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01.11.2011 10:20

Hebamme mit Studienabschluss

Ralf Thaetner Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Hochschule Fulda

    Dualer Studiengang "Hebammenkunde" an der Hochschule Fulda bewilligt

    Die Einschätzung einer Hebamme entscheidet im Zweifelsfall, ob ein Kind gesund zur Welt kommt. Denn eine Hebamme muss einen Arzt nur dann hinzuziehen, wenn es bei der Geburt zu Komplikationen kommt. Umso erstaunlicher ist es, dass der Beruf der Hebammen in Deutschland, anders als in fast allen europäischen Ländern, kein Studium voraussetzt. Seit vergangenem Jahr können die Länder nun Modellstudiengänge bewilligen, die das Staatsexamen als Hebamme mit einem Studienabschluss verbinden. Als zweite deutsche Hochschule hat Fulda die Bewilligung für ein solches Modell vom Hessischen Sozialministerium erhalten. Der Studienbeginn ist für das Wintersemester 2012 geplant.

    „Wir bilden wissenschaftlich für den gesamten Betreuungsbogen der Hebammentätigkeit aus: vom Kinderwunsch und der Familienplanung bis hin zur Betreuung des Säuglings in der Familie während der normalen Stillzeit, also auch für die weniger verbreiteten Bereiche der Hebammenarbeit“, erklärt Prof. Dr. Beate Blättner die Studieninhalte. Als Studiendekanin des Fachbereichs Pflege und Gesundheit ist sie für die Konzeption des Bachelor-Studiengangs Hebammenkunde verantwortlich. Entsprechend vielfältig seien die Arbeitsfelder der künftigen Absolventinnen. Die gesetzlich definierten Kernaufgaben von Hebammen beschränkten sich hingegen auf Hilfe bei der Geburt und Überwachung des Wochenbettverlaufs.

    Für eine Verknüpfung von Staatsexamen und Studienabschluss spricht auch, dass Hebammen zunehmend selbstständig tätig sind: als Beleghebammen in Kliniken oder als Freiberuflerinnen in der ambulanten Versorgung. „Eigene Praxen oder hebammengeleitete Institutionen zu unterhalten, ist mit einem unternehmerischen Risiko und viel Verantwortung verbunden“, betont Beate Blättner. Wer diese trage, müsse schon aus rechtlichen Gründen sicher sein, immer auf dem aktuellen Erkenntnisstand zu arbeiten. „Da ist es von Vorteil, wenn man selbst wissenschaftliche Studien suchen, verstehen und bewerten kann. Das zum Beispiel unterscheidet das Studium von der Ausbildung.“

    Damit die Praxis nicht zu kurz kommt, baut der Fachbereich Pflege und Gesundheit nicht nur ein Hebammenlabor auf. Er kooperiert auch mit Einrichtungen der perinatalen Versorgung, die akademische Lehreinrichtungen für den Studiengang werden. 3.000 Stunden Praxis sind in das achtsemestrige Studium integriert. Alle Geburtskliniken im Umkreis von 100 km um Fulda, ambulante Versorgungseinrichtungen wie Geburtshäuser und Kinderkliniken wurden zur Kooperation eingeladen. „Das Interesse war groß“, freut sich Beate Blättner. „Wir handeln die Verträge gerade aus. Für weitere Kooperationspartner ist die Tür aber noch geöffnet.“

    In die Konzeption des neuen Studiengangs flossen die Erfahrungen mit dem bereits bestehenden Bachelor-Studiengang in Bochum ebenso ein wie die Überlegungen des Berufsverbandes zur Weiterentwicklung des Hebammenberufes. „Wir sind gemeinsam zu der Auffassung gelangt, dass Sie mit Ihrer Bildungsinitiative wissenschaftlich fundiert die Hebammenausbildung weiterentwickeln können“, heißt es im Bewilligungsschreiben des Hessischen Sozialministeriums. „Darauf ist der Fachbereich stolz“, kommentiert Beate Blättner. Im nächsten Schritt gelte es nun, die Professur Hebammenwissenschaft zu besetzen und die Akkreditierung des Studienganges zu beantragen.

    Der Bachelor-Abschluss berechtigt die Absolventinnen, einen Master-Studiengang anzuschließen. „Wem die Tätigkeit im Kreissaal als Berufsperspektive nicht ausreicht, kann sich so einen Weg in die Wissenschaft bahnen“, sagt Beate Blättner und fügt hinzu: „Ein Beruf, der auf wissenschaftliche Erkenntnisse angewiesen ist, braucht auch Menschen, die darin forschen.“

    Ansprechpartnerin:
    Prof. Dr. Beate Blättner (Studiendekanin)
    Tel: 0661/9640-603 oder -600
    E-Mail: Beate.Blaettner@pg.hs-fulda.de

    Weitere Informationen: http://www.fh-fulda.de/hebammenkunde


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Ernährung / Gesundheit / Pflege, Medizin
    regional
    Studium und Lehre
    Deutsch


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