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29.09.2011 14:04

Der HighTechCampus der LMU wächst: Grundsteinlegung für das Biomedizinische Centrum

Luise Dirscherl Stabsstelle Kommunikation und Presse
Ludwig-Maximilians-Universität München

    Der HighTechCampus der Ludwig-Maximilians-Universität (LMU) München in Großhadern/Martinsried wird um einen wichtigen Baustein erweitert: Am heutigen Donnerstag wird der Grundstein für das Biomedizinische Centrum (BMC) mit dem Zentrum für Angewandte Zellforschung (Zellzentrum) der LMU gelegt. Die Baukosten für das BMC sowie das Zellzentrum werden insgesamt rund 125 Millionen Euro betragen, in die Erstausstattung der Gebäude sowie in Großgeräte werden zusätzlich 19 Millionen Euro investiert.

    Der Bayerische Ministerpräsident Horst Seehofer sagt anlässlich der Grundsteinlegung: „Das Biomedizinische Zentrum ist eine herausragende Investition in die Zukunft des Wissenschaftsstandorts Bayern und ein Paradebeispiel bayerischer Wissenschafts- und auch Wirtschaftspolitik. So wird unsere Zukunftsstrategie Aufbruch Bayern Realität!“

    Der Staatssekretär im Bundesforschungsministerium Dr. Georg Schütte betonte, dass es sich beim BMC an der LMU um das bisher größte Projekt des Bundes im Bereich der Forschungsbauten handelt. „Mit der Förderung exzellenter Forschungsbauten möchte die Bundesregierung die Voraussetzungen schaffen, dass deutsche Hochschulen im internationalen Wettbewerb erfolgreich sind“, so der Staatssekretär. „Vom Münchener Zentrum geht eine große Strahlkraft aus.“
    „Das Biomedizinische Zentrum ist ein Leuchtturmprojekt der Lebenswissenschaften und ein zentraler Baustein für den HighTechCampus Martinsried. Die enge Verzahnung von Medizin und Wissenschaft lässt exzellente Ergebnisse erwarten“, so der Bayerische Minister für Wissenschaft, Forschung und Kunst, Dr. Wolfgang Heubisch.

    „Der HighTechCampus der LMU gehört schon jetzt zu den weltweit ersten Adressen in der LifeScience-Forschung. Wir freuen uns sehr, dass mit dem Biomedizinischen Centrum nun auch unser zukunftsträchtiger Bereich der angewandten Zellforschung hier ein neues Zuhause findet“, sagt LMU-Präsident Professor Bernd Huber.

    Zum Bau
    Auf über 18.000 Quadratmetern Nutzfläche bietet das BMC mit dem Zellzentrum der LMU künftig exzellente Bedingungen für die biomedizinische Grundlagenforschung und Lehre.

    Das BMC ist auf dem HighTechCampus der LMU bereits in eine herausragende Forschungsinfrastruktur eingebunden. In direkter Nachbarschaft befinden sich unter anderem die Fakultät für Chemie und Pharmazie der LMU mit dem Genzentrum, die Fakultät für Biologie, das Klinikum der Universität München, Standort Großhadern, die Max-Planck-Institute für Biochemie und Neurobiologie sowie das Innovations- und Gründerzentrum Biotechnologie. Das BMC bildet den nördlichen Abschluss des Campus, vier Gebäudeteile gruppieren sich in Zukunft um einen großzügigen, grünen Innenhof. Dieser Innenhof steht den Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern sowie den Studierenden als Aufenthaltsort im Freien zur Verfügung.

    Die publikumsintensiven Bereiche sowie die Flächen für die Lehre mit Praktikums- und Seminarräumen sowie Hörsälen finden sich im Südflügel und werden transparent gestaltet. Im Erdgeschoss bieten die Cafeteria, das Foyer und das Audimax Raum für den Dialog zwischen Forschern, Studierenden und der Öffentlichkeit. Im Erdgeschoss wird auch die Bibliothek eingerichtet sein. Die Labors mit modernster Technik werden in den nördlichen und östlichen Gebäudeteilen beheimatet sein und erhalten eine aufgesetzte Technikzentrale auf dem Dach.

    Künftig werden rund 500 Mitarbeiter der LMU im BMC forschen und lehren.
    Zur Forschung am Zentrum für Angewandte Zellforschung im BMC
    Wie funktionieren Zellen auf molekularer Ebene? Diese Frage ist der Schlüssel zum Verständnis gesunder und pathologisch veränderter Gewebe, Organe und Organismen und steht deshalb im Mittelpunkt der Forschung am Zellzentrum. Von zentraler Bedeutung ist dabei das Zusammenspiel genetischer, epigenetischer und umweltbedingter Faktoren bei der „Programmierung“ von Zellfunktionen. Eine Störung dieser Interaktionen kann etwa zu Demenzerkrankungen führen.

    Funktionsuntüchtige Zellen im Sinne einer „Molekularen Medizin“ neu programmieren kann nur, wer die zugrunde liegenden Vorgänge im Detail versteht. Die nötigen Erkenntnisse sollen künftig die integrierten, interdisziplinären Forschungsvorhaben am Zellzentrum mit Untersuchungen an Modellorganismen wie Hefe und Taufliege, aber auch Krallenfrosch, Zebrafisch und Maus und nicht zuletzt an menschlichen Zellen liefern. Wo nötig, stehen dafür auch zentrale Kompetenzeinrichtungen zur Verfügung, unter anderem mit hochauflösender Mikroskopie und moderner Proteinanalytik.

    Für kurze Wege zwischen Grundlagenforschung und klinischer Anwendung soll dann schließlich die Zusammenarbeit von vorklinischen Arbeitsgruppen mit klinischen Forschern sorgen. Nicht zuletzt auch die räumliche Nähe wird den intensiven Dialog und schnellen Transfer von Erkenntnissen befördern. Denn ein hohes Anwendungspotenzial ist hier zweifellos gegeben. Das besondere Augenmerk der Forscher wird den Bedingungen gelten, die zur Störung der normalen Programmierung von Zellen und damit zur Degeneration von Gewebe führen, wie auch der Entwicklung therapeutischer Ansätze, die eben dieses Schicksal verhindern oder aber umkehren können.

    Finanziert wird das Zellzentrum als gemeinsamer Forschungsbau nach Artikel 91bGG hälftig mit Mitteln des Bundes und des Landes Bayern. Grundlage hierfür war die Empfehlung des Wissenschaftsrates.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    überregional
    Forschungs- / Wissenstransfer, Organisatorisches
    Deutsch


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