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06.09.2011 14:02

Unheilbar Kranke optimal versorgen

Dr. med. Eva M. Kalbheim Pressestelle
Deutsche Krebshilfe e. V.

    Qualifiziertes Team kümmert sich um Betroffene und Angehörige

    Bad Hersfeld (gb) – Die Palliativmedizin ist heute ein unverzichtbarer Bestandteil des deutschen Gesundheitswesens und des Versorgungssystems. Ihre Aufgabe ist es, unheilbar kranke Menschen in ihrer letzten Lebensphase zu begleiten und deren Lebensqualität bis zuletzt zu erhalten. Doch nach wie vor gibt es in Deutschland einen Mangel an Palliativzentren sowie entsprechend ausgebildeten Ärzten und Pflegern. Daher hatte die Deutsche Krebshilfe 2007 ein weiteres Förderschwerpunktprogramm zum Thema „Palliativmedizin“ auf den Weg gebracht. Im Rahmen dieses Programms wurde nun am Klinikum Bad Hersfeld ein Projekt zur Netzwerk-Bildung erfolgreich abgeschlossen. Für ihre Arbeit erhält das Bad Hersfelder Palliativ-Team nun den diesjährigen Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin.

    Viele unheilbar kranke Menschen möchten gerne in der vertrauten häuslichen Umgebung und im Kreis ihrer Familie sterben dürfen. Diese Menschen benötigen oft eine besonders aufwendige Fürsorge. Daher hat der Gesetzgeber im Jahr 2007 die „Spezialisierte Ambulante Palliativ-Versorgung“ (SAPV) auf den Weg gebracht. Doch die SAPV wird noch nicht flächendeckend umgesetzt. Insbesondere in ländlichen Regionen fehlen sowohl Konzepte als auch die notwendigen Fachkräfte für diese Aufgabe.

    Zudem wird der Bedarf an Palliativmedizin in den kommenden Jahren weiter steigen. Der Grund: die steigende Lebenserwartung der Bevölkerung und die damit zunehmende Zahl krebskranker Menschen. Denn Krebs ist eine Krankheit, die vor allem im höheren Lebensalter auftritt.

    Um den Herausforderungen der Palliativmedizin gerecht zu werden, wurde im Klinikum Bad Hersfeld ein so genanntes „Palliative Care Team“ gebildet, das aus qualifizierten Medizinern, Pflegepersonal, Psycho-Onkologen und weiteren Fachkräften besteht. Die Deutsche Krebshilfe hat das Projekt mit 267.000 Euro gefördert.

    Die Experten erstellen für jeden Betroffenen ein individuelles Unterstützungskonzept, das in einer Netzwerkstruktur umgesetzt wird. „Wir kooperieren mit bestehenden Einrichtungen, zu denen ärztliche Praxen, Sozialdienste und Apotheken gehören. So können wir eine umfassende palliativmedizinische Betreuung im gesamten Kreisgebiet anbieten“, erläutert Dr. Ulrike Mäthrich von der Abteilung für Palliativmedizin des Klinikums Bad Hersfeld. Das Team kümmert sich rund um die Uhr um die Patienten und ihre Angehörigen.

    Auch nach Abschluss der Anschubfinanzierung durch die Deutsche Krebshilfe ist die Pflege unheilbar kranker Menschen im Kreis Bad Hersfeld gesichert: Die Leistungen wurden bereits in die kassenärztliche Regelversorgung übernommen. Zudem erhalten die Experten um Mäthrich den Förderpreis der Deutschen Gesellschaft für Palliativmedizin, der im Rahmen des Palliativtags am 9. und 10. September in Saarbrücken verliehen wird.

    „Das Projekt ist ein gutes Beispiel für die Fortschritte der Palliativmedizin in Deutschland“, so Gerd Nettekoven, Hauptgeschäftsführer Deutschen Krebshilfe. „Unsere Organisation wird sich auch weiterhin dafür einsetzen, dass zukünftig jeder Patient in Deutschland die palliative Versorgung erhält, die er braucht, um seine letzte Lebensphase schmerzfrei und in seiner gewohnten häuslichen Umgebung zu gestalten.“

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    Hintergrund-Information: Palliativmedizin

    Ziel der Palliativmedizin ist es, die Lebensqualität unheilbar kranker Menschen bis zuletzt zu erhalten. Dazu gehört die Bekämpfung von Schmerzen und anderen Beschwerden wie Übelkeit, Erbrechen, Atemnot oder Verwirrtheit. Auch psychische, soziale und spirituelle Anliegen rücken verstärkt in den Vordergrund. Die Deutsche Krebshilfe versteht sich als Wegbereiterin der Palliativmedizin und der Hospizbewegung in Deutschland: Mit über 60 Millionen Euro hat sie den Aufbau palliativmedizinischer Versorgungsstrukturen bislang maßgeblich unterstützt und die Aus- und Weiterbildung auf diesem Gebiet nachhaltig gefördert. Außerdem gibt die gemeinnützige Organisation umfangreiches Informationsmaterial zum Thema Palliativmedizin heraus. Die Broschüren, DVDs und ein Hörbuch können kostenlos bei der Geschäftsstelle in Bonn angefordert oder unter www.krebshilfe.de heruntergeladen werden.

    Projektnr.: 107600

    Bonn, 6. September 2011

    Abdruck honorarfrei
    Beleg erbeten


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse
    Deutsch


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