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22.06.2011 15:50

UDE: Sieben Jungforscher bei Nobelpreisträgertagung

Ulrike Bohnsack Pressestelle
Universität Duisburg-Essen

    Lindau im Sommer ist eine Reise Wert – finden nicht nur Touristen. Auch Nobelpreisträger zieht es seit 1951 zum alljährlichen Gedankenaustausch in das beschauliche Städtchen am Bodensee. In diesem Jahr treffen sich die klugen Köpfe gleich in zwei Disziplinen – Physiologie/Medizin und Wirtschaftswissenschaften –, und wie immer dürfen ausgewählte Talente aus aller Welt dabei sein. Gleich sieben Jungforscher der Universität Duisburg-Essen (UDE) gehören dazu.

    Um komplizierte Vorgänge in Zell- und Nervensystemen geht es beispielsweise, wenn sich Ende Juni für eine Woche Laureaten aus Chemie, Physiologie und Medizin in Lindau einfinden. 24 Nobelpreisträger haben zugesagt – sie werden von 570 geladenen Studenten, Doktoranden und Post-Docs aus 80 Ländern erwartet. Ähnlich sieht‘s beim Stelldichein der Ökonomen Ende August aus. Hier treffen 22 Stars der Wissenschaft auf 370, die es vielleicht mal werden könnten.

    Die sieben Nominierten der UDE gehören zu einem erlesenen Kreis, bestätigt das Kuratorium für die Tagungen der Nobelpreisträger und liefert dazu eine eindrucksvolle Zahl: „Für beide Meetings gab es an die 26.000 Bewerber aus aller Welt.“ Wer es zum Gipfeltreffen in Lindau schaffen will, braucht Empfehlungsschreiben, muss mit herausragenden Leistungen aufwarten können und ein aufwändiges Auswahlverfahren überstehen.

    Dabei sein werden Juniorprofessor Christian Stockmann (Physiologie), die Doktoranden Joscha Beckmann (Makroökonomie), Markus Hollmann (Umweltanalytik) und Ann-Kathrin Prior (Ostasienwissenschaften) sowie die Post-Docs Dr. Stefan Kasper (Tumorforschung), Dr. Anna Kovtun (Anorganische Chemie) und Dr. Melissa Meyer zu Hörste (Augenheilkunde/Molekularbiologie). Sie werden in Lindau Vorträge hören, in kleinen Runden aktuelle Themen diskutieren, Ideen mit Kollegen austauschen und wertvolle Kontakte knüpfen – wenn’s geht auch zu Nobelpreisträgern.

    Die geschlossene Gesellschaft gewährt übrigens Einblick in ihr Tun über den Live-Stream auf http://www.lindau-nobel.de.

    Die Lindau-Nominierten (in alphabetischer Reihenfolge):

    Joscha Beckmann: Der 32-Jährige ist Doktorand und Mitarbeiter am Lehrstuhl für Volkswirtschaftslehre, Schwerpunkt Makroökonomie. Er beschäftigt sich mit der empirischen Modellierung von Finanzmärkten, insbesondere von Wechselkursen. Ziel solcher Analysen ist es, fundamentale Einflussfaktoren zu bestimmen und Risiken vorzubeugen.

    Markus Hollmann: Der 28-Jährige Diplom-Chemiker ist Doktorand und Mitarbeiter am Institut für Umweltanalytik. Er forscht zu einem besonderen Bereich der Krebsentstehung. Hollmann versucht herauszufinden, wie sich (Schwer-)Metalle auf den „Oxidativen Stress“ auswirken und in welcher chemischen Form diese Metalle in Tumorgewebe vorkommen.

    Dr. Stefan Kasper: Der 33-jährige Facharzt für Innere Medizin erforscht am Westdeutschen Tumorzentrum (WTZ) die biologischen Grundlagen für „personalisierte“ Krebsbehandlungen. So hat er u.a. in verschiedenen experimentellen Tumormodellen gezielte Kombinationstherapien für Patienten mit Dickdarmkrebs entwickelt und erprobt, wenn bei ihnen Antikörperbehandlungen nicht anschlugen.

    Dr. Anna Kovtun: Die 27-Jährige forscht als Post-Doktorandin in der Anorganischen Chemie. Sie beschäftigt sich mit speziellen biokompatiblen Nanopartikeln, mit deren Hilfe Nukleinsäuren (DNA und RNA) in die Zellen gebracht werden können. Diese Methode könnte einmal wichtig für die Gen-Therapie werden.

    Dr. Melissa Meyer zu Hörste: Die 29-Jährige ist Assistenzärztin in der Augenklinik des Uniklinikums und Mitarbeiterin am Institut für Molekularbiologie. Sie will herausfinden, wie es zur „Endokrinen Orbitopathie (EO)“ kommt, um neue Therapien zu entwickeln. Die EO ist eine entzündliche Autoimmunerkrankung der Augenhöhle, die meist mit einer Schilddrüsenerkrankung einhergeht.

    Ann-Kathrin Prior: Die 28-Jährige hat zwei Abschlüsse – in Internationaler BWL (Diplom) und Sinologie (B.A.) – und ist Doktorandin im Graduiertenkolleg „Risk an East Asia“. Sie interessiert sich vor allem dafür, wie China das Finanzsystem in ländlichen Gebieten modernisiert.

    Prof. Dr. Christian Stockmann: Der 33-Jährige Mediziner kehrte vor zwei Jahren Amerika den Rücken, um Juniorprofessor für Molekulare Physiologie an der UDE zu werden. Er leitet eine Arbeitsgruppe, die sich mit der Gefäßneubildung bei Krebserkrankungen oder chronisch entzündlichen Erkrankungen befasst. Es geht vor alle um die Frage, welchen Einfluss die Zellen des angeborenen Immunsystems auf die Gefäß-Neubildung haben.

    Redaktion: Ulrike Bohnsack, Tel. 0203/379-2429


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Chemie, Medizin, Wirtschaft
    regional
    Personalia, Wettbewerbe / Auszeichnungen
    Deutsch


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