idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
22.08.2011 10:42

Kompaktere Prüfungen im Medizinstudium

Verena Wirwohl Geschäftsstelle des MFT
Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland

    Medizinischer Fakultätentag fordert Reform der mündlichen Prüfungen

    Praktisch-mündliche Prüfungen des Medizinstudiums sollen kompakter werden. Diese Forderung hat der MFT Medizinische Fakultätentag in einer Resolution erhoben. "Mit dieser Empfehlung zur Änderung der Approbationsordnung setzen wir uns für bessere Prüfungsbedingungen ein", erklärt Professor Dr. Dieter Bitter-Suermann, MFT-Präsident. Denn eine Überlastung der Studierenden senke die hohe Qualität des Studiums und mache die Ergebnisse der Prüfungen unter Umständen angreifbar. Untersuchungen zeigten, dass Noten mit längeren Prüfungszeiten nicht verbessert werden, da die Leistungsfähigkeit der Studierenden nachlasse.

    Mit der Einführung der neuen Ärztlichen Approbationsordnung (ÄAppO) zum Wintersemester 2003/2004 sind gravierende Änderungen bezüglich Ablauf, Inhalt und Anzahl der Prüfungen sowie der Zusammensetzungen der Prüfungskommissionen einhergegangen. So enthält der Erste Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M1) einen neu strukturierten mündlich-praktischen Teil. Dadurch werden die Fächer Anatomie, Biochemie/Molekularbiologie und Physiologie gemeinsam geprüft. Die festgeschriebenen Zeiten von mindestens 45 Minuten je Prüfling ergeben eine reine Prüfungszeit von drei bis vier Stunden bei vier Studierenden. Da vorher zusätzlich noch eine praktische Aufgabe gestellt werden kann und sich an die Prüfung ein Notenfindungsprozedere sowie das Verfassen der Niederschrift anschließen, liegt der gesamte Zeitaufwand deutlich höher.

    Im Zweiten Abschnitt der Ärztlichen Prüfung (M2) erstreckt sich der praktisch-mündliche Teil über zwei Tage. Die Prüfer aus den Fächern Innere Medizin und Chirurgie und des Wahlfachs müssen an beiden Tagen identisch und somit anwesend sein. Die insgesamt angestiegenen zeitlichen und personellen Vorgaben führen zu einer enormen Belastung aller Beteiligten. Es droht die Gefahr, dass Kommissionen aus Ressourcengründen mit Prüfern besetzt werden müssen, die über geringere pädagogische und fachliche Eignung verfügen. Bedingt durch die Anwesenheitspflicht der gesamten Prüfungskommission während beider M2-Prüfungstage, ist an den meisten Standorten das Prüfergremium auf Oberärzte und Fachärzte auch außerhalb der Universitäten ausgedehnt worden. Hier kann eine Ungleichbehandlung der Prüflinge stattfinden.

    Prüfungszeiten auf Lehrleistungen anrechnen

    "Wir schlagen dem Bundesgesetzgeber vor, die mündlichen Prüfungszeiten zu reduzieren und den klinische Prüfungsteil auf einen Tag zu komprimieren", erklärt Bitter-Suermann. Unverständlich sei zudem, dass Prüfungen bislang nicht als Lehrleistungen gelten und somit dem vorgeschriebenen Lehrdeputat angerechnet würden. "Prüfungen sind ein wichtiger Bestandteil der Lehre. Sie sollten durch die Länder aufgewertet werden."

    Empfehlungen zur Reform der Prüfungszeiten hat der Medizinische Fakultätentag bei seiner Jahrestagung 2011 in Rostock ausgesprochen:
    http://www.mft-online.de/dokumente72_omft/Resolution_Reduktion_Pruefungszeiten_72oMFT.pdf

    Ansprechpartnerin:
    Verena Wirwohl, Ass. iur.
    MFT Medizinischer Fakultätentag der Bundesrepublik Deutschland e. V.
    Alt-Moabit 96, 10559 Berlin
    Tel.: 030/6449 8559-15, Fax: -11, Mobil: 0176/50197074;
    E-Mail: wirwohl@mft-online.de

    Belegexemplar erbeten


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Lehrer/Schüler, Studierende, Wirtschaftsvertreter, Wissenschaftler, jedermann
    Medizin
    überregional
    Studium und Lehre, Wissenschaftspolitik
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).