idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
25.08.2011 08:49

Bahnbrechende Erkenntnisse zur Ursache der Multiplen Sklerose

Sabine Ranke-Heinemann Pressestelle
Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund / Institut Ranke-Heinemann

    In einer der bislang umfangreichsten humangenetischen Studien haben u.a australische und neuseeländische Wissenschaftler genetische Variationen entdeckt, die für den Ausbruch der verheerenden Nervenerkrankung MS maßgeblich verantwortlich sind.

    Nach jahrelanger Forschungsarbeit veröffentlichte das aus mehr als 250 Forschern aus 15 Ländern bestehende International Multiple Sclerosis Genetics Consortium (IMSGC) am 11. August 2011 seine Untersuchungsergebnisse in der renommierten Wissenschaftszeitschrift Nature. Australische Forscher der University of Melbourne und den Florey Neuroscience Institutes waren Teil des internationalen Teams. Neben den Wissenschaftlern spielten auch mehr als 1000 an MS erkrankte Australier, die DNA-Proben zur Verfügung stellten, eine große Rolle.

    Im Rahmen der Studie konnten bis zu 57 MS-Gene mit auffallenden Mustern nachgewiesen werden, die deutlich machen, dass ein Ausbruch der Krankheit hauptsächlich auf kleinste erbliche Unterschiede in der Immunfunktion zurückzuführen ist. Die Ergebnisse lassen auf eine Schlüsselrolle der T-Zellen – den Dirigenten des Immunsystems - schließen und zeigen somit, dass es sich bei MS hauptsächlich um eine immunologische Krankheit handelt.

    Professor Trevor Kilpatrick, Leiter des Melbourne Neuroscience Institute der University of Melbourne, stellte zusammen mit seinem Forschungsteam und den Wissenschaftlern der Florey Neuroscience Institutes Daten ihres großen Patientenstamms für die internationale Studie zur Verfügung.

    „Wir behandeln Tausende von MS-Patienten und können großen internationalen Studien wie dieser umfangreiche Daten liefern. Unsere Wissenschaftler verfügen außerdem über das nötige Fachwissen, um die Forschungsergebnisse bewerten und einordnen zu können. Wir werden nun hunderte Patienten intensiv untersuchen, um zu sehen, wie diese neu entdeckten Gene wirken und zum Ausbruch der Nervenkrankheit beitragen. Die ersten Untersuchungen wurden bereits durchgeführt“, teilte Professor Kilpatrick mit.

    Der wissenschaftliche Beitrag Australiens und Neuseelands ist insbesondere auf Professor Graeme Stewart zurückzuführen, einem klinischen Immunologen am Westmead Millennium Institute der University of Sydney. Er leitete ein Konsortium namens ANZgene, das sich aus australischen und neuseeländischen Forschern zusammensetzte. „Die Entdeckung zahlreicher neuer Gene und Genorte hat uns beim Verstehen von MS ein großes Stück weitergebracht. Am wichtigsten für MS-Patienten ist natürlich, dass die Entdeckung der Gene auch die immunologische Behandlung, die derzeit klinisch getestet wird, verbessert und neue therapeutische Möglichkeiten aufzeigt“, sagte Professor Stewart.

    Bereits frühere australische Studien haben einen Zusammenhang zwischen Vitamin D-Mangel und einem erhöhten MS-Risiko festgestellt. Das ANZgene Konsortium hatte außerdem ein Vitamin D-Gen auf dem Chromosom 12 identifiziert. Im Rahmen der internationalen Studie wurde nun ein weiteres Vitamin D-Gen entdeckt, was den Forschern einen Einblick in den Zusammenhang zwischen genetischer und umweltbedingter Risikofaktoren verschaffte.

    Der Leiter des Instituts, Jeremy Wright, begrüßte die neuesten Forschungsergebnisse. "Diese bahnbrechenden Ergebnisse unserer qualifizierten Wissenschaftler geben MS-Patienten endlich neue Hoffnung. Das ANZgene Team hat maßgeblich zum Forschungserfolg dieser umfangreichen internationalen Studie beigetragen. Australien kommt beim Entwickeln neuer MS Diagnose- und Behandlungsmethoden daher eine besondere Rolle zu", so Professor Wright.

    Weitere Informationen:

    Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund
    Pressestelle
    Friedrichstr. 95
    10117 Berlin
    Email: berlin@ranke-heinemann.de
    Tel.: 030-20 96 29 593

    oder

    Rebecca Scott
    Media Officer
    University of Melbourne
    Tel: 0061(0)383440181

    Bei Veröffentlichung der Pressemitteilung bitten wir um eine Quellenangabe sowie die Zusendung eines Belegexemplars.

    Das Institut Ranke-Heinemann / Australisch-Neuseeländischer Hochschulverbund ist die zentrale Einrichtung aller australischen und neuseeländischen Universitäten in Deutschland, Österreich und der Schweiz, zuständig für Wissens- und Forschungstransfer, Forschungsförderung sowie Studenten- und Wissenschaftleraustausch und für die Betreuung von Studierenden und Schülern, die ein Studium Down Under vorbereiten.


    Weitere Informationen:

    http://www.ranke-heinemann.de
    http://www.ranke-heinemann.at
    http://www.ranke-heinemann.tv


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).