdisziplinäre Ansatz des Lehrgangs ist in Österreich einzigartig. Die Studierenden bringen ihre eigenen Erfahrungen ein und vertiefen ihr Wissen auf Basis wissenschaftlicher Erkenntnisse, um die Behandlung der Patientinnen und Patienten auf höchstem Niveau zu ermöglichen, und auch um in Hinblick auf die Prävention und Gesundheitsförderung – in einer Gesellschaft, wo ernährungsbedingte Probleme immer gravierender werden – bestens vorbereitet zu sein.“

    Daten und Fakten zu „Angewandte Ernährungsmedizin – Applied Nutrition Medicine“:

    - Start im Sommersemester 2011, nächster Turnus startet im Sommersemester 2013
    - 4 Semester zu 8 Modulen (120 ECTS), am Ende ist eine Master-Arbeit zu verfassen
    - Rund 20 Studienplätze für ausgebildete DiätologInnen bzw. MedizinerInnen
    - Präsenzstudium in Form von geblockten Wochen (4 Wochen an der Medizinischen Universität Graz, 4 Wochen an der FH JOANNEUM in Bad Gleichenberg), ergänzend E-Learning
    - Lehrgangsgebühr: 2.900 Euro pro Semester
    - Abschluss mit dem akademischen Grad „Master of Science in Applied Nutrition Medicine (MSc nutr. med)“


    Weitere Informationen:

    http://www.fh-joanneum.at/nut - Master-Lehrgang "Angewandte Ernährungsmedizin"


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Kooperationen, Studium und Lehre
    Deutsch


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