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27.10.2011 08:52

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Gunnar Bartsch Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Julius-Maximilians-Universität Würzburg

    Noch forscht Katrin Paeschke an der Universität Princeton in den USA. In wenigen Wochen wechselt jedoch sie an die Uni Würzburg. Von der Deutschen Forschungsgemeinschaft mit knapp 1,4 Millionen Euro ausgestattet wird sie am Biozentrum ihre eigene Nachwuchsgruppe aufbauen.

    Das menschliche Erbgut steht im Zentrum von Katrin Paeschkes Forschung. Wie kommt es dazu, dass der DNA-Doppelstrang bisweilen bricht, dass das Genom seine Stabilität verliert? Und welche Rolle spielt dabei das Enzym Telomerase – so lauten einige Fragen, denen die Biochemikerin auf den Grund gehen will. „Telomerase ist bisher hauptsächlich für seine Funktion bekannt, die Enden unserer Chromosomen aufrechtzuerhalten“, sagt Paeschke. Gleichzeitig ist das Enzym in Krebszellen hochaktiv. Den Zusammenhang von Enzymaktivität, Chromosomenbrüchen und Krankheitsverläufen will die junge Wissenschaftlerin in den kommenden Jahren intensiver erforschen.

    1,4 Millionen Euro für die eigene Nachwuchsgruppe

    Dafür kann sie, ausgestattet mit einem Stipendium aus dem Emmy-Noether-Programm der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) in Höhe von rund 1.4 Millionen Euro, am Biozentrum der Universität Würzburg ihre eigene Forschungsgruppe etablieren. Mit dem Programm will die DFG jungen Nachwuchswissenschaftlern einen Weg zu früher wissenschaftlicher Selbständigkeit eröffnen. Während der normalerweise fünfjährigen Programmlaufzeit sollen die Geförderten durch die Leitung einer eigenen Nachwuchsgruppe beweisen, dass sie die Fähigkeiten eines Hochschullehrers besitzen.

    Neben der Telomerase erforscht Katrin Paeschke weitere Strukturen in den Strängen des Erbmaterials, so genannte G-quadruplex-Strukturen. Die Wissenschaftlerin war die erste, die das Vorkommen und die Regulation von G-quadruplexen sowohl im Reagenzglas als auch in lebenden Zellen nachweisen konnte. „Noch ist nicht viel über diese Strukturen bekannt, außer dass sie sehr stabil sind und zu Problemen bei verschiedenen zellulären Prozessen führen können, wenn ihre Bildung und Auflösung nicht richtig reguliert wird“, sagt sie. Mit ihrer Nachwuchsgruppe will Paeschke die Funktion von G-quadruplexen und deren Bedeutung für die Zelle weiter untersuchen.

    Viele Gründe für den Wechsel nach Würzburg

    Für den Wechsel von Princeton an die Uni Würzburg gibt es nach Paeschkes Worten gleich mehrere Gründe. Fachlich: „Die Universität Würzburg ist international anerkannt und hat einen sehr guten Ruf in der biomedizinischen Forschung“, sagt sie. Ihre Forschungsziele würde sich hervorragend mit aktueller Forschung in Würzburg ergänzen; einer Zusammenarbeit mit anderen Gruppen stünde somit nichts im Weg.

    Persönlich: Katrin Paeschke freut sich auf ihre neuen Kollegen. „Mir hat besonders das junge und dynamische Kollegium gefallen“, sagt sie. In Würzburg habe sie Wissenschaftler getroffen, die offen seien für neue und kreative Forschungsideen und Methoden, weshalb sie sich schon jetzt auf eine gute Zusammenarbeit freue.

    Privat: „Da ich ein sehr naturliebender Mensch bin, der gerne und viel in der Natur unternimmt, war ich auch sehr von der Würzburger Umgebung und dem großen Freizeitangebot begeistert“, sagt die Wissenschaftlerin, die sich Deutscher Meister im Doppelzweier im Rudern 1995 und 1997 nennen darf und die in ihrem Lebenslauf unter „außerfachlichen Interessen“ Rennrad fahren, Bergsteigen, Klettern und Joggen anführt.

    Oder, in einem Satz: „Würzburg bietet mir eine einzigartige Kombination von hochwertiger internationaler Forschung, modernen gutausgestatteten Laboren, motivierten und qualifizierten Studenten und einem wunderschönem Umland.“

    Zur Person

    Katrin Paeschke (Jahrgang 1979) ist in Monheim am Rhein aufgewachsen. Von 1999 bis 2001 absolvierte sie an der Universität Bonn das Grundstudium Biologie und wechselte dann in die Biochemie. Für ihr Promotionsstudium ging sie an das Institut für Zellbiologie der Universität Witten/Herdecke. 2006 wurde sie mit einer Arbeit über „The in vivo regulation of the telomere complex“ promoviert. Seit März 2007 forscht sie als Postdoc an der Universität Princeton am Institut für Molekularbiologie.

    Die Namensgeberin des Emmy-Noether-Programms

    Emmy Noether (1882 – 1935) zählt zu den Begründern der modernen Algebra. Sie war eine der ersten Frauen, die sich 1903 für ein Studium an einer bayerischen Universität einschrieben, nachdem Bayern erstmals Frauen zum Studium zugelassen hatte. An der Universität Erlangen promovierte sie 1907 in Mathematik. Der Antrag der Universität Göttingen im November 1915, sie zur Habilitation zuzulassen, wurde vom zuständigen preußischen Minister abgelehnt; Frauen war an preußischen Universitäten durch einen Erlass vom 29. Mai 1908 die Habilitation untersagt. Erst in der Weimarer Republik wurde die Habilitationsordnung so geändert, dass auch Frauen zugelassen waren. So konnte sich Emmy Noether im Jahr 1919 habilitieren. 1933 emigrierte sie in die USA.


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Biologie, Chemie, Medizin
    überregional
    Personalia
    Deutsch


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