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10.06.2011 15:57

Ausstellung: Patientenbriefe der Sammlung Prinzhorn

Marietta Fuhrmann-Koch Kommunikation und Marketing
Ruprecht-Karls-Universität Heidelberg

    Briefe von Psychiatriepatienten aus der Sammlung Prinzhorn zeigt eine Ausstellung in der Heidelberger Peterskirche, die am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg konzipiert wurde. Zusammengestellt wurden rund 45 Dokumente, die zwischen 1880 und 1920 entstanden sind und zum größten Teil noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Die Ausstellung mit dem Titel „Vor allen Dingen bitte ich, mich doch ja nicht zu vergessen“ bietet vom 19. Juni bis 24. Juli 2011 ungewöhnliche Einsichten in das streng reglementierte Anstaltsleben um 1900. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 19. Juni 2011, mit einem Universitätsgottesdienst.

    Pressemitteilung
    Heidelberg, 10. Juni 2011

    Ausstellung: Patientenbriefe der Sammlung Prinzhorn
    Weitgehend noch nie gezeigte Dokumente aus Psychiatrieanstalten werden in der Heidelberger Peterskirche gezeigt

    Briefe von Psychiatriepatienten aus der Sammlung Prinzhorn zeigt eine Ausstellung in der Heidelberger Peterskirche, die am Germanistischen Seminar der Universität Heidelberg konzipiert wurde. Zusammengestellt wurden rund 45 Dokumente, die zwischen 1880 und 1920 entstanden sind und zum größten Teil noch nie in der Öffentlichkeit gezeigt wurden. Die Ausstellung mit dem Titel „Vor allen Dingen bitte ich, mich doch ja nicht zu vergessen“ bietet vom 19. Juni bis 24. Juli 2011 ungewöhnliche Einsichten in das streng reglementierte Anstaltsleben um 1900. Eröffnet wird die Ausstellung am Sonntag, 19. Juni 2011, mit einem Universitätsgottesdienst: Prof. Dr. Johannes Eurich von der Theologischen Fakultät der Ruperto Carola wird eine Predigt zum Thema „Weisheit im Leiden“ halten, die Liturgie feiert Dr. Hans-Georg Ulrichs, Pfarrer der Evangelischen Universitäts- und Studierendengemeinde. Der Gottesdienst beginnt um 10 Uhr.

    In den 1920er Jahren begann der Kunsthistoriker und Arzt Hans Prinzhorn (1886 bis 1933), künstlerische Zeugnisse aus psychiatrischen Kliniken zusammenzutragen. Daraus entstand die mittlerweile international bekannte Sammlung Prinzhorn mit einem eigenen Museum in Heidelberg. Die Krankenakten, die Hans Prinzhorn zugingen, enthielten auch persönliche Briefe der Patienten, die ihre Adressaten nie erreichten. „In ihnen werden die alltäglichen Nöte, Wünsche und Bedürfnisse der Patienten deutlich, so zum Beispiel der Mangel an Lebens- und Genussmitteln oder unwürdige Behandlungsmethoden. Aber auch Themen wie Religion und Sexualität werden angesprochen“, erläutert Prof. Dr. Karin Tebben vom Germanistischen Seminar. Gerichtet sind die Briefe an die Familie oder an Obrigkeiten. Neben Bitt- und Liebesbriefen finden sich auch Drohbriefe und alarmierende Hilferufe. Jeder Einzelne verfolgt unterschiedliche Strategien der Bewältigung seiner Situation. Gemeinsames Kennzeichen, so die Heidelberger Wissenschaftlerin, „ist aber der Drang nach Freiheit und Unabhängigkeit und die inständige Bitte, als sozial Ausgeschlossene in der Anstalt nicht vergessen zu werden“.

    Konzipiert wurde die Ausstellung am Germanistischen Seminar im Rahmen eines interdisziplinären Forschungsprojekts über „Briefe der Sammlung Prinzhorn“ unter der Leitung von Prof. Tebben, an dem Studierende der Ruperto Carola mitgewirkt haben. Die Peterskirche als Ort der Präsentation wurde von den Organisatoren der Ausstellung bewusst gewählt, „um den zum Teil sehr persönlichen Briefen einen schützenden Raum zu bieten und den nötigen Respekt gegenüber den privaten Einzelschicksalen zu wahren“, so die Heidelberger Wissenschaftlerin.

    Die Ausstellung ist in der Peterskirche, Plöck 70, vom 19. Juni bis 24. Juli 2011 zu sehen. Öffnungszeiten: Montag bis Freitag von 11.00 bis 17.00 Uhr und Samstag von 11.00 bis 14.00 Uhr. Zur Ausstellung erscheint ein Begleitheft. Weitere Informationen können im Internet unter www.gs.uni-heidelberg.de abgerufen werden.

    Hinweis an die Redaktionen:
    Digitales Bildmaterial ist in der Pressestelle erhältlich.

    Kontakt:
    Simona Hurst, Bastian Blakowski
    Germanistisches Seminar
    s.hurst@stud.uni-heidelberg.de, blakowski@stud.uni-heidelberg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin, Psychologie, Sprache / Literatur
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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