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09.05.2011 13:14

DAC: Grenzen zwischen erlaubter Schmerzmedizin und aktiver Sterbehilfe

Medizin - Kommunikation Medizinkommunikation
Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften

    Hamburg – Die Therapie mit Morphium und anderen Opioiden ist Standard in der Therapie schwerer Tumorschmerzen. Richtig angewendet ist die Behandlung mit diesen starken Schmerzmitteln sicher und effektiv. Wie Patienten am Lebensende von Anästhesisten und Schmerztherapeuten angemessen begleitet und von Schmerzen befreit werden können, diskutieren Experten der Deutschen Gesellschaft für Anästhesiologie und Intensivmedizin (DGAI) und des Berufsverbands Deutscher Anästhesisten (BDA) auf einer Vorab-Pressekonferenz am 12. Mai 2011 anlässlich des Deutschen Anästhesiecongress DAC 2011 in Hamburg.

    Im letzten Jahr wurde einer Internistin vorgeworfen, krebskranke Patienten durch Morphium getötet zu haben. Vor dem Urteil hatte sie sich selbst durch eine Überdosis Morphium das Leben genommen. Der Prozess berührte die Grenzen zwischen indizierter Schmerztherapie und aktiver Sterbehilfe. Bei der Anklage ging es jedoch nicht um indirekte Sterbehilfe, sondern um aktive Tötung durch Morphium, erläuterte die Pressestelle des Landgerichts Hannover. Denn die Patienten hatten nicht über starke Schmerzen geklagt und insoweit keine Indikation für die Therapie mit Morphium geboten.

    Der Begriff „indirekte Sterbehilfe“ ist nach Ansicht von Professor Dr. med. Michael Zenz aus Bochum, der im Prozess als Gutachter tätig war, im Zusammenhang mit der Morphiumtherapie unzutreffend. Wie schon der Nationale Ethikrat betont hat, gehe es nicht um eine Hilfe zum Sterben, sondern um die Schmerzbehandlung in der Sterbephase. Wie sicher Morphine verglichen mit anderen Schmerzmitteln wie etwa Aspirin oder Paracetamol sind, berichtet Zenz, Sprecher des Arbeitskreises Schmerzmedizin der DGAI, auf der Vorab-Pressekonferenz am 12. Mai 2011 um 11 Uhr im Hotel Radisson Blu anlässlich des DAC 2011. Hier diskutieren Experten der Anästhesie, ob Ärzte juristische Konsequenzen beim Einsatz von Morphinen bedenken müssen und welche Gefahren bei schmerzfreien Patienten bestehen. Thema wird auch die sogenannte palliative Sedierung sein, bei der Patienten starke Beruhigungsmittel erhalten, die das Bewusstsein dämpfen.

    Terminhinweise:

    Vorab-Pressekonferenz anlässlich des DAC 2011
    Zeit: Donnerstag, 12. Mai 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
    Ort: Hotel Radisson Blu, Raum Shanghai, Marseiller Straße 2, 20355 Hamburg

    Vorläufige Themen und Referenten:

    Vitale Grenzsituationen gemeinsam meistern
    Professor Dr. med. Gabriele Nöldge-Schomburg

    Wie gefährlich ist eine Narkose wirklich? – Wie Anästhesie die Patientensicherheit verbessert
    Professor Dr. med. Dr. h. c. Hugo Van Aken
    Professor Dr. med. Walter Schaffartzik

    Leben retten durch richtige Wiederbelebung: Wie hilft das Reanimationsregister Notfalleinsätze zu verbessern?
    Dr. med. Jan-Thorsten Gräsner

    Schmerzen lindern: Brauchen wir Gesetze für die Schmerztherapie in deutschen Krankenhäusern?
    Professor Dr. med. Wolfgang Koppert

    Schmerzfrei am Lebensende: Wie setzen Ärzte Morphium richtig ein?
    Professor Dr. med. Michael Zenz

    Konsequenzen des Ärztemangels für die Anästhesiologie
    Professor Dr. med. Bernd Landauer

    Termine auf dem DAC 2011:

    Sonderveranstaltungen:

    Gemeinsames Handeln im Grenzgebiet zwischen Leben und Tod
    Zeit: 14. Mai 2011, 9.30 bis 11.00 Uhr
    Ort: Raum C, Congress Center Hamburg

    Gemeinsames Handeln im Grenzgebiet zwischen Leben und Tod - Häufige Konflikte im Umfeld von Grenzentscheidungen und ihre Bewältigung
    Zeit: 14. Mai 2011, 11.30 bis 13.00 Uhr
    Ort: Raum C, Congress Center Hamburg

    Der schwere Zwischenfall und seine Folgen
    Zeit: 14. Mai 2011, 14.00 bis 15.30 Uhr
    Ort: Raum A, Congress Center Hamburg

    Pro und Contra Sitzung:
    Durchbruchschmerz beim Nicht-Tumorschmerzpatienten – Brauchen wir die "Rapid Onset Opioids"?
    Zeit: 14. Mai 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
    Ort: Raum 12, Congress Center Hamburg

    BDA-Veranstaltungen:
    Grenzenlos selbstbestimmt? Entscheidungen am Lebensende
    Zeit: 17. Mai 2011, 11.30 bis 13.00 Uhr, 13.30 bis 15.00 Uhr
    Ort: Raum G1, Congress Center Hamburg

    Roundtable Diskussion:
    Der ärztlich assistierte Suizid - ein Modell für Deutschland?
    Es diskutieren: Frank Ulrich Montgomery (Hamburg ); Rolf-Werner Bock (Berlin); Christoph Rehmann-Sutter (Lübeck ); Raymond Voltz (Köln ); Jean-Pierre Wils (Nijmegen)
    Zeit: 17. Mai 2011, 14.30 bis 15.00 Uhr
    Ort: Raum G1, Congress Center Hamburg

    Kontakt für Journalisten:
    Kathrin Gießelmann/Corinna Spirgat
    Pressestelle DGAI/BDA
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Tel.: 0711 8931-981
    Fax: 0711 8931-167
    E-Mail: giesselmann@medizinkommunikation.org
    Internet: http://www.dac2011.de; http://www.dgai.de; http://www.bda.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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