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12.07.2011 11:52

Ultraschall nicht immer notwendig - Neue Beurteilungsstandards bei Staphylokokkeninfektion

Christoph Wanko Stabsstelle Kommunikation
Uniklinik Köln

    Blutstrominfektionen mit dem Erreger Staphylococcus aureus können die Zerstörung
    der Herzklappen zur Folge haben. Bislang ist eine Ultraschalluntersuchung über
    die Speiseröhre (Schluckecho) notwendig, um eine Herzklappenbeteiligung
    auszuschließen. Ein internationales Team um Wissenschaftler der Uniklinik Köln
    zeigt in einer jetzt veröffentlichten Studie, wann Patienten diese aufwändige
    Untersuchung erspart werden kann.

    Die Zahl der Infektionen mit dem Bakterium Staphylococcus aureus steigt seit
    Jahren kontinuierlich an. Wenn es durch eine Blutvergiftung zum Versagen
    mehrerer Organe kommt, enden sie tödlich. An der Uniklinik Köln wird die
    klinische Forschung zu diesem Erreger vorangetrieben: In einer kürzlich in der
    Fachzeitschrift „Clinical Infectious Diseases“ publizierten Studie, setzt die
    Arbeitsgruppe um Dr. Achim Kaasch und Prof. Harald Seifert vom Institut für
    Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene neue Standards im Management
    von Staphylokokkeninfektionen.

    “Gegenwärtige Empfehlungen infektiologischer Fachgesellschaften sehen vor, bei
    allen Patienten mit Staphylococcus aureus-Blutstrominfektion eine
    transösophageale Ultraschalluntersuchung des Herzens durchzuführen“, erläutert
    Dr. Kaasch. Dabei muss der Patient einen Schlauch – die Ultraschallsonde –
    schlucken, um zu klären, ob die Bakterien sich an den Herzklappen angesiedelt
    haben, eine typische Komplikation dieser schweren Infektion. „Diese
    Untersuchung ist jedoch aufwändig, teuer und für den Patienten höchst
    unangenehm. Dem Kliniker wird jetzt ein einfaches Hilfsmittel an die Hand
    gegeben, um eine fundierte Entscheidung über die Notwendigkeit einer solchen
    Untersuchung zu treffen“, erläutert Dr. Kaasch.

    In der Studie wurde untersucht, ob ein Schluckecho bei allen Patienten mit
    Staphylococcus aureus-Blutstrominfektion zum Einsatz kommen muss. Die Forscher
    aus Köln, Freiburg und den USA konnten anhand einfacher klinischer Kriterien
    Patienten identifizieren, die nicht von dieser Untersuchung profitieren.
    Beispielsweise ist ein Schluckecho bei Patienten in der Regel nicht notwendig,
    wenn kein Herzschrittmacher und keine künstliche Herzklappe vorliegen und das
    Bakterium nur kurzzeitig im Blut nachgewiesen werden konnte. Dadurch kann etwa
    einem Drittel der Patienten diese Untersuchung erspart werden.

    Die Studie wurde durch Mittel der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der
    Paul-Ehrlich-Gesellschaft, des Bundesministeriums für Bildung und Forschung und
    den National Institutes of Health ermöglicht.

    Publikation:
    A.J. Kaasch, V.G. Fowler Jr., S. Rieg, G. Peyerl-Hoffmann, H. Birkholz, M.
    Hellmich, W.V. Kern, H. Seifert. Use of a Simple Criteria Set for Guiding
    Echocardiography in Nosocomial Staphylococcus aureus Bacteremia. Clin. Infect.
    Dis. 2011: 53:1-9


    Für Rückfragen:

    Dr. Achim Kaasch
    Institut für Medizinische Mikrobiologie, Immunologie und Hygiene
    Uniklinik Köln
    Telefon: 0221 478-32022
    E-Mail: achim.kaasch@uk-koeln.de

    Christoph Wanko
    Pressesprecher
    Uniklinik Köln
    Telefon: 0221 478-88757
    E-Mail: pressestelle@uk-koeln.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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