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20.09.2011 09:18

Neue DFG-Forschergruppe: Metastasen in den Knochen

Gunnar Bartsch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Mehr als 50 Prozent aller Patienten mit bösartigen Tumoren erleiden im Verlauf ihrer Krankheit Knochenmetastasen. Häufig ist das verbunden mit starken Schmerzen und Knochenbrüchen. Eine wirkungsvolle Therapie ist oft schwierig, weil die molekularen Ursachen der Metastasenbildung in Knochen nicht gut genug erforscht sind. Hier setzt eine neue Forschergruppe an, der auch Wissenschaftler der Universität Würzburg angehören.

    Die Deutsche Forschungsgemeinschaft fördert das neue Verbundprojekt mit drei Millionen Euro. Beteiligt sind Arbeitsgruppen von den Universitäten Dresden, Kiel und Würzburg sowie vom Helm-holtz-Zentrum in München.

    Das Würzburger Projekt ist am Orthopädischen Zentrum für Muskuloskelettale Forschung der Uni-versität im König-Ludwig-Haus angesiedelt. Geleitet wird es von den Professoren Norbert Schütze und Franz Jakob. Die Wissenschaftler wollen ergründen, wie Krebszellen das Knochenmark infiltrie-ren und die Knochenregeneration hemmen. Dafür untersuchen sie die molekulare Kommunikation zwischen Myelomzellen und Stammzellen im Knochenmark. Das Myelom ist eine Krebserkrankung, bei der weiße Blutkörperchen aus der Reihe der B-Zellen sich im Knochenmark ausbreiten.

    Kooperation mit Innerer Medizin

    Bei dem Projekt arbeitet das Team aus der Orthopädie mit Professor Ralf Bargou und Kurt Bommert von der Inneren Medizin II des Würzburger Uniklinikums zusammen. Dadurch hat es Zugang zu einer Gewebebank mit klinisch gut charakterisierten Knochenproben von Krebspatienten. „Wir möchten damit die gemeinsame Krebsforschung von Innerer Medizin und Orthopädie weiter ausbauen“, so Franz Jakob.

    Eine weitere gute Voraussetzung für die Kooperation: Professor Maximilian Rudert, Inhaber des Lehrstuhls für Orthopädie, sei auf dem Gebiet der Knochentumoren herausragend qualifiziert. Jakobs Arbeitsgruppe selbst organisiert schon seit geraumer Zeit das bundesweite Netzwerk SkelMetNet, das sich mit der Knochenmetastasierung befasst: http://www.skelmetnet.medizin.uni-wuerzburg.de/startseite

    Ziele der DFG-Forschergruppe

    Die Forschergruppe SKELMET (Mesenchymale und osteogene Signalwege in der Knochenmetastasierung) wurde im Juli 2011 als eine von bundesweit acht neuen DFG-Forschergruppen eingerichtet. Ihr Ziel ist es, den Prozess der Knochenmetastasen-Bildung sys-tematisch zu analysieren und detailliert Wirkmechanismen aufzuklären. Sie will zudem neue Zielmoleküle für eine spezifische und frühzeitigere Diagnose entdecken und verbesserte Therapien gegen Knochenmetastasen entwickeln.

    Sprecher der Forschergruppe ist der Knochen- und Hormonexperte Professor Lorenz C. Hofbauer von der Medizinischen Klinik III am Universitätsklinikum Dresden. Stellvertretender Sprecher ist Professor Franz Jakob vom Orthopädischen Zentrum für Muskuloskelettale Forschung der Universität Würzburg im König-Ludwig-Haus.

    Kontakt
    Prof. Dr. Lorenz C. Hofbauer, Medizinische Klinik III, Universitätsklinikum Dresden, Lo-renz.Hofbauer@uniklinikum-dresden.de

    Prof. Dr. Franz Jakob, Orthopädisches Zentrum für Muskuloskelettale Forschung der Universität Würzburg, f-jakob.klh@uni-wuerzburg.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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