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15.06.2011 11:08

Ablation von Vorhofflimmern: Bringt die Integration bildgebender Verfahren einen Vorteil?

Pierre König Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsche Herzstiftung e.V./Deutsche Stiftung für Herzforschung

    Best Abstract-Preis der Gertrud-Spitz-Stiftung verliehen

    Die Deutsche Stiftung für Herzforschung (DSHF) und die Deutsche Gesellschaft für Kardiologie – Herz- und Kreislaufforschung (DGK) haben den diesjährigen Best Abstract-Preis der Gertrud-Spitz-Stiftung für eine Arbeit* verliehen, die sich mit bildgebenden Verfahren bei der Ablation von Vorhofflimmern beschäftigt. Den mit 2 500 Euro dotierten Preis erhielt Dr. med. Frank Gindele, Klinik für Kardiologie und Intensivmedizin vom Vivantes Klinikum am Urban in Berlin, während des Mannheimer DGK-Kongresses.

    Vorhofflimmern ist die häufigste Herzrhythmusstörung. Im Lauf der letzten Jahre ist die Behandlung mit Katheterablation immer wichtiger geworden. Durch Hochfrequenzstrom oder Kälte werden Herzzellen gezielt verödet, damit Vorhofflimmern nicht mehr entstehen kann. Heute werden zur besseren anatomischen Orientierung in dem vom Vorhofflimmern häufig betroffenen linken Vorhof und zur Verringerung der Strahlenbelastung des Patienten und des behandelnden Arztes 3D-Kartografiesysteme (auch: 3D-Mapping-Systeme) eingesetzt. Dadurch lässt sich der Vorhof des Herzens dreidimensional rekonstruieren. Seit einigen Jahren gibt es die Möglichkeit, zusätzlich zu diesen Systemen weitere Bilddaten (CT, MRT, Ultraschall) anzuwenden und diese in die dreidimensionale Darstellung des linken Vorhofs zu integrieren. Ziel dieser Bildintegration sollte es sein, die anatomische Genauigkeit der Darstellung des linken Vorhofs zu verbessern und somit auch die Erfolgsrate der Ablation zu erhöhen.

    Kein Vorteil durch Integration weiterer bildgebender Verfahren
    Ziel der Untersuchung war, eine Aussage bezüglich der Effektivität dieser Methode der Integration von bildgebenden Verfahren aus den Daten des Deutschen Ablationsregisters zu gewinnen, in das seit 2008 mehr als 20 000 Patienten eingeschlossen wurden. Das Register ist eines der größten Ablationsregister weltweit. Dr. Gindele konnte zur Untersuchung der Fragestellung insgesamt 3 490 Ablationen heranziehen. „Eine routinemäßige Verwendung und Integration bildgebender Verfahren im Rahmen der Katheterablation von Vorhofflimmern – vor allem der Integration von CT-Daten – ist nicht sinnvoll“, lautet das Fazit der Untersuchungen von Dr. Gindele. „Neben einer kontrovers zu diskutierenden Verringerung der Strahlenbelastung zeigt sich nach Auswertung der zugrunde gelegten Daten kein Vorteil für die Methode gegenüber der konventionellen 3D-Kartografie.“ Eine Integration zusätzlicher Bilddaten kann eine höhere anatomische Präzision vortäuschen, weshalb vor allem bei weniger Geübten die Gefahr bestehe, dass ein vermeintliches Gefühl der Sicherheit zu Fehlern und Komplikationen führen kann.

    * F. Gindele, S. Heiderfazel, J. Brachmann, K.-H. Kuck, B. Schumacher, J. Tebbenjohanns, M. Horack, J. Senges, D. Andresen, Ablation von Vorhofflimmern: Bringt die Integration bildgebender Verfahren einen Vorteil?


    Weitere Informationen:

    http://www.dshf.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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