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19.10.2011 16:04

Kein Täter werden - Präventionsprojekt Dunkelfeld startet in Leipzig

Dr. Manuela Rutsatz Pressestelle
Universität Leipzig

    Ab heute, dem 19. Oktober 2011, bietet die Leipziger Ambulanz des erfolgreichen Forschungs- und Präventionsprojekts "Kein Täter werden" Männern mit pädophiler Neigung therapeutische Hilfe unter Schweigepflicht. Die Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel und Sachsens Sozialministerin Christine Clauß unterstützen das Projekt.

    Ziel des Präventionsprojektes ist es, Sexualstraftaten an Kindern sowie die Nutzung von Kinderpornografie bereits im Vorfeld zu verhindern. Männer, die auf Kinder gerichtete sexuelle Fantasien bei sich feststellen, aber keinesfalls Übergriffe begehen wollen, können sich für eine Therapie in der Abteilung für Sexualmedizin der Universitätsmedizin Leipzig melden. Das Forschungs- und Präventionsprojekt startet am 19. Oktober 2011 und wird vom Sächsischen Sozialministerium zunächst bis Ende 2012 finanziert. Es orientiert sich am gleichnamigen Pilotprojekt, das es seit 2005 an der Berliner Charité und mittlerweile auch in Kiel sowie in Regensburg gibt.

    "Die Arbeit unserer Kollegen aus Berlin, Kiel und Regensburg zeigt, dass dieses Therapieangebot Menschen mit pädophiler Neigung dabei helfen kann, keine Übergriffe auf Kinder zu begehen", so Prof. Dr. Henry Alexander, Leiter des Präventionsprojektes in Leipzig.

    "Das Projekt bietet die große Chance, gefährdete Männer zu erreichen, bevor sie aufgrund ihrer Neigung Missbrauchstaten an Kindern begehen. Tätertherapie ist der beste Opferschutz!", sagte Christine Clauß, Sachsens Staatsministerin für Soziales und Verbraucherschutz, zum Start des Projekts. Das Sächsische Staatsministerium finanziert das Angebot der Universität Leipzig deshalb mit etwa 100.000 Euro pro Jahr.

    Projektpartner ist die Kinderschutzstiftung Hänsel + Gretel. Geschäftsführer Jerôme Braun zu dem Engagement der Organisation: "Vorbeugende Maßnahmen sind der beste Kinderschutz, dies gilt ganz besonders für potentielle pädophile Täter. Jede verhinderte Tat schützt ein Kind. Hänsel + Gretel unterstützt deshalb seit Jahren das bundesweite Forschungsprojekt Kein Täter werden und ab sofort auch die Therapie von potentiellen Tätern in Sachsen."

    Die Therapie integriert verhaltenstherapeutische und sexualmedizinische Ansätze, die die Möglichkeit einer medikamentösen Unterstützung beinhalten. Interessenten, die sich um einen der Therapieplätze bewerben wollen, sollten folgende Voraussetzungen erfüllen: Sie müssen hinsichtlich ihrer pädophilen Neigung über ein Problembewusstsein verfügen und aus diesem Grund von sich aus und ohne gerichtlichen Druck therapeutische Hilfe in Anspruch nehmen wollen. Werden sie in das Projekt aufgenommen, können sie kostenlos und durch die therapeutische Schweigepflicht geschützt sowohl eine diagnostische Abklärung ihres Problems als auch therapeutische Unterstützung in Anspruch nehmen.

    Mithilfe einer PR- und Medienkampagne werden Männer, die auf Kinder bezogene sexuelle Impulse verspüren, auf die vorbeugende Therapiemöglichkeit aufmerksam gemacht. Das Motto der Kampagne lautet: "Damit aus Fantasien keine Taten werden!"

    Professor Henry Alexander bringt das Ziel der Anzeigen und des TV-Spots auf
    den Punkt: "Betroffene Männer sollen die Botschaft erhalten "Du bist nicht schuld an Deinen sexuellen Gefühlen, aber Du bist verantwortlich für Dein sexuelles Verhalten! Es gibt Hilfe! Werde kein Täter!"

    Auf der neuen Internetpräsenz des Präventionsnetzwerks www.kein-taeter-werden.de erhalten Interessierte weitere Informationen und Kontaktdaten zu den Ambulanzen des Projektes in Deutschland.

    TV-Sender, die den Spot des Projektes senden wollen, können sich diesbezüglich mit ihrer Anfrage unter der Telefonnummer 069/719 13 99 40 oder per Mail unter TVWerbung@adstream.com an den Anbieter Adstream wenden.

    Pressekontakt:
    Jens Wagner, Tel. (030) 450 529 307, Fax -992
    E-Mail: jens.wagner@charite.de

    Diana Smikalla, Tel. (0341) 97 15 798
    E-Mail: diana.smikalla@medizin.uni-leipzig.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin, Psychologie
    überregional
    Forschungsprojekte, Kooperationen
    Deutsch


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