idw – Informationsdienst Wissenschaft

Nachrichten, Termine, Experten

Grafik: idw-Logo
Grafik: idw-Logo

idw - Informationsdienst
Wissenschaft

Medienpartner:
Wissenschaftsjahr


Teilen: 
14.09.2011 12:33

DOG-Kongress: Augenuntersuchungen verbessern Früherkennung von Multipler Sklerose und Alzheimer

Silke Stark Pressestelle
Deutsche Ophthalmologische Gesellschaft

    Berlin – Untersuchungen des Auges sollen künftig die Diagnose und Therapie neurodegenerativer Erkrankungen verbessern. Denn die Netzhaut liefert schon früh Hinweise auf krankhafte Veränderungen des zentralen Nervensystems. Wie bildgebende Untersuchungen des Auges Erkrankungen wie Multiple Sklerose und Morbus Alzheimer aufdecken, diskutieren Experten auf dem 109. Kongress der Deutschen Ophthalmologischen Gesellschaft (DOG) sowie einer Vorab-Pressekonferenz am 20. September 2011 in Berlin.

    Bei den meisten Krankheiten verändern sich Zellen und Zellbestandteile bereits viele Jahre vor dem Auftreten erster Symptome. „Moderne bildgebende Verfahren können solche Prozesse schon früh sichtbar machen“, sagt Professor Dr. med. Frank G. Holz, Präsidiumsmitglied der DOG und Direktor der Universitäts-Augenklinik Bonn. „Und bei einer frühzeitigen Diagnose steigt die Chance, die jeweilige Erkrankung erfolgreich behandeln zu können.“ Bislang kommen bildgebende Techniken wie die optische Kohärenztomografie (OCT) oder die konfokale Scanning-Laser-Ophthalmoskopie noch vor allem bei Augenerkrankungen wie der altersabhängigen Makuladegeneration (AMD) zum Einsatz.

    Doch Untersuchungen der Netzhaut oder der Hornhaut können nach neuesten Erkenntnissen auch früh auf degenerative Erkrankungen des Nervensystems wie Multiple Sklerose oder Morbus Alzheimer hinweisen. Bei der schwierigen Diagnose der Alzheimer-Erkrankung stützen sich Ärzte bislang auf Untersuchungen des Gehirns mithilfe aufwendiger radiologischer Verfahren wie der Computer- oder Magnetresonanztomografie. Auch Berichte von Angehörigen und Gedächtnistests geben hier Hinweise. Doch damit ist eine frühe Diagnose der Krankheit derzeit kaum möglich.

    Ein typisches Alzheimer-Merkmal sind Ablagerungen des Proteins Beta-Amyloid in Nervenzellen des Gehirns. Bei den Patienten findet sich dieses Eiweiß jedoch auch vermehrt in Augenlinse und Netzhaut. Hochauflösende Bildgebungsverfahren können es nachweisen. Wie sich dadurch künftig die Früherkennung der Krankheit verbessern lässt, untersuchen Wissenschaftler derzeit im Rahmen eines vom Bundes¬ministerium für Bildung und Forschung geförderten Projektes.

    Bereits stärker etabliert ist die Diagnostik am Auge bei Multipler Sklerose (MS). Auch hier können Augenuntersuchungen mit bildgebenden Verfahren frühzeitig auf krankhafte Veränderungen hinweisen. Bei der Autoimmunerkrankung MS zerstört die körpereigene Abwehr die schützenden Hüllen der Nervenfasern. Per optischer Kohärenz¬tomografie (OCT) lassen sich die Nervenfasern der Netzhaut sehr gut abbilden und analysieren. „Studien an MS-Patienten zeigen, dass sich so selbst minimale Verdünnungen der Nervenfasern in der Netzhaut präzise messen lassen“, berichtet Holz. „Damit könnte die OCT die Früherkennung der Krankheit künftig deutlich erleichtern. Zudem könnten Ärzte so den Erfolg einer Therapie oder den Nutzen neuer Medikamente besser beurteilen.“

    Welche Möglichkeiten dieser neue Ansatz bietet, diskutieren Experten auf der Vorab-Pressekonferenz anlässlich des DOG-Kongresses. Diese findet am 20. September 2011 von 11.00 bis 12.00 Uhr in Berlin statt.

    ________________________________________________________________________________
    Die DOG ist die medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft für Augenheilkunde in Deutschland. Sie vereint unter ihrem Dach mehr als 6000 Ärzte und Wissenschaftler, die augenheilkundlich forschen, untersuchen und behandeln. Wesentliches Anliegen der DOG ist es, die Forschung in der Augenheilkunde zu fördern: Sie unterstützt wissen¬schaftliche Projekte und Studien, veranstaltet Kongresse und gibt wissenschaftliche Fachzeitschriften heraus. Darüber hinaus setzt sich die DOG für den wissenschaftlichen Nachwuchs in der Augenheilkunde ein, indem sie zum Beispiel Stipendien vor allem für junge Forscher vergibt. Gegründet im Jahr 1857 in Heidelberg, ist die DOG die älteste medizinisch-wissenschaftliche Fachgesellschaft der Welt.

    Terminhinweis:
    Vorab-Pressekonferenz anlässlich des 109. DOG-Kongresses
    Termin: Dienstag, 20. September 2011, 11.00 bis 12.00 Uhr
    Ort: Berlin-Brandenburgische Akademie der Wissenschaften, Konferenzraum 2, Jägerstraße 22-23, 10117 Berlin

    Kontakt für Journalisten:
    Pressestelle 109. DOG-Kongress
    Silke Stark/Corinna Spirgat
    Postfach 30 11 20
    70451 Stuttgart
    Telefon: 0711 8931-572/-293
    Telefax: 0711 8931-167
    stark@medizinkommunikation.org
    http://www.dog-kongress.de
    http://www.dog.org


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


    Hilfe

    Die Suche / Erweiterte Suche im idw-Archiv
    Verknüpfungen

    Sie können Suchbegriffe mit und, oder und / oder nicht verknüpfen, z. B. Philo nicht logie.

    Klammern

    Verknüpfungen können Sie mit Klammern voneinander trennen, z. B. (Philo nicht logie) oder (Psycho und logie).

    Wortgruppen

    Zusammenhängende Worte werden als Wortgruppe gesucht, wenn Sie sie in Anführungsstriche setzen, z. B. „Bundesrepublik Deutschland“.

    Auswahlkriterien

    Die Erweiterte Suche können Sie auch nutzen, ohne Suchbegriffe einzugeben. Sie orientiert sich dann an den Kriterien, die Sie ausgewählt haben (z. B. nach dem Land oder dem Sachgebiet).

    Haben Sie in einer Kategorie kein Kriterium ausgewählt, wird die gesamte Kategorie durchsucht (z.B. alle Sachgebiete oder alle Länder).