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24.05.2011 09:11

Neuer Professor für Geschichte und Ethik in der Medizin – Interdisziplinäre Zusammenarbeit in Halle

Jens Müller M.A. Medizinische Fakultät / UKH
Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg

    Die Medizinische Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg hat einen neuen Professor für Geschichte und Ethik der Medizin berufen. Professor Dr. Florian Steger tritt die Nachfolge von Professor Josef Neumann an, der in den Ruhestand gegangen ist.

    Mit der historischen Entwicklung der Medizin, aber auch den sittlichen Normen in der Krankenversorgung beschäftigt sich Dr. Florian Steger, der zum Professor für Geschichte und Ethik in der Medizin an der Medizinischen Fakultät der Martin-Luther-Universität Halle-Wittenberg berufen worden ist. Er tritt die Nachfolge von Professor Dr. Josef Neumann, der in den Ruhestand gegangen ist, als Direktor des Instituts für Geschichte und Ethik in der Medizin an. Der 36-Jährige hat sowohl Medizin (Ludwig-Maximilians-Universität München) als auch Klassische Philologie und Geschichte (Universität Würzburg; LMU München) studiert. An Halle habe ihn die interdisziplinäre Zusammenarbeit der einzelnen Fächer gereizt: „Besonders der Masterstudiengang Medizin-Ethik-Recht ist Beispiel gebend.“ Auch wolle er sich in die in Halle etablierte Pietismus- und Aufklärungsforschung verstärkt einbringen.

    Im Bereich der Krankenversorgung möchte Professor Steger am Universitätsklinikum Halle (Saale) die klinische Ethik weiterentwickeln. „Angesichts des Fortschritts in Medizin und Technik stehen Ärzte und Pflege immer wieder vor schwierigen Grenzfragen“, sagt der Professor. Gerade in einer wertepluralen Gesellschaft sei dies eine besondere Herausforderung. „Gemeinsam mit den klinisch tätigen Kollegen möchte ich Antworten auf die Fragen nach gutem Handeln in der Medizin finden.“ Diese Form der Ethikberatung soll – auch in Form von Weiterbildungen für Ärzte und Pflege – intensiviert werden. Als grundlegende Werte in der medizinischen Ethik gelten das Wohlergehen des Patienten, das Verbot zu schaden, die gerechte Mittelverteilung sowie das Recht auf Selbstbestimmung der Patienten. Diese sittlichen Normen sollen allgemein im Gesundheitswesen angewendet werden. Seine Arbeit als Medizinethiker habe damit unmittelbare Relevanz für die Patienten und die allgemeine Krankenversorgung.

    Neben der Aufklärungs- und Pietismusforschung werde er seine Arbeiten auf dem Gebiet „Literatur und Medizin“ fortsetzen. Der Medizinhistoriker beschäftigt sich dabei u. a. mit dem Leben und Werk so genannter Ärzteliteraten. Professor Steger gibt eine eigene Zeitschrift mit dem Schwerpunkt Medizin und Künste („Jahrbuch Literatur und Medizin“) heraus. Er veröffentlichte im vergangenen Jahr neben zahlreichen Aufsätzen u. a. das Kurzlehrbuch „Geschichte, Theorie und Ethik der Medizin“. Er wolle künftig auch an einer Geschichte der Medizinischen Fakultät arbeiten. Bereits für die kommenden Monate sind zwei wissenschaftliche Tagungen geplant, die sich mit medizin- bzw. technikethischen Entwicklungen u. a. in Kooperation mit der Jungen Akademie beschäftigen.

    Zum Lebenslauf: Professor Steger wurde 1974 in Garmisch-Partenkirchen geboren. Nach Abitur am Benediktinergymnasium Ettal und dem Studium von Medizin beziehungsweise Klassischer Philologie und Geschichte (1994-2003) wurde er 2002 mit einer Arbeit über „Asklepiosmedizin. Medizinischer Alltag in der römischen Kaiserzeit“ an der Ruhr-Universität Bochum promoviert. Über die Geschichte und Ethik der Psychiatrie und Psychotherapie im 20. und 21. Jahrhundert habilitierte er sich im Jahr 2008 an der Universität Erlangen-Nürnberg. Ein Jahr später wurde er in die Junge Akademie an der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften und der Deutschen Akademie der Naturforscher Leopoldina berufen. Florian Steger erhielt unter anderem Stipendien der Deutschen Forschungsgemeinschaft, des Freistaates Bayern, des DAAD sowie der Studienstiftung des deutschen Volkes. Er absolvierte mehrere Forschungsaufenthalte im Ausland und ist als Gutachter für zahlreiche internationale Zeitschriften und Institutionen tätig.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Geschichte / Archäologie, Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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