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01.08.2011 15:57

Wie Blutflussveränderungen und Demenz zusammenhängen

Katrin Weigmann Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen e.V. (DZNE)

    Dr. Gabor Petzold beginnt seine Arbeit als Forschungsgruppenleiter am DZNE und als Oberarzt am Universitätsklinikum Bonn

    Bluthochdruck ist ein typischer Risikofaktor für Demenzerkrankungen. Warum ist das so? Wie hängen Blutfluss und Demenz zusammen? Diese Fragen untersucht Dr. Gabor Petzold nun am Deutschen Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE) in Bonn. Gleichzeitig ist er Oberarzt in der Klinik für Neurologie, wo er für die Sprechstunde für Gefäßerkrankungen verantwortlich sein wird.

    Jede Gehirnaktivität verbraucht Sauerstoff, der durch das Blut ins Gehirn gelangt. Der Blutfluss ist dabei genau reguliert – sobald in einer Hirnregion die Aktivität steigt, wird genau dieser Bereich stärker durchblutet. Ist die Regulation des Blutflusses gestört, kann das zu einer vaskulären Demenz führen – einer Erkrankung, die vor allem durch eine Verlangsamung der geistigen Aktivitäten gekennzeichnet ist. Aber auch bei anderen Demenzerkrankungen besteht ein Zusammenhang zwischen Hirndurchblutung und dem Verlauf der Erkrankung. Petzold untersucht diese Zusammenhänge bei vaskulären Demenzen, der angeborenen Gefäßerkrankung CADASIL, beim Auftreten von Demenz nach einem Schlaganfall und bei der Alzheimer-Erkrankung.

    Über die zellulären und molekularen Grundlagen der Blutflussregulation durch neuronale Aktivität ist – auch dank der Forschungsarbeiten von Petzold – einiges bekannt. Hier spielen Astrozyten eine wichtige Rolle. Diese Zellen umhüllen die Blutgefäße und stehen mit den Synapsen in Kontakt. Sie reagieren auf synaptische Aktivität und geben das Signal an die Blutgefäße weiter. Bei Alzheimer ist möglicherweise dieser Signalweg – und damit die Blutflussregulation – gestört. Auch wenn die Ursache für Alzheimer in Proteinablagerungen im Gehirn gesehen wird, vermutet man, dass eine Störung des Blutflusses den Krankheitsverlauf beschleunigt. Untersuchungen haben ergeben, dass Hirndurchblutungsstörungen schon früh eintreten, bevor sich die Symptome der Krankheit manifestieren. Ein rechtzeitiges Eingreifen könnte den Krankheitsverlauf demnach verzögern.

    Die genauen molekularen Ursachen der vaskulären Demenz oder der demenziellen Folgen von Schlaganfallerkrankungen kennt man noch nicht. Mithilfe hochentwickelter bildgebender in vivo Technologien wollen die Forscher um Petzold in verschiedenen Modellen nun die Krankheiten genauer untersuchen und erste Hinweise auf potentielle Behandlungsmöglichkeiten bekommen. Ein weiteres Ziel der Arbeitsgruppe besteht darin, möglichst rasch aus den experimentell gewonnenen Erkenntnissen neue klinische Therapien und Diagnosemöglichkeiten zu entwickeln.

    Petzold hat seinen Facharzt in Neurologie an der Charité Universitätsmedizin Berlin gemacht. Von 2005 bis 2008 war er an der Harvard University in Cambridge, Massachusetts in der Forschung tätig und kehrte dann an die Charité zurück, wo er als Arzt tätig war. In Bonn wird Petzold sich nun wieder stärker der Forschung widmen und in seiner Doppelfunktion als Arzt und Wissenschaftler die Brücke zwischen Labor und Patientenversorgung schlagen.

    Kontaktinformation:
    Dr. Gabor Petzold
    Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
    Biomedizinisches Zentrum (BMZ), UKB
    Sigmund-Freud-Str. 25
    53127 Bonn
    Tel: 0228 287 51606
    Email: gabor.petzold@dzne.de

    Dr. Katrin Weigmann
    Deutsches Zentrum für Neurodegenerative Erkrankungen (DZNE)
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
    Holbeinstraße 13-15
    53175 Bonn
    Tel: 0228 43302 263
    Mobil: 0173 - 5471350
    Email: katrin.weigmann@dzne.de


    Weitere Informationen:

    http://www.dzne.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte, Personalia
    Deutsch


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