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06.10.2011 08:50

1,25 Millionen Euro für jungen Forscher

Johannes Seiler Abteilung Presse und Kommunikation
Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn

    Ein Angebot, das man kaum ausschlagen kann: Der Neurophysiologe Dr. Christian Henneberger forschte bislang am University College London als Gruppenleiter. Nun hat er im „Programm zur Förderung der Rückkehr des wissenschaftlichen Spitzennachwuchses aus dem Ausland“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW den Zuschlag für den Aufbau einer Nachwuchsgruppe an der Universität Bonn erhalten. Die Förderung läuft über fünf Jahre und beträgt 1,25 Millionen Euro.

    „Die Universität Bonn ist wegen ihrer dynamischen und inhaltlich breit gefächerten Neuroszene besonders attraktiv“, sagt Dr. Christian Henneberger, der seit Anfang Oktober an der Universität Bonn unter Vertrag steht. „In meinem Fachgebiet gibt es hier eine Reihe von hochkarätigen Gruppen.“ Der 36-jährige Neurophysiologe erforscht die Funktion der Gliazellen im Gehirn, die lange Zeit lediglich als eine Art „Kitt“ für die eigentlichen Hirnzellen angesehen wurden.

    Gliazellen sind mehr als reiner „Kitt“ im Gehirn

    Diese Einschätzung hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend gewandelt. „Die Rolle von Gliazellen wurde unterschätzt – sie sind direkt an der Informationsverarbeitung im Hirn und an Lernprozessen beteiligt“, berichtet Dr. Henneberger. „Es wird angenommen, dass sie auf zellulärer Ebene die Kommunikation zwischen den Nervenzellen beeinflussen.“ Die Effizienz, mit der Gliazellen Lernprozesse modifizieren können, hängt wahrscheinlich von deren Struktur ab. „Dieses offene und unerforschte Feld möchte ich mit meiner Nachwuchsgruppe näher untersuchen“, sagt der Wissenschaftler.

    „Durch die großzügige Unterstützung des Landes Nordrhein-Westfalen kann Herr Henneberger seine Forschungen zur Bedeutung von Neuron-Glia-Interaktionen im gesunden und epileptischen Gehirn nun an der Medizinischen Fakultät der Universität Bonn fortsetzen“, sagt Prof. Dr. Christian Steinhäuser, Direktor des Instituts für Zelluläre Neurowissenschaften der Universität Bonn. „Als Juniorprofessor wird er seine Nachwuchsgruppe an unserem Institut aufbauen.“ Die Erforschung der Gliazellen stellt einen Forschungsschwerpunkt des Instituts und der Fakultät dar.

    45 Wissenschaftler bewarben sich für das Förderprogramm

    An der Ausschreibung im „Programm zur Förderung der Rückkehr des wissenschaftlichen Spitzennachwuchses aus dem Ausland“ des Ministeriums für Innovation, Wissenschaft und Forschung NRW hatten sich 45 Kandidaten beteiligt. Vier davon erhielten einen Zuschlag und konnten sich innerhalb von Nordrhein-Westfalen eine Hochschule als Forschungsstandort frei wählen. „Herr Dr. Henneberger hat sich nach Verhandlungen mit anderen Standorten erfreulicherweise für uns entschieden“, sagt der Institutsdirektor. Seit dem Jahr 2007 werden mit dem NRW-Rückkehrer-Programm jüngere Spitzenforscher gefördert. Mit Dr. Henneberger haben sich seitdem drei der Geförderten für die Gründung einer Nachwuchsgruppe an der Universität Bonn entschieden.

    Kontakt:

    Dr. Christian Henneberger
    Institut für Zelluläre Neurowissenschaften
    Universität Bonn
    Tel.: 0228/28714669
    E-Mail: christian.henneberger@ukb.uni-bonn.de

    Prof. Dr. Christian Steinhäuser
    Institut für Zelluläre Neurowissenschaften
    Universität Bonn
    Tel.: 0228/28714669
    E-Mail: christian.steinhaeuser@ukb.uni-bonn.de


    Weitere Informationen:

    http://www3.uni-bonn.de/Pressemitteilungen/270-2011 Foto zu dieser Pressemitteilung


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten, jedermann
    Medizin
    überregional
    Forschungsprojekte
    Deutsch


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