idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
29.08.2011 13:46

Den plötzlichen Herztod verhindern

Stefanie Winde GB Unternehmenskommunikation
Charité-Universitätsmedizin Berlin

    Charité–Forscher können das Risiko für lebensbedrohliche Herzrhythmusstörungen voraussagen

    Die Charité – Universitätsmedizin Berlin und die Universität Leiden haben eine Methode entwickelt, um unter Herzinfarktpatienten und -patientinnen diejenigen zu identifizieren, die besonders vom plötzlichen Herztod bedroht sind. In der Herz-Magnetresonanztomographie (Herz-MRT) können sie das Ausmaß der Herzmuskelschädigung nach einem Infarkt erfassen und davon das Risiko für lebensgefährliche Komplikationen ableiten. Die Ergebnisse wurden jetzt im Journal of the American College of Cardiology* veröffentlicht.

    Nach einem Herzinfarkt entwickeln sich häufig dauerhafte Komplikationen wie Herzrhythmusstörungen, Herzschwäche oder Herzversagen. In der Medizin spricht man dann von einem chronischen Herzinfarkt. Die Funktion eines chronisch kranken Herzmuskels ist häufig stark eingeschränkt, und damit steigt das Risiko gefährlicher Rhythmusstörungen, die zum plötzlichen Herztod führen können. Um dies zu verhindern, erhalten die Patienten in der Regel einen implantierbaren Kardioverter/Defibrillator (ICD). Dieses Gerät, das wie ein Herzschrittmacher eingesetzt wird, registriert bedrohliche Herzrhythmusstörungen und gibt im richtigen Moment einen Stromschock ab. Dadurch werden die elektrischen Vorgänge am Herzen neu geordnet und der Herzschlag wieder in den richtigen Rhythmus gebracht. Weil sich aber schlecht vorhersagen lässt, wer nach einem Infarkt wirklich lebensgefährliche Herzrhythmusstörungen entwickeln wird, erhalten weitaus mehr Personen vorbeugend einen ICD als nötig. Das bringt zwangsläufig Komplikationen mit sich und verursacht hohe Kosten für das Gesundheitssystem. Das Ziel der vorliegenden Arbeit war es deshalb, eine Methode zur besseren Einschätzung des individuellen Risikos für lebensbedrohliche Rhythmusstörungen zu identifizieren. Dafür untersuchten Prof. Jeanette Schulz-Menger aus dem Experimental and Clinical Research Center (ECRC) der Charité und dem HELIOS-Krankenhaus Berlin Buch und ihr Forschungsteam 52 Herzinfarktpatienten und -patientinnen im Herz-MRT. Mithilfe von Kontrastmittel konnten sie feststellen, wie viel Herzmuskelmasse von der Narbe eines Infarkts betroffen und in seiner Funktion eingeschränkt war. Nach Implantation des ICD zeigte sich, dass das Auftreten bedrohlicher Rhythmusstörungen eng mit der Ausdehnung der Infarktnarbe im Herzmuskel zusammenhing. Die beste Risikoeinschätzung ließ sich anhand der Tiefe des Narbengewebes im Muskel der Herzwand, der Transmuralität, treffen.

    „Damit haben wir einen Parameter gefunden, der die Chance bietet, in Zukunft das Risiko für den plötzlichen Herztod vorherzusagen“, erklärt Prof. Schulz-Menger. „So können wir hoffentlich jedem Patienten die für ihn adäquate Therapie zukommen lassen, und außerdem unnötige Komplikationen und Kosten vermeiden“, sagt Dr. Philipp Boyé, Erstautor der Veröffentlichung.

    *Boyé et al.: Prediction of Life-Threatening Arrhythmic Events in Patients With Chronic Myocardial Infarction by Contrast-Enhanced CMR. J Am Coll Cardiol Img 2011;4:871–9. DOI:10.1016/j.jcmg.2011.04.014

    Kontakt:
    Prof. Jeannette Schulz-Menger
    Experimental and Clinical Research Center (ECRC) – Kardiologie
    Campus Berlin Buch
    t: +49 30 450 553749
    jeanette.schulz-menger[at]charite.de


    Weitere Informationen:

    http://www.charite.de/forschung/forschungszentren/experimental_and_clinical_rese... - ECRC


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, Wissenschaftler
    Medizin
    überregional
    Wissenschaftliche Publikationen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).