idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Science Video Project
idw-Abo

idw-News App:

AppStore

Google Play Store



Instanz:
Teilen: 
09.06.2011 16:23

Krebs-Immuntherapie: Forscher identifizieren Gene, die Behandlungs-Resistenz verursachen können

Sylvia Kloberdanz Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Wilhelm Sander-Stiftung

    Krebs ist die zweithäufigste Todesursache in Deutschland. Vor allem bei älteren Menschen findet sich in den letzten Jahrzehnten mit der gesteigerten Lebenserwartung eine deutliche Zunahme an Tumorerkrankungen. Die Behandlungsmöglichkeiten für Krebserkrankungen umfassen Chirurgie, Strahlentherapie und Chemotherapie. In den letzten Jahren konnte dieses Arsenal durch die erfolgreiche Einführung sogenannter zielgerichteter Tumormedikamente wie beispielsweise monoklonale Antikörper erweitert werden. Behandlungsstudien am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen haben hierzu wesentlich beigetragen.

    Antikörper sind Eiweißstoffe der körpereigenen Immunabwehr, die bestimmte Strukturen auf der Oberfläche von Bakterien, aber auch kranker oder gesunder Zellen markieren und somit deren Zerstörung durch das Immunsystem einleiten. Heute können sogenannte monoklonale Antikörper durch gentechnologische Verfahren zum Einsatz bei der Behandlung von Krankheiten zielgenau hergestellt werden, dass sie von dem eigenen Immunsystem des Patienten nicht mehr als fremd erkannt und somit weitgehend ohne Nebenwirkungen verabreicht werden können. Dieser medizinische Fortschritt hat die Behandlung von Patienten mit verschiedenen Tumorerkrankungen, wie Lungen-, Brust-, Darmkrebs oder malignen Lymphomen, wirksamer und verträglicher gemacht.

    Leider spricht eine große Gruppe von Krebspatienten nicht auf die Behandlung mit Antikörpern an. In einem von der Wilhelm Sander-Stiftung geförderten Forschungsprojekt sucht die Arbeitgruppe um Professor Dr. Martin Schuler am Westdeutschen Tumorzentrum des Universitätsklinikums Essen nach Ursachen für das Versagen oder den Wirkungsverlust von Antikörpertherapien. Mit Hilfe neuer Verfahren haben die Forscher eine Reihe von Genen identifiziert, die für die Unempfindlichkeit von Krebszellen gegenüber Antikörpern verantwortlich sein könnten. In verschiedenen Versuchen gelang es dem Team um Professor Schuler, Strategien zu entwickeln, wie diese Resistenz durch gezielte Behandlungen überwunden werden kann. In Zusammenarbeit mit dem Institut für Pathologie und Neuropathologie des Universitätsklinikums Essen untersuchen die Forscher anhand vorhandener Tumorproben zusätzlich, ob sich anhand der identifizierten Genveränderungen das Therapieansprechen und der Krankheitsverlauf der jeweiligen Patienten vorhersagen lässt.

    Die im Laborexperiment und in den Untersuchungen der Tumorproben entwickelten neuen Therapieverfahren sollen nun im Rahmen wissenschaftlicher Behandlungsstudien am Westdeutschen Tumorzentrum überprüft werden. Ziel ist es, die Wirkung immunologischen Behandlungsmethoden für Krebspatienten zu verbessern.

    Die Wilhelm Sander-Stiftung fördert die Fortsetzung dieses Forschungsprojekt mit rund 200.000 Euro, nachdem bislang bereits über 320.000 Euro Fördermittel geflossen sind.
    Stiftungszweck der Stiftung ist die medizinische Forschung, insbesondere Projekte im Rahmen der Krebsbekämpfung. Seit Gründung der Stiftung wurden insgesamt über 190 Mio. Euro für die Forschungsförderung in Deutschland und der Schweiz bewilligt. Die Stiftung geht aus dem Nachlass des gleichnamigen Unternehmers hervor, der 1973 verstorben ist.

    Kontakt
    Prof. Dr. Martin Schuler,
    Westdeutsches Tumorzentrum, Universitätsklinikum Essen
    Tel.: +49 (201) – 723 2000,
    E-Mail: martin.schuler@uk-essen.de
    Homepage: www.uni-essen.de/tumorforschung/

    Weitere Informationen zur Stiftung: http://www.wilhelm-sander-stiftung.de/


    Bilder

    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


     

    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).