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10.10.2011 10:32

Medikamente in Handschellen und neue Krebsdiagnostik

Dr. Ute Schönfelder Stabsstelle Kommunikation/Pressestelle
Friedrich-Schiller-Universität Jena

    Universität Jena präsentiert zwei Projekte auf der „Biotechnica“ in Hannover (11.-13. Oktober)

    Eine effiziente und zugleich schonende Therapie von Brustkrebs zu entwickeln, dieses Ziel verfolgt Dr. Tobias Pöhlmann von der Friedrich-Schiller-Universität Jena mit dem Projekt „Intelligent siRNA for therapeutic applications“. Ab morgen (11.10.) stellen der Biologe und sein Team das Vorhaben, das in Kürze in eine Firmengründung münden soll, auf der „Biotechnica“ in Hannover vor. Die Friedrich-Schiller-Universität ist mit zwei Exponaten auf dieser größten Biotechnologie-Messe Europas vertreten, die vom 11. bis 13. Oktober stattfindet.

    „Wir blockieren lebensnotwendige Gene in den Tumorzellen und diese sterben ab“, erläutert Dr. Pöhlmann das Prinzip des neuartigen Therapieansatzes. Als „Aus“-Schalter nutzen die Forscher sogenannte siRNA-Moleküle (engl.: short interfering RNA). Der Trick dabei: Die siRNA-Moleküle werden mit einem Eiweiß gekoppelt. „Dieses Eiweiß kann man sich wie ein Paar Handschellen vorstellen, das die Wirkung zunächst verhindert“, veranschaulicht Pöhlmann. Der „Schlüssel“ zum Lösen der „Handschellen“ liegt nur im Tumorgewebe vor und nur dort wird die siRNA aktiviert. Deshalb entfalten die Moleküle ihre Wirkung ausschließlich in den Tumorzellen, das umliegende Gewebe sowie andere Organe des Körpers werden nicht geschädigt.

    Am Gemeinschaftsstand der Länder Sachsen, Sachsen-Anhalt und Thüringen (Halle 9, Stand F 18) präsentieren sich außerdem Forscher der Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe des Jenaer Uniklinikums mit ihrem Gründungsprojekt „onCGnostics“. Sie stellen eine neue Methode zur Früherkennung von Gebärmutterhalskrebs vor. Diese Krankheit, an der jedes Jahr etwa 270.000 Frauen weltweit sterben, wird von Papillomaviren verursacht. Zwar ist der Krebs – wenn frühzeitig erkannt – fast immer heilbar, aber die zur Diagnose verwendete zytologische Abstrichuntersuchung (Pap-Test) hat nur eine begrenzte Aussagekraft. Mit Hilfe von molekularen Markern haben die Jenaer Wissenschaftler um Prof. Dr. Matthias Dürst und Dr. Alfred Hansel den Test verbessert. Das von ihnen entwickelte Methylierungs-Markerset garantiert in Verbindung mit einem humanen Papillomavirus-DNA-Nachweis, dass in mehr als 95 Prozent aller Fälle die Krankheit erkannt wird.

    Kontakt:
    Dr. Tobias Pöhlmann
    „Intelligent siRNA Technologies“, Gründerzentrum der Universität Jena
    Kahlaische Straße 1, 07743 Jena
    Tel.: 03641 / 930850
    E-Mail: tobias.poehlmann[at]intelligent-sirna.com

    Dr. Alfred Hansel
    Projekt onCGnostics, Klinik für Frauenheilkunde und Geburtshilfe
    Universitätsklinikum Jena
    Tel.: 03641 / 933544
    E-Mail: alfred.hansel[at]oncgnostics.com


    Weitere Informationen:

    http://www.uni-jena.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Medizin
    regional
    Forschungs- / Wissenstransfer
    Deutsch


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