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09.11.2011 16:15

Zehn Jahre interdisziplinäres Uveitis-Zentrum am Universitätsklinikum Heidelberg – eine Erfolgsgesch

Dr. Annette Tuffs Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Universitätsklinikum Heidelberg

    Chronische Augenentzündung und Begleiterkrankung werden gemeinsam von Augenärzten und Rheuma-Spezialisten behandelt / Jubiläums-Symposium am 12. November 2011

    Im Juli 2001 wurde das Interdisziplinäre Uveitis-Zentrum am Universitätsklinikum Heidelberg mit der bundesweit ersten gemeinsamen Sprechstunde von Augenärzten und Rheumaspezialisten eröffnet. Heute werden hier jährlich rund 1.400 Patienten mit der chronischen Augenentzündung behandelt – damit ist das Zentrum die führende Einrichtung ihrer Art in Deutschland. Anlässlich des zehnjährigen Bestehens veranstaltet das Uveitis-Zentrum am Samstag, dem 12. November 2011, ein Jubiläums-Symposium: Von 9 bis 14 Uhr stellen Experten verschiedener Fachrichtungen im Hörsaal der Universitäts-Mund-Zahn-Kiefer-Klinik, Im Neuenheimer Feld 400, Aktuelles zu den häufigsten Formen der Uveitis, Diagnostik und Therapie vor. Patienten, Ärzte und alle Interessierten sind herzlich eingeladen.

    An einer Uveitis, einer Entzündung der Aderhaut des Auges (Uvea) leiden etwa 100.000 Menschen in Deutschland. Die Aderhaut liegt zwischen der äußeren Schutzhülle des Auges, der Lederhaut und der Netzhaut; ihre Entzündung kann sich in andere Augenregionen ausbreiten. Häufig ist die Uveitis Ausdruck einer entzündlichen Erkrankung des gesamten Körpers, wie z.B. Rheuma, Multiple Sklerose, Herpes oder Tuberkulose; ungefähr 100 verschiedene Ursachen sind heute bekannt. Unbehandelt kann Uveitis zur Erblindung führen und ist in Deutschland einer der häufigsten Gründe für Sehbehinderung im erwerbsfähigen Alter.

    Erfolgreiche Therapie durch fachübergreifende Diagnostik

    Um die zugrundeliegende Erkrankung zu erkennen und eine gezielte Therapie der Uveitis einleiten zu können, müssen Fachärzte verschiedener Disziplinen eng zusammenarbeiten. Am zertifizierten Heidelberger Uveitis-Zentrum – einer gemeinsamen Einrichtung der Universitäts-Augenklinik, der Abteilung Rheumatologie der Medizinischen Universitätsklinik sowie des Zentrums für Kinder- und Jugendmedizin – werden die Patienten von Augenärzten, internistischen Rheumatologen, Kinderrheumatologen, Neurologen und Spezialisten anderer Fachgebiete gemeinsam umfassend betreut.

    Die Experten sehen die Patienten in gemeinsamen Sprechstunden; die komplette Diagnostik durchläuft der Patient nach Möglichkeit innerhalb eines Tages. „Mehrfachuntersuchungen, überflüssige Tests und zusätzliche Arztbesuche werden so vermieden. Zudem ist es im Team leichter, die Therapie auf die vielfältigen Beschwerden des Krankheitsbildes abzustimmen," so Dr. Regina Max, Rheumatologische Leiterin des Uveitis-Zentrums.

    Aktuelle Studie zeigt: Interferon-beta wirkt besser als Standardtherapie

    Das Konzept hat sich bewährt: „Bei mehr als zwei Dritteln unserer Patienten können wir die Ursache der Uveitis, also die zugrundeliegende Erkrankung, aufklären und somit gezielt und erfolgreich therapieren“, sagt Dr. Friederike Mackensen, Augenärztliche Leiterin des Zentrums. „Damit schneidet unser Zentrum im Vergleich zu anderen spezialisierten Einrichtungen deutlich besser ab.“ Innovative diagnostische und therapeutische Verfahren tragen ihren Teil zu diesem Erfolg bei.

    Zudem steht den Patienten die Teilnahme an klinischen Studien offen; so profitieren sie von neuen Medikamenten oder Behandlungstechniken, die noch vor der Zulassung stehen. Eine 2011 abgeschlossen Vergleichsstudie des Heidelberger Uveitis-Zentrums zeigte: Die Behandlung des entzündlichen Makulaödems, einer Erscheinungsform der Uveitis, mit dem Wirkstoff Interferon-beta ist der Standardtherapie mit Methotrexat deutlich überlegen. Interferon-beta findet bereits bei der Therapie der MS Anwendung und könnte in Zukunft die Behandlung von Patienten mit schwerer Uveitis und Makulaödem verbessern.

    Kontakt:
    Dr. Friederike Mackensen
    Augenärztliche Leiterin
    Interdisziplinäres Uveitiszentrum
    Im Neuenheimer Feld 400
    69120 Heidelberg
    Tel.: 06221 / 56 48 07
    E-Mail: Friederike.Mackensen@uveitiszentrum.de

    Weitere Informationen im Internet:
    http://www.uveitiszentrum.de

    Universitätsklinikum und Medizinische Fakultät Heidelberg
    Krankenversorgung, Forschung und Lehre von internationalem Rang
    Das Universitätsklinikum Heidelberg ist eines der größten und renommiertesten medizinischen Zentren in Deutschland; die Medizinische Fakultät der Universität Heidelberg zählt zu den international bedeutsamen biomedizinischen Forschungseinrichtungen in Europa. Gemeinsames Ziel ist die Entwicklung neuer Therapien und ihre rasche Umsetzung für den Patienten. Klinikum und Fakultät beschäftigen rund 10.000 Mitarbeiter und sind aktiv in Ausbildung und Qualifizierung. In mehr als 50 Departments, Kliniken und Fachabteilungen mit ca. 2.000 Betten werden jährlich rund 550.000 Patienten ambulant und stationär behandelt. Derzeit studieren ca. 3.600 angehende Ärzte in Heidelberg; das Heidelberger Curriculum Medicinale (HeiCuMed) steht an der Spitze der medizinischen Ausbildungsgänge in Deutschland.

    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de

    Bei Rückfragen von Journalisten:
    Dr. Annette Tuffs
    Presse- und Öffentlichkeitsarbeit des Universitätsklinikums Heidelberg
    und der Medizinischen Fakultät der Universität Heidelberg
    Im Neuenheimer Feld 672
    69120 Heidelberg
    Tel.: 06221 / 56 45 36
    Fax: 06221 / 56 45 44
    E-Mail: annette.tuffs(at)med.uni-heidelberg.de

    Diese Pressemitteilung ist auch online verfügbar unter
    http://www.klinikum.uni-heidelberg.de/presse

    163 / 2011


    Weitere Informationen:

    http://www.uveitiszentrum.de


    Merkmale dieser Pressemitteilung:
    Journalisten
    Medizin
    überregional
    Forschungsergebnisse, Wissenschaftliche Tagungen
    Deutsch


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