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26.07.2011 14:35

EHEC/HUS O104:H4 – Der Ausbruch wird als beendet betrachtet

Günther Dettweiler Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Robert Koch-Institut

    In den letzten Wochen wurden dem Robert Koch-Institut (RKI) nur noch vereinzelt Erkrankungen an EHEC/HUS übermittelt, die durch den Ausbruch bedingt waren. Der letzte Erkrankungsbeginn, der dem Ausbruch zuzuordnen ist, wurde für den 4.7.2011 übermittelt und liegt damit drei Wochen zurück. Nachdem dem RKI nun seit diesem Zeitpunkt kein neuer Erkrankungsfall bekannt geworden ist, der mit dem Ausbruch in Zusammenhang steht, betrachtet das RKI den Ausbruch als beendet. Die drei Wochen berücksichtigen die Inkubationszeit, die Zeit für die Diagnosestellung sowie die Zeit für die Übermittlung eines Falls. „Damit ist der größte EHEC-Ausbruch in Deutschland beendet“, so Reinhard Burger, Präsident des RKI. „Meine Anerkennung gilt den vielen Beteiligten, die zur Aufklärung des Geschehens beigetragen und bei der Versorgung der Patienten so großartige Arbeit geleistet haben“.

    Die intensivierte Überwachung (Surveillance) von EHEC O104:H4 wird noch fortgesetzt. Auch nach dem Ende des Ausbruchs sollen etwaige Erkrankungen durch Infektion mit EHEC O104:H4 intensiv nachverfolgt und zeitnah dem RKI übermittelt werden. Das RKI bittet Ärztinnen und Ärzte in Praxen und Kliniken weiterhin, bei Patienten mit blutiger Diarrhö an die Möglichkeit einer EHEC-Infektion zu denken und eine Diagnostik zum Nachweis des Erregers zu veranlassen.

    Auch nach Beendigung des Ausbruchs sind weiterhin mehr Meldungen über EHEC-Infektionen zu erwarten als in vergleichbaren Vorjahreszeiträumen. Gründe hierfür sind die erhöhte Aufmerksamkeit für EHEC/HUS und eine vermehrt durchgeführte Diagnostik. Dabei ist es möglich, dass auch nach Ausbruchsende noch einzelne Infektionsfälle mit dem Ausbruchsstamm auftreten. Diese Infektionen können durch Ausscheider übertragen werden, auch wenn diese keine Symptome (mehr) haben. Die Übertragung kann direkt von Mensch zu Mensch (Schmierinfektion) oder durch Lebensmittel erfolgen, die von Ausscheidern kontaminiert wurden. Es gilt deshalb weiterhin der nachdrückliche Hinweis auf die Bedeutung einer konsequenten Einhaltung persönlicher hygienischer und lebensmittelhygienischer Maßnahmen.

    Im Verlauf des Ausbruchsgeschehens wurden dem RKI insgesamt 4321 Fälle gemeldet, davon 3469 EHEC-Fälle und 852 HUS-Fälle. Insgesamt 50 Patienten sind gestorben, darunter 18 EHEC-Erkrankte und 32 HUS-Patienten (Stand 25.7.2011; 10:00 Uhr). Nach Angaben des European Centre for Disease Prevention and Control waren durch den Ausbruch in der Europäischen Union außerhalb Deutschlands 76 EHEC-Fälle mit einem Todesfall und 49 HUS-Fälle aufgetreten (Stand 22.7.2011).

    Nach Beendigung des Ausbruchs wird das Lagezentrum, das für das Management des Ausbruchs am 23. Mai 2011 im RKI eingerichtet worden war, geschlossen. Auch die Lageberichterstattung, mit dem aktuellen Sachstand auf den Internetseiten des RKI, erfolgt von nun an nicht mehr täglich sondern bedarfsabhängig. Das Robert Koch-Institut ist - wie sonst auch - über die infektionsepidemiologische Rufbereitschaft ständig erreichbar. Informationen zum Erreger, zum Verlauf des Ausbruchs und wissenschaftliche Veröffentlichungen über den Ausbruch finden sich auf den Internetseiten des RKI: www.rki.de. Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) informiert über die Maßnahmen zur Händehygiene (www.bzga.de), das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) über Hygienemaßnahmen beim Umgang mit Lebensmitteln: www.bfr.bund.de.

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    Herausgeber:
    Robert Koch-Institut
    Nordufer 20
    D-13353 Berlin
    www.rki.de

    Das Robert Koch-Institut ist ein Bundesinstitut im Geschäftsbereich des Bundesministeriums für Gesundheit

    Pressestelle RKI:
    Susanne Glasmacher (Pressesprecherin)
    Günther Dettweiler
    (stellv. Pressesprecher)
    Judith Petschelt
    Heidi Golisch

    Kontakt
    Tel.: 030-18754-2239, -2562 und -2286
    Fax: 030-18754 2265
    E-Mail: presse@rki.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Forschungsergebnisse
    Deutsch


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