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14.08.2011 14:00

Dem Schmerz die Bedeutung nehmen

Constanze Steinke Pressearbeit
Ernst-Moritz-Arndt-Universität Greifswald

    Seit einem Jahr kann Schmerzpatienten in einer Tagesklinik gezielter geholfen werden

    Vor einem Jahr wurde in der Universitäts- und Hansestadt Greifswald eine Tagesklinik speziell für Menschen mit chronischen Schmerzen eröffnet. „Das Angebot wird sehr gut angenommen. Wir konnten mit der Tagesklinik eine wichtige Versorgungslücke in der Schmerztherapie schließen“, sagte der Ärztliche Direktor und Vorstandsvorsitzende der Universitätsmedizin, Prof. Marek Zygmunt. „Insgesamt sind im ersten Jahr in der Tagesklinik mit zehn Plätzen 179 Patienten ausführlich untersucht worden, von denen 105 eine Therapie durchlaufen haben“, informierte die Leiterin, Oberärztin Dr. Stefani Adler.

    Die älteste Patientin war 86 Jahre alt, die Jüngste 24 Jahre, 71 Frauen und 34 Männer gehörten zu den ersten, die die neuen Therapiemöglichkeiten in Anspruch genommen haben. 71 Patienten sind in den Basisgruppen bereut worden, 34 Senioren in altersgerechten Gruppen. Während sich die Basisgruppen in der Woche täglich treffen, kommen die Seniorengruppen über einen längeren Zeitraum von acht Wochen zweimal wöchentlich zusammen. Etwa 60 Prozent der Patienten haben Rückenschmerzen, weitere Krankheitsbilder waren Kopfschmerzen, Nervenschmerzen und Gelenkschmerzen.

    „Wir nehmen die Sorgen und Ängste der Patienten sehr ernst und versuchen gemeinsam, individuelle Wege aus dem von Schmerz bestimmten Leben zu finden. Dafür bieten wir je nach Interessenslage ein Vielzahl an therapeutischen Konzepten an, so die Arbeit mit Farben, Musik, Klängen, aber auch asiatische Entspannungstechniken wie Qi Gong oder Tai Chi sowie Ergotherapie und Gespräche. Mit großer Begeisterung werden vor allem Holzspielzeuge für die Kinderklinik hergestellt und auch persönlich übergeben. In der Form ist die Greifswalder Einrichtung einzigartig in Mecklenburg-Vorpommern. Unser Ansatz, dem Schmerz die Bedeutung zu nehmen, andere und neue Schwerpunkte zu setzen und die Lebensqualität schrittweise wieder zu verbessern, geht für die meisten Patienten auf“, zieht Adler nach einem Jahr eine positive Bilanz.
    Rund fünf Millionen Menschen in Deutschland leiden an starken chronischen Schmerzen. Im Gegensatz zum akuten Schmerz hat der chronische Schmerz seine sinnvolle Alarmfunktion verloren. Der Schmerz wird zum eigenständigen Krankheitsbild, bei dem neben körperlichen Störungen auch psychische und soziale Veränderungen zu einem hohen Leidensdruck und schwerwiegender Beeinträchtigung im Alltag führen. In Greifswald können sich Patienten an die Schmerzambulanz oder die Schmerztagesklinik wenden. Darüber hinaus verfügt die Universitätsmedizin über Experten in der stationären Schmerztherapie.

    Termine und Beratung für Schmerzpatienten - Telefon 03834-86 22 127

    Universitätsmedizin Greifswald
    Klinik und Poliklinik für Anästhesiologie und Intensivmedizin
    Direktor: Prof. med. Michael Wendt
    Schmerztagesklinik
    Leiterin: Dr. med. Stefani Adler
    Wollweberstraße 1, 17475 Greifswald
    T +49 3834 86-22 127
    E sadler@uni-greifswald.de
    http://www.medizin.uni-greifswald.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Organisatorisches
    Deutsch


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